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Schlecker kommt zurück – mit anderem Konzept und neuen Produkten

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Von: Benjamin Stroka

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Eine Person läuft an einer Filiale von Schlecker vorbei.
Schlecker könnte bald zurückkehren (Archivbild). © Patrick Seeger

Die Drogeriemarktkette Schlecker soll 2022 wieder zurückkehren. Mit Hilfe eines österreichischen Investors und einem neuen Konzept plant Schlecker ein großes Comeback.

Köln/Kitzbühel – Die 2012 insolvent gegangene Drogeriemarktkette Schlecker soll 2022 ein Comeback feiern. Ein Investor aus Österreich will mit Schlecker schon bald wieder auf den Markt stoßen. Mit dabei: Große Pläne, ein neues, modernes Konzept und eine deutliche Erweiterung der Produktpalette.

Schlecker kehrt zurück – „größer, digitaler und innovativer“

„Die Marke ‚Schlecker‘ ist noch heute europaweit jedem ein Begriff und kommt jetzt wieder zurück, dieses Mal noch größer, digitaler und innovativer – es soll der größte Angriff in der Geschichte des europäischen Handels werden“, teilt das Unternehmen KitzVenture mit. Die Beteiligungsgesellschaft, hinter der der österreichische Investor Patrick Landrock steht, ist nach eigenen Angaben bereits internationaler Inhaber der Marke „Schlecker“ und bereite seit Jahren „den Marktangriff vor“.

Die Schlecker-Pleite

Vor fast zehn Jahren sorgte die Zerschlagung der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker für ein regelrechtes Erdbeben im deutschen Einzelhandel. Das ehemalige Milliardenunternehmen (6,55 Milliarden Euro Umsatz 2010) von Namensgeber Anton Schlecker war 2012 am Ende. Über 2000 Filialen wurden allein in Deutschland geschlossen, tausende Beschäftigte haben ihren Job verloren.

Der Begriff „Schlecker-Frauen“, unter dem die rund 25.000 Verkäuferinnen damals Berühmtheit erlangten, wäre beinahe zum „Unwort des Jahres 2012“ gewählt worden. Anton Schlecker wurde 2017 wegen vorsätzlichen Bankrotts im Rahmen der Schlecker-Pleite zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Seine Kinder Lars und Meike mussten wegen Insolvenzverschleppung, Betrugs und Untreue sogar ins Gefängnis.

Schlecker: Wann kehrt die Drogeriekette zurück?

Zukünftig soll Schlecker kein klassischer Drogeriemarkt mehr sein, „sondern auch stark mit Produkten des täglichen Bedarfs wie beispielsweise Lebensmittel, Büro- und Geschäftsbedarfsprodukten sowie Baumarktartikel auftreten“, erklärt Landrock. Sogar die Vermietung von Unterhaltungs- und Haushaltsgeräten solle zum Konzept des Schlecker-Comebacks gehören. Damit würde sich Schlecker deutlich von Drogerieketten wie dm oder Rossmann abheben. Laut Landrock müssten sich „auch andere Händler warm anziehen“. Dabei will das Unternehmen sowohl online, als auch im Filial- und Liefernetz auf den Markt stoßen.

Unklar ist noch, wann Schlecker wieder auf den Markt kommen und wo die Gesellschaft angesiedelt sein wird. KitzVenture nennt noch kein Datum, plant den „Marktangriff“ aber „in den nächsten Monaten“. Als Hauptstandort für Schlecker kommen laut dem Unternehmen aus Kitzbühel aktuell Deutschland oder Österreich infrage. (bs) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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