Unbemannter Arktis-Kreuzer

Ratten-Geisterschiff auf Kurs nach Irland

Ottawa - Ein ausrangiertes Kreuzfahrtschiff hat sich beim Abschleppen losgerissen, treibt nun herrenlos durch den Atlantik - an Bord: nur Ratten. Wer verantwortlich ist, ist unklar

Zwei Jahre lang dümpelte das alte Kreuzfahrtschiff "Lyubov Orlova" im Hafen St. John's an der kanadischen Ostküste vor sich hin - ausrangiert, da der Veranstalter der Arktiskreuzfahrten insolvent war. Ende Januar 2013 schließlich schien der Verbleib des einstigen Luxusschiffs geklärt: ein Schlepper sollte es zur Verschrottung in die Dominikanische Republik bringen.

Auf dem Kreuzfahrtschiff haben Ratten das Kommando übernommen.

Doch auf hoher See riss die "Lyubov Orlova" sich vom Tau los, das Einholen mit einem zweiten Schlepper misslang. Seitdem treibt der Kreuzer, der zu besseren Zeiten 200 Passagieren Platz bot, nach Berichten der Zeitung Die Welt unbemannt und steuerlos im Atlantik. An Bord haben Ratten das Kommando übernommen - und laut dem Ozeanologen Brad de Young von der Memorial University St. John's könnte das Schiff in einigen Wochen die irische Küste erreichen. 

Die kanadische Küstenwache hat bisher nicht eingegriffen, da sich die "Lyubov Orlova" in internationalem Gewässer befindet. Der Eigentümer sieht sich ebenfalls nicht imstande zum Einholen des Ausreißers.

Umweltschützer halten das herrenlose Schiff für eine Gefahr, da offenbar Chemikalien und Motoröle an Bord eingelagert sind. Auch die Betreiber von Bohrinseln im atlantischen Ozean sehen in dem Geisterschiff eine unkontrollierte Bedrohung.

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