Priester gesteht hundertfachen Missbrauch

+
Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen angeklagte Andreas L. (r.) spricht am Donnerstag im Landgericht in Braunschweig mit seinem Rechtsanwalt Andreas Zott.

Braunschweig - Ein katholischer Priester hat den hundertfachen sexuellen Missbrauch von drei Jungen gestanden. Als eine Mutter den aufdringlichen Geistlichen anzeigte, kam der Fall ins Rollen.

Der 46-jährige Geistliche muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Der Mann aus Salzgitter soll unter anderem den Kommunionunterricht genutzt haben, um das Vertrauen der Kinder und ihrer Familien zu gewinnen. Bei Übernachtungen und Kurzurlauben soll es zum Missbrauch der 9 bis 15 Jahre alten Jungen gekommen sein - insgesamt 280 Mal. Nach Absprache mit Anklage und Verteidigung stellte das Gericht dem Priester im Gegenzug zu einem Geständnis eine Strafe von sechs bis sechseinhalb Jahren Haft in Aussicht.

Der suspendierte Priester sagte, es sei ihm nie in den Sinn gekommen, dass die Jungen leiden könnten. Die Sexualität sei aus der Nähe entstanden. „Meine Absicht bestand nicht darin, mich an die Jungen heranzumachen.“ Von seinem ersten Opfer machte er auch gegen dessen Willen Nacktfotos.

Bereits 2006 hatte das Bistum den Geistlichen gemaßregelt, weil sich eine Mutter über seine aufdringliche Art beschwert hatte. Im vergangenen Sommer zeigte sie ihn an und er wurde verhaftet. Im Alter von 20 Jahren habe er gemerkt, dass er an Männern und nicht an Frauen interessiert sei, sagte der Priester. Eine längere Beziehung zu einem Mann sei er aber nicht eingegangen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare