Berlin: Polizeiwache mit Brandsätzen attackiert

Berlin - Mutmaßliche Linksextremisten haben eine Berliner Polizeiwache brutal angegriffen und mit Brandsätzen attackiert. Für die Polizei geht es um versuchten Mord. Der für seine Krawalle gefürchtete Berliner 1. Mai wirft seine Schatten voraus.

Drei Wochen vor dem berüchtigten 1. Mai in Berlin haben Unbekannte eine Polizeiwache mit Brandsätzen und Pflastersteinen attackiert. Nach einer ersten Einschätzung der Polizei gehören die Täter vermutlich zur linksextremen Szene. Zum Zeitpunkt des Schichtwechsels gegen 5.30 Uhr im Stadtteil Friedrichshain hätten sechs Menschen das Revier angegriffen, teilte die Polizei mit. Der Wachleiter sei beim Versuch, einen der Flüchtenden festzuhalten, leicht verletzt worden. Die Hintergründe des Angriffs waren zunächst unklar.

Rund um den 1. Mai kommt es aber in Berlin regelmäßig zu Krawallen. Der Polizeiabschnitt war unter anderem für die Räumung des besetzten Hauses Liebigstraße 14 in Friedrichshain im Februar zuständig. Die Unbekannten warfen bei der Attacke eine Fensterscheibe mit Steinen ein. Brandsätze flogen zudem durch eine Eingangstür. Eine Reinigungskraft im Vorraum der Wache konnte von Beamten durch eine zweite Sicherheitstür gezogen werden. Der 26-Jährige kam mit dem Schrecken davon. An den Kreuzungen um die Wache herum verteilten die Angreifer sogenannte Krähenfüße. Diese spitzen Metallteile bringen Autoreifen beim Überfahren zum Platzen. Ein Fahrzeug der Polizei wurde beschädigt. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, es gehe hier “offensichtlich um ein geplantes Verbrechen“.

Ob der Angriff in Verbindung zu der Hausräumung Liebigstraße oder zum 1. Mai steht, wollte er zunächst nicht bestätigen. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte, nach der Art des Angriffs “müssen wir von linksextremen Tätern ausgehen“. Die Polizei ermittelt nun wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes. Schon im Oktober 2009 hatten unbekannte Täter ein Polizeirevier in Berlin-Lichtenberg mit Steinen und Rauchbomben angegriffen. Diese Attacke galt als mögliche Solidaritätserklärung für verhaftete mutmaßliche Auto-Brandstifter.

dpa

Rubriklistenbild: © ap

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