Gedenken an Martin Luther

Reformationstag 2017: Darum ist es ein Feiertag in Deutschland!

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Eine Theatergruppe bringt das Leben von Martin Luther auf die Bühne.

Der Reformationstag 2017 ist ein besonderer - erstmals ist es bundesweit ein Feiertag. Denn 2017 jährt sich eines der wichtigsten Ereignisse der deutschen Geschichte zum 500. Mal.

Protestanten in der aller Welt feiern Jahr für Jahr den 31. Oktober. Denn an diesem Tag im Jahr 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg in Sachsen-Anhalt geschlagen haben. Diese Ereignis leitete die Reformation in Deutschland ein.

Wer war Martin Luther?

Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Nach einem abgebrochenen Jurastudium trat er dem Orden der Augustiner-Eremiten in Erfurt bei. Er führte ein strenges Mönchsleben, wurde zum Priester geweiht und erhielt 1512 einen Doktortitel in Theologie.

In seinen weltberühmten Thesen prangerte Luther den gängigen Ablasshandel in der katholischen Kirche an. Im Mittelalter war es üblich, dass Sünden nach einer Geldzahlung vergeben wurden. Martin Luther vertrat die Ansicht, dass die Vergebung der Sünden bereits durch den Tod Jesus am Kreuz geschehen sei. Seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasshandels, verbreiteten sich durch den Buchdruck rasant im ganzen Land.

Natürlich zog Luther damit den Zorn der katholischen Kirche auf sich - ihm wurde Ketzerei vorgeworfen. Luther wurde exkommuniziert. Außerdem verhängte Kaiser Karl V. die Reichsacht über Luther und seine Anhänger (Wormser Edikt). Der Kirchenkritiker versteckte sich mehrere Monate auf der Wartburg bei Eisenach und übertrug in dieser Zeit das Neue Testament ins Deutsche. Luther starb 1546 in Eisleben.

Warum veränderte Luther die Welt?

Die Reformation revolutionierte die Kirche. Die Menschen wurden mündiger gegenüber der Kirche, bisherige Autoritäten wurden in Frage gestellt. Leider begann durch die Reformation und die folgende Gegenreformation in Jahrhundert der konfessionellen Kriege. Erst der Westfälische Frieden von 1648 beendete die Kämpfe der Christen untereinander. Die Spaltung entlang der Konfessionen festigte sich.

Feiertag in den neuen Bundesländern

Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte ab 1667 – also 150 Jahre nach der Reformation – den 31. Oktober als Gedenktag fest. Der Reformationstag am 31. Oktober ist seit 1990 in den fünf neuen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.

  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen

Weiterer Feiertag an Allerheiligen

Der Reformationstag am 31. Oktober fällt 2017 auf einen Dienstag. Wer ein verlängertes Wochenende genießen möchte, muss sich den Montag - einen Brückentag - frei nehmen. Viele Bürger haben sogar zwei freie Tage in Folge: Denn, am 1. November ist Allerheiligen und der ist in fünf Bundesländern ein Feiertag.

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland

Feiern und Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum

Deutschlandweit finden unzählige Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum statt: Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und Gottesdienste. Die Evangelische Kirche hat auf einer Internetseite zahlreiche Termine zusammengestellt. Städte wie Wittenberg bereiteten sich in den kommenden Wochen auf einen großen Touristenandrang vor.

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