Schweinegrippe offiziell für beendet erklärt

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Mit Mundschutz wegen einer möglichen Schweinegrippeinfektion warten Chinesen am Flughafen in Tijuana (Mexiko) im Mai 2009 auf ihren Abflug. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Schweinegrippe-Pandemie für beendet erklärt.

Genf - Die Schweinegrippe-Virus hatte die Welt in Atem gehalten. Nun ist die Bedrohung offiziell vorbei. Die Seuche kostete weltweit mehr als 18.400 Menschen das Leben.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Schweinegrippe-Pandemie für beendet erklärt - Monate nachdem Regierungen damit anfingen, ihre Bestellungen des entsprechenden Impfstoffs zu stornieren. Die Seuche sei “weitgehend abgelaufen“, und nun beginne die “post-pandemische“ Phase, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Dienstag in Genf. Demnach hat das Virus nun eine ähnliche Aktivität wie die saisonale Grippe.

Der Schweinegrippe fielen seit ihrem Ausbruch im April 2009 laut WHO weltweit mindestens 18.449 Menschen zum Opfer. In den vergangenen Monaten ging die Zahl der Todesfälle drastisch zurück. Chan appellierte jedoch an Länder, mit Blick auf die Krankheit weiterhin wachsam zu bleiben. So solle auf unübliche Infektionsmuster und Mutationen geachtet werden, die existierende Impfstoffe und Medikamente gegen Viren womöglich wirkungslos machten. Schwangere Frauen und andere hoch gefährdete Gruppen sollten sich nach Ansicht der Generaldirektorin weiterhin gegen das Schweinegrippe-Virus impfen lassen. “Es ist wahrscheinlich, dass das Virus weiterhin ernsthafte Krankheit in den jüngeren Altersgruppen hervorruft“, erklärte Chan. Experten gehen davon aus, dass Menschen über 65 zum Teil gegen das Virus A (H1N1) immun sind.

Impfstoffe mussten weggeworfen werden

Der Eindruck, die Schweinegrippe könnte weniger gefährlich sein als befürchtet, machte sich bereits vor einigen Monaten in europäischen und nordamerikanischen Ländern breit. Zum Teil war die Nachfrage nach den Impfstoffen so gering, dass ihr Haltbarkeitsdatum ablief und sie weggeworfen werden mussten. Die britischen Gesundheitsbehörden stellten bereits im Februar eine Telefon-Hotline ein. Im Vereinigten Königreich hatte man sich anfangs auf bis zu 65.000 Todesfällen durch die Schweinegrippe eingestellt. Am Ende wurden nur 457 Fälle gemeldet.

In Deutschland wollen die Behörden noch im Laufe dieser Woche darüber entscheiden, wer die Rechnung für die etwa 34 Millionen bestellten, aber größtenteils nicht benutzten Impfstoff-Dosen übernimmt. Vorwürfe des französischen Senats, wonach die WHO das Risiko der Schweinegrippe-Pandemie zu hoch eingestuft habe, wies Generaldirektorin Chan am Dienstag zurück. Es sei reine Glückssache gewesen, dass das Virus nicht mutiert sei, erklärte sie. In diesem Fall hätte die Todesrate demnach wesentlich höher ausfallen können.

apn

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