Überfall in der Bonner Siegaue

Camperin vergewaltigt: Gutachten über Angeklagten liegt vor

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Revisions-Prozess zur Vergewaltigung in den Siegauen

Der brutale Überfall auf ein campendes Paar in der Nähe von Bonn sorgte vor einem halben Jahr für Aufsehen. Ein Gutachten über den Angeklagten wurde mit Spannung erwartet.

Update vom 25. September 2018, 11.56 Uhr

Wie express.de berichtet, hat eine Psychiaterin ein Gutachten über den Angeklagten vorgetragen. Das Urteil über seine Schuldfähigkeit wurde mit Spannung erwartet. Der 31-Jährige sei demnach voll schuldfähig. Es lägen demnach keine krankhafte seelische Störung, keine tiefgreifende Bewusstseinsstörung vor. Der Angeklagte leide nicht unter Schwachsinn oder einer schweren seelischen Abartigkeit.

Im Januar soll der verurteilte Vergewaltiger einen Brand in seiner Gefängniszelle verursacht haben. Der 31-Jährige wurde bei dem Feuer in der Kölner Justizvollzugsanstalt (JVA) schwer verletzt.

Der Häftling - ein abgelehnter Asylbewerber aus Ghana - war im Oktober vom Landgericht Bonn wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte demnach ein junges Paar beim Campen in der Siegaue bei Bonn überfallen und die damals 23-Jährige vergewaltigt. Er bestritt die Tat und legte später Revision ein.

Camperin vergewaltigt: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Bonn - Im Prozess um die Vergewaltigung einer jungen Camperin in Troisdorf bei Bonn hat der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Er kenne den Fall nicht und habe nichts getan, sagte der Asylbewerber aus Ghana am ersten Verhandlungstag vor dem Bonner Landgericht.

Auf den Vorhalt des Richters, dass an dem Opfer DNA-Spuren des Angeklagten gefunden wurden, erwiderte der 31-Jährige am Montag: "Wenn das Gericht sagt, dass die DNA passt, muss ich das Mädchen eine Prostituierte nennen." Zur Tatzeit sei er nicht am Tatort, sondern in seiner Flüchtlingsunterkunft gewesen.

Laut Anklage soll der Mann in der Nacht zum 2. April ein Paar aus Baden-Württemberg überfallen haben, das in der Siegaue zeltete. Mit einer Astsäge soll er das Zelt zerschnitten und die beiden bedroht haben. Nachdem die Opfer ihm etwas Geld und eine Lautsprecherbox gegeben hatten, soll er die Frau vergewaltigt haben. Wenige Tage nach der Tat nahm die Polizei den 31-Jährigen fest. Ein Spaziergänger hatte ihn anhand des veröffentlichten Phantombildes erkannt.

Vor Gericht schilderte der Angeklagte ausführlich seine Kindheit in Ghana und wie er später über Italien nach Deutschland eingereist sei. Der Asylantrag des Mannes war nach Angaben der Bezirksregierung erst kurz vor der Tat abgelehnt worden. Dagegen hatte er geklagt, so dass das Verfahren noch anhängig gewesen sei.

Die Anklage stützt sich vor allem auf DNA-Spuren. 

dpa/ml

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