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Berlin: Autofahrer rast in Menschenmenge – Beschuldigter war vorher psychologisch auffällig

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Von: Kim Hornickel, Tobias Utz, Florian Dörr, Isabel Wetzel, Nail Akkoyun, Stefan Krieger, Alina Schröder

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In Berlin fährt ein Mann in eine Menschenmenge: Eine Frau stirbt, zahlreiche weitere Menschen werden verletzt. Der Fahrer kommt zunächst in eine Psychiatrie.

+++ 13.30 Uhr: Der beschuldigte 29-Jährige ist vor der Todesfahrt in Berlin bereits mehrfach psychologisch auffällig gewesen. Der sozialpsychiatrische Dienst des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf habe seit 2014 mehrfach eingreifen müssen, sagte Detlef Wagner (CDU), Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, am Freitag nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Das letzte Mal sei der Mann Anfang 2020 auffällig gewesen. Eine konkrete Anzahl der Einsätze nannte Wagner mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht.

Der Beschuldigte ist derzeit auf Antrag der Berliner Staatsanwaltschaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass eine psychische Erkrankung zur Todesfahrt auf dem Ku‘damm geführt habe.

Berlin: Autofahrer rast in Menschenmenge – Beschuldigter bereits mehrfach auffällig

Der 29-Jährige wurde im Jahr 2020 in eine psychiatrische Klinik überstellt, wo eine Einweisung geprüft werden sollte. Was danach passierte, ist unklar. In der Regel werde der sozialpsychiatrische Dienst etwa von der Polizei um Hilfe gebeten, wenn bei einem Einsatz der Eindruck entstehe, dass Betroffene beispielsweise in einer psychiatrischen Klinik vorgestellt werden sollten. „Danach sind wir raus“, erklärte Wagner. Das sei auch in dem Fall des Beschuldigten der Amokfahrt in Berlin so gewesen, schilderte der Bezirksstadtrat. Danach gab es keine Eintragungen mehr. „Der Mann ist - jedenfalls laut unseren Akten - nicht mehr mit psychischen Problemen in Erscheinung getreten“, so Wagner.

Auto fährt in Berlin in Menschenmenge
Am Mittwochvormittag fuhr ein Auto in eine Menschenmenge in Berlin. © Odd Andersen / AFP

Nach der tödlichen Autofahrt eines psychisch kranken Mannes in Berlin und dem tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen hat der Bundesrat eine Schweigeminute eingelegt. „Wir verurteilen die Gewalttat am Ku‘damm, wir trauern um die Toten in Berlin und in Bayern, wir fühlen mit den Verletzten und den Angehörigen der Opfer“, sagte Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Freitag vor der Bundesratssitzung. Im Anschluss erhob sich das Plenum.

Berlin: Autofahrer rast in Menschenmenge – Bezirk will Verkehr einschränken

+++ 09.30 Uhr: Nach der Amokfahrt eines psychisch kranken Mannes in Berlin soll nun der Autoverkehr rund um den Breitscheidplatz verlangsamt und zurückgedrängt werden. Auf beiden Seiten des Platzes mit der Gedächtniskirche sollten Autospuren entfernt werden, um eine direkte und gerade Fahrt Richtung Breitscheidplatz zu verhindern, informierte Kirstin Bauch (Grüne), Bezirksbürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf, am Freitag im RBB-Inforadio. Dafür seien bereits Konzepte vorhanden, die jetzt schnell umgesetzt werden müssten.

Zudem sollte nördlich des Platzes die Budapester Straße verengt werden, damit nur noch eine Spur in jede Richtung befahrbar ist, sagte die Grünen-Politikerin. Für den südlichen Bereich an der Tauentzienstraße, die jetzt betroffen war, gebe es ein Konzept des Senats, bei dem die Einmündung der Rankestraße und der Mittelstreifen umgebaut werden.

Todesfahrt in Berlin – Neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt

Update vom Freitag, 10. Juni, 06.50 Uhr: Schock und Trauer wirken nach der Todesfahrt an der Berliner Gedächtniskirche noch immer nach. Derweil geht die Arbeit der Ermittler weiter. Für sie geht es nun darum, die genauen Umstände und Hintergründe der Tat aufzuklären. Hierzu sollen Sachverständige – sowohl für die psychiatrische Expertise als auch für den Hergang des Geschehens beauftragt und Zeugen vernommen werden. Der Tatverdächtige ist unterdessen in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord in einem Fall und versuchten Mord in 17 Fällen vor.

+++ 20.00 Uhr: Nach der Amokfahrt in Berlin wollte die Staatsanwaltschaft einen Unterbringungsbefehl für den 29-Jährigen mutmaßlichen Autofahrer erreichen. Dieser wurde nun stattgegeben. Am Abend erließ das Amtsgericht Tiergarten den von der Staatsanwaltschaft beantragten Unterbringungsbefehl. Damit kommt der beschuldigte Mann nun in eine psychiatrische Einrichtung.

Berlin: Amokfahrt sorgt für Entsetzen – Neue Details zu Beschuldigten bekannt

+++ 17.20 Uhr: Nach der Amokfahrt in Berlin soll der mutmaßliche Täter in einer Psychiatrie untergebracht werden, wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht. Über ihren Antrag soll voraussichtlich noch am Donnerstag ein Ermittlungsrichter entscheiden. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass eine psychische Beeinträchtigung Anlass für die Tat gewesen sind. So seien die Ermittler bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes auf Medikamente gestoßen. Die Ärzte des 29-Jährigen wurden von ihrer Schweigepflicht entbunden.

Zu den Opfern gehört laut Staatsanwaltschaft ein weiterer Lehrer einer zehnten Klasse aus dem nordhessischen Bad Arolsen, der lebensgefährlich verletzt ist. Sieben Schüler lägen mit schweren Verletzungen in Krankenhäusern, sieben wurden ambulant behandelt. 50 Personen wurden psychologisch betreut. Vor Ort waren unter anderem 15 Notfallseelsorger im Einsatz, die sich um unverletzte Schüler und weitere Augenzeugen kümmerten.

Berlin: Autofahrer rast in Menschengruppe – Staatsanwaltschaft nennt neue Details

+++ 15.20 Uhr: Zusammenfassung: In Berlin hat sich die Staatsanwaltschaft in einem Live-Statement zu der Amokfahrt geäußert. Demzufolge gebe es keine Anhaltspunkte für eine terroristische Tat. Auch die aufgefundenen Plakate hätten bisher nichts ergeben. Vielmehr gebe es Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Täter psychisch beeinträchtigt sei.

Der Sprecher nannte in diesem Zusammenhang eine mögliche „paranoide Schizophrenie“. Man habe bei der Durchsuchung auch Medikamente gefunden. Ein Unterbringungsbefehl in eine psychiatrische Klinik werde beantragt. Dieser habe als Vorwurf unter anderem einen vollendeten Mord sowie insgesamt 31 Fälle des versuchten Mordes, erklärte der Sprecher.

Berlin: Staatsanwaltschaft nennt nach Amokfahrt neue Details in Statement

+++ 15.11 Uhr: Der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Berlin gibt nochmals Details zum genauen Tatablauf der Amokfahrt in Berlin preis. Demzufolge habe es zwei „Aufprallpunkte“ gegeben. Der mutmaßliche Täter sei einmal in Höhe Rankestraße bewusst auf den Gehweg gefahren, habe dort einige Personen erfasst und sei dann wieder zurück auf die Straße gefahren. Danach sei er dann weitergefahren, „und traf dann dort auf die Schülergruppe.“

+++ 15.05 Uhr: Auf die Frage, ob nach der Amokfahrt in Berlin noch Personen in Lebensgefahr schwebten, erklärt der Sprecher: „Im Augenblick nur noch der begleitende Lehrer, die sieben schwerverletzten Schüler sind nicht in Lebensgefahr.“

Nach Amokfahrt in Berlin: Staatsanwaltschaft äußert sich zu Vergangenheit des mutmaßlichen Täters

+++ 15.02 Uhr: Auf die Frage einer Journalistin, inwiefern der mutmaßliche Täter „polizeibekannt“ sei, erklärt der Sprecher in Berlin: „Es gab wohl ein paar vereinzelte Vorfälle, die Jahre zurückliegen und tatsächlich Bagatell-Kriminalität“. Nichts davon hätte darauf schließen lassen, „dass sich da etwas angebahnt hätte“.

+++ 15.00 Uhr: Nach der Amokfahrt in Berlin berichteten mehrere Medien übereinstimmend, dass im Wagen des Verdächtigen Plakate mit Bezug zur Türkei gefunden worden seien. Hierzu sagt der Sprecher: „Die erste Meldung war, dass es ein Bekennerschreiben gäbe, das ist definitiv nicht der Fall. Es wurden zwei handschriftliche Plakate gefunden, mit einer ganz entfernten Bezugnahme zum sogenannten Berg-Karabach-Konflikt. Aber nach derzeitigem Sachstand steht das in keinerlei Beziehung zu dem Geschehen gestern“.

Berlin: Nach„Amoktat“ – Keine Anhaltspunkte für terroristischen Hindtergrund

+++ 14.55 Uhr: Nach der „Amoktat“ in Berlin werde nun ein Unterbringungsbefehl beantragt. Dieser habe als Vorwurf unter anderem einen vollendeten Mord sowie insgesamt 31 Fälle des versuchten Mordes, erklärt der Sprecher.  Die Mordmerkmale seien Heimtücke und Begehung mit gemeingefährlichen Mitteln. Es gebe zum derzeitigen Stand keine Erkenntnisse darüber, dass der Tatverdächtige im Vorfeld bereits psychisch auffällig geworden sei.

+++ 14.50 Uhr: Es gebe keine Anhaltspunkte für irgendeine Art von terroristischem Hintergrund, so der Sprecher weiter. Es dürfte sich „wahrscheinlich“ um eine vorsätzliche Tat handeln.

Amokfahrt in Berlin: Staatswaltschaft mit Live-Statement

+++ 14.48 Uhr: Mit einigen Minuten Verspätung beginnt die Pressekonferenz. „Es gibt Anzeichen, dass es eine psychische Beeinträchtigung“ beim Beschuldigten gäbe, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Man habe in diesem Zusammenhang auch Medikamente gefunden. Es spreche „recht viel für eine paranoide Schizophrenie“.

+++ 14.30 Uhr: Die Staatsanwaltschaft in Berlin hat nach der „Amoktat“ ein Statement angekündigt. Gegen 14.30 Uhr werden dann weitere Details erwartet. Nach der Todesfahrt in Berlin hat sich der Fahrer des Autos am Donnerstag nicht mehr im Krankenhaus, sondern im Polizeigewahrsam befunden. Das sagte ein Polizeisprecher gegenüber der dpa.

Eine Tote und 29 Verletzte nach „Amoktat“ in Berlin: Klassenfahrt sollte „positives Highlight“ werden

+++ 13.35 Uhr: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) haben sich am Donnerstag (9. Juni) nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Berlin erschüttert gezeigt. Die beiden CDU-Politiker besuchten die Haupt- und Realschule der von der Tat in der Hauptstadt betroffenen Klasse in Bad Arolsen in Nordhessen. Eine Lehrerin war getötet, zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie ein weiterer Lehrer verletzt worden.

„Es ist für uns ein ganz schwerer Tag, und wir haben ganz schwere Herzen“, sagte Rhein im Anschluss. Er habe der Schulgemeinde der Kaulbach-Schule in Bad Arolsen und den Opfern jede erdenkliche Hilfe zugesagt. Unter anderem sicherte er den Betroffenen finanzielle Unterstützung aus dem Opferfonds des Landes Hessen zu. Sieben Jugendliche und ein Lehrer werden Rhein zufolge aktuell noch in verschiedenen Berliner Kliniken behandelt. Zu ihrem Gesundheitszustand konnte der Ministerpräsident keine Angaben machen. Die Situation sei nach der mutmaßlichen Amokfahrt von Berlin noch „eher unübersichtlich“, sagte er.

Acht Psychologen des Landes seien zurzeit zusätzlich zur Polizei an der Schule eingesetzt, sagte Kultusminister Lorz. Die Schulgemeinde, das Kollegium und die Betroffenen brauchen nach seinen Worten „noch einige Zeit Unterstützung“. Die Schülergruppe auf Abschlussfahrt aus dem nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg war am Mittwoch in der Nähe der Gedächtniskirche - unweit des Breitscheidplatzes in Berlin - von einem Auto erfasst worden. Die Lehrerin der Klasse wurde getötet, etliche Menschen - vor allem aus der Schülergruppe - wurden verletzt. Der Autofahrer - ein 29 Jahre alter, in Berlin lebender Deutsch-Armenier - wurde gefasst. Lorz erklärte, dass eine Abschlussfahrt für Schüler eigentlich ein „positives Highlight in der Schullaufbahn“ sein sollte.

Eine Tote und 29 Verletzte nach „Amoktat“ in Berlin: Noch kein Haftbefehl – Spurensicherung läuft

+++ 12.15 Uhr: Nachdem er mit seinem Auto am Mittwoch mutmaßlich absichtlich in eine Menschenmenge am Berliner Breitscheidplatz gefahren war, findet sich der 29-jährige Fahrer und Tatverdächtige am Donnerstag nicht mehr im Krankenhaus, sondern in Polizeigewahrsam. Das sagte ein Polizeisprecher. Noch im Laufe des Tages werde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragt, um den 29-jährigen Deutsch-Armenier in Untersuchungshaft zu nehmen. Zunächst wollte sich die Staatsanwaltschaft aber nicht äußern. Ein Statement wird für den frühen Nachmittag angekündigt.

Eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) ermittelt unterdessen weiter zum genauen Ablauf der Tat. Unter Umständen soll die Kommission wegen großen Zahl an Opfern, Zeugen und sonstigen Hintergründen personell aufgestockt werden. Am Tatort am Ku‘damm und der Tauentzienstraße arbeitete am Donnerstag erneut die Spurensicherung der Kriminalpolizei. Nach neuesten Informationen wurden bei dem Vorfall in Berlin insgesamt 29 Menschen verletzt. Nach Angaben der Polizei befinden sich am Donnerstag weiterhin sechs Leute in lebensbedrohlichem Zustand.

Auto rast am Breitscheidplatz in Menschenmenge: Psychologische Kräfte und Seelsorgende im Einsatz

+++ 11.27 Uhr: Nach der mutmaßlichen Amokfahrt am Mittwoch am Berliner Breitscheidplatz waren vor Ort elf Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger im Einsatz. Nach jüngsten Angaben der Polizei wurden insgesamt 29 Menschen verletzt, als ein 29 Jahre alter Mann am Mittwoch (8. Juni) mit seinem Auto in eine Menschenmenge fuhr. Eine Lehrerin aus Bad Arolsen in Hessen starb.

Aufgabe der Notfallseelsorge sei es bei solchen Ereignissen, den Menschen zu helfen, das Passierte zu begreifen und „im Hier und Jetzt anzukommen“, sagte der Beauftragte der evangelischen Landeskirche für die Berliner Notfallseelsorge, Justus Münster, am Donnerstag im RBB-Inforadio. In solchen Situationen werde der Mensch auf seine Grundfunktionen zurückgeworfen. „Manche reagieren sehr emotional und aufgebracht, andere sind in sich versunken. Wir versuchen, einen Zugang zu ihnen zu bekommen und ein Gesprächsangebot aufrechtzuerhalten“, sagte Münster.

Die Schülerinnen und Schüler aus dem nordhessischen Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg), die von dem Unglück in Berlin auf ihrer Abschlussfahrt betroffen waren, sind einen Tag später bereits wieder in Nordhessen. Die Kaulbach-Schule, an der die 10. Klasse normalerweise unterrichtet wird, hatte nach Informationen des Hessischen Rundfunks bereits am Donnerstag wieder geöffnet. Allerdings seien Polizei und Ordnungsamt vor Ort sowie psychologisches Personal, um die Schüler und Lehrer zu betreuen. Das hatte Waldeck-Frankenbergs Landrat Jürgen van der Horst (parteilos) bereits am Mittwoch angekündigt. Von den insgesamt 24 Schülerinnen und Schülern der Klasse lägen sieben weiterhin im Krankenhaus.

Berlin Breitscheidplatz: Auto rast in Menschenmenge: Politik bezeichnet den Vorfall als „Amoktat“

+++ 08.00 Uhr: Der tödliche Vorfall mit einem Auto am Berliner Ku‘damm wird von der Politik als Amoktat eingestuft. Nach Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich auch Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (beide SPD) am Donnerstagmorgen entsprechend: „Das hat sich gestern Abend verdichtet“, sagte Giffey im RBB-Inforadio. Durch die Ermittlungen der Polizei sei klar geworden, „dass es sich um die Amoktat eines psychisch schwer beeinträchtigten Menschen handel“. Mithilfe eines Dolmetschers werde versucht, mehr „aus den teilweise wirren Äußerungen, die er tätigt, herauszufinden“.

Ob die Plakate mit Bezug zur Türkei, die in dem Tatfahrzeug des Deutsch-Armeniers lagen, eine Rolle gespielt hätten, werde noch ermittelt. Giffey sprach von einem „dunklen Tag in der Berliner Stadtgeschichte“.

Die Ermittlungen der Polizei werden von einer Mordkommission geführt, nicht vom Staatsschutz, der für eine politisch motivierte Tat zuständig wäre. Am Mittwoch wurde unter anderem auch die Wohnung des Fahrers in Charlottenburg durchsucht. Der Mann soll der Polizei wegen mehrerer Delikte bekannt gewesen sein, jedoch nicht in Zusammenhang mit Extremismus.

Update vom Donnerstag, 9. Juni, 06.45 Uhr: Nachdem ein 29-Jähriger in Berlin mit seinem Auto am Mittwoch (8. Juni) in eine Menschenmenge gerast war, hat sich inzwischen auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu der „grausamen Amoktat“ geäußert. Auf Twitter schrieb der Politiker, er sei „tief betroffen“. Die Reise einer hessischen Schulklasse in die Hauptstadt sei in einem Alptraum geendet. „Wir denken an die Angehörigen der Toten und an die Verletzten, darunter viele Kinder. Ihnen allen wünsche ich eine schnelle Genesung.“

Auto rast in Menschenmenge in Berlin: Innensenatorin bezeichnet Vorfall als „Amoktat“

+++ 21.35 Uhr: Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat die Todesfahrt in der Hauptstadt am Mittwoch als „Amoktat“ bezeichnet. „Nach neuesten Informationen stellt sich das heutige Geschehen in der Tauentzienstraße als eine Amoktat eines psychisch beeinträchtigten Menschen dar“, erklärte Spranger am Abend im Onlinedienst Twitter.

+++ 21.20 Uhr: Die Präsidentin der Polizei Berlin hat die Offenheit der Ermittlungen nach der tödlichen Autofahrt betont. Man ermittele „wirklich in alle Richtungen“, sagte Barbara Slowik am Mittwochabend im RBB. Psychische Beeinträchtigungen des 29 Jahre alten Fahrers seien zwar nicht auszuschließen, aber alle anderen Hintergründe ebenso wenig. Die Polizei schließe im Moment „gar nichts“ aus.

Die Ermittlungen würden von einer Mordkommission geführt, sagte Slowik. „Hinweise auf eine politische Tat haben wir derzeit so nicht, dass wir jetzt den Staatsschutz sozusagen die Ermittlungen übernehmen lassen würden.“ Die Polizei werde etwa das Auto des Fahrers noch kriminaltechnisch untersuchen. Ermittler setzen Slowik zufolge auch auf Fotos und Videos, die von Zeugen auf einer Hinweisplattform hochgeladen werden könnten. Dies helfe immens für eine schnelle Auswertung.

Auto rast in Menschenmenge: SEK durchsucht Wohnung des Fahrers

+++ 20.06 Uhr: Am frühen Mittwochabend soll das SEK in Berlin die Wohnung des 29-jährigen Fahrers durchsucht haben, nachdem der Tatverdächtige zunächst festgenommen wurde. Laut mehreren Medienberichten hätten sich rund zehn Einsatzkräfte, ausgestattet unter anderem mit einem Erkundungsroboter, Zutritt zu der Wohnung im Stadtteil Charlottenburg verschafft. Der Einsatz soll eine reine Sicherheitsmaßnahme gewesen sein. Ob und was die Ermittler in der Wohnung aufgefunden haben, ist zur Stunde noch unklar.

+++ 19.20 Uhr: Nach der tödlichen Autofahrt in Berlin hat sich die hessische Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) zu Wort gemeldet. Die Politikerin hat auch im Namen der Abgeordneten ihr tiefes Mitgefühl ausgesprochen. „Ich bin tief betroffen über den entsetzlichen Vorfall“, sagte Wallmann am Mittwoch in Wiesbaden. „Der hessische Landtag ist in Gedanken bei den Angehörigen der getöteten Lehrerin, und wir hoffen, dass die Verletzten wieder vollständig genesen. Ebenso denken wir an die Kinder und Passanten, die diese Schreckensfahrt vor Ort miterleben mussten.“

Wallmann erinnerte in diesem Zusammenhang an die Amokfahrt in Volkmarsen. Vor zwei Jahren hatte ein Autofahrer beim Rosenmontagszug in Volkmarsen sein Fahrzeug in eine Menschenmenge gelenkt. Dutzende Menschen wurden dabei verletzt, unter ihnen waren 26 Kinder. „Es ist mir unbegreiflich, wie ein Mensch sein Auto gezielt in eine Menschenmenge steuern kann und damit bewusst so viel Leid Unschuldiger verursacht“, betonte die Landtagspräsidentin. „Ich hoffe für die Todesfahrt von Berlin auf vollständige Aufklärung der Hintergründe.“

Auto rast in Menschenmenge: Schüler aus Kaulbach-Schule in Hessen betroffen

+++ 17.00 Uhr: Bei der Schülergruppe aus Bad Arolsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) handelt es sich laut Angaben des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein um eine zehnte Klasse. Wie unsere Redaktion erfuhr, stammen die Schülerinnen und Schüler von der Kaulbach-Schule. Laut Rhein wurde eine betreuende Lehrerin bei dem Vorfall in Berlin getötet. „Diese schockierende Nachricht aus Berlin macht mich fassungslos und tief betroffen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, die voller Freude auf einer Klassenfahrt in der Hauptstadt waren. Den Hinterbliebenen der verstorbenen Lehrerin spreche ich mein tief empfundenes Beileid aus. Ich hoffe inständig, dass alle Verletzten vollständig genesen. Hessen hat der Stadt Berlin jedwede Unterstützung angeboten“, sagte Beuth am Mittwochnachmittag.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz zeigte sich ebenfalls betroffen – und erklärte: „Wir haben umgehend Notfallbetreuungsteams nach Bad Arolsen geschickt, um den Angehörigen, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften beizustehen. Ein Team aus der Schule ist auf dem Weg nach Berlin, um den Jugendlichen vor Ort sowie ihren Eltern zur Seite zu stehen. Neben der Aufklärung dieses Vorfalls ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler über die traumatischen Erlebnisse sprechen können.“ Auch der hessische Innenminister Peter Beuth betonte: „Die Behörden vor Ort tun alles Denkbare zur Aufklärung dieses Vorfalls. Die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Polizei ermitteln mit Hochdruck in alle Richtungen. Mein Dank gilt den engagierten Kräften in der Bundeshauptstadt für ihren Einsatz.“

Berlin: Autofahrer rast in Menschengruppe - Innensenatorin dementiert Bekennerschreiben

+++ 16.45 Uhr: Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger hat dem Bericht der Berliner Zeitung, wonach ein Bekennerschreiben im Auto gefunden worden sei, widersprochen. Es seien lediglich Plakate gefunden worden. „Es sollen Plakate sein, wo er sich über die Türkei äußert“, erklärte Spranger.

+++ 16.40 Uhr: Eine Lehrerin aus Hessen ist bei dem Vorfall mit einem Auto in Berlin ums Leben gekommen. Die Frau sei mit einer zehnten Klasse einer Schule aus dem nordhessischen Bad Arolsen in Berlin gewesen, teilte die hessische Landesregierung am Mittwoch mit. Ein Autofahrer war nahe der Berliner Gedächtniskirche mit seinem Wagen in eine Menschenmenge gefahren.

+++ 15.45 Uhr: Offenbar wurde im Auto des tödlichen Vorfalls in Berlin ein Bekennerschreiben gefunden. Das berichtet die Berliner Zeitung mit Verweis darauf, dass das Motiv des Fahrers weiterhin unklar sei. Allerdings soll es keine politische Motivation gegeben haben. Die Ermittlungsbehörden gehen laut Bericht von einer Amokfahrt aus, hingegen nicht von einem Terroranschlag.

Berlin: Autofahrer rast in Menschengruppe - Klasse stammt aus Nordhessen

+++ 15.00 Uhr: Laut Informationen unserer Redaktion stammt die in den tödlichen Vorfall involvierte Schulklasse aus Bad Arolsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) in Nordhessen. Zuvor war bekannt geworden, dass offenbar zwei Lehrer der Klasse in Berlin verletzt wurden (s. Update v. 13.45 Uhr).

+++ 14.45 Uhr: Nach dem tödlichen Auto-Vorfall in Berlin ist ein Team der Notfallseelsorge vor Ort. Pfarrer Justus Münster, Beauftragter der evangelischen Landeskirche für die Berliner Notfallseelsorge, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochmittag, es seien elf Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz. Nach seinen Angaben war auch der Koordinator für die Notfallseelsorge im Erzbistum Berlin, Bruder Norbert Verse, dabei. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte der dpa vor Ort, an der Gedächtniskirche sei eine Stelle für die psychosoziale Notfallversorgung von Zeuginnen und Zeugen eingerichtet worden.
Auf der beliebten Einkaufsmeile nahe der Berliner Gedächtniskirche war am Vormittag ein Auto in eine Menschengruppe gefahren - eine Frau starb, viele weitere wurden verletzt.

+++ 14.00 Uhr: Unter den Opfern des tödlichen Vorfalls in Berlin ist laut Polizeiangaben eine Schulklasse (s. Update v. 13.45 Uhr). Diese kommt offenbar aus Hessen, wie eine Reporterin des Nachrichtenportals t-online auf Twitter berichtet. Zwei Lehrer der Klasse zählen offenbar zu den Opfern. Das berichtet eine Augenzeugin der Reporterin.

+++ 13.45 Uhr: Vom tödlichen Auto-Vorfall in Berlin ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Schülergruppe betroffen. Die Polizei machte am Mittwoch zunächst keine Angaben dazu und verwies auf Angehörige, die noch informiert werden müssten. Auf Twitter gab die Behörde eine Möglichkeit bekannt, wie sich Angehörige informieren können: „Unsere Personenauskunftsstelle für Angehörige ist erreichbar unter 030 - 84854460“, hieß es. Bei dem Todesopfer handelt es sich um eine Frau. Die Schülergruppe kam nach dpa-Informationen nicht aus Berlin.

Berlin: Auto fährt in Menschenmenge – Polizei nennt Details zu Ablauf

+++ 13.15 Uhr: Wenige Stunden nach dem tödlichen Vorfall durch einen Autofahrer in Berlin wird der genaue Ablauf klarer. Wie die Polizei mitteilte, fuhr der Mann gegen 10.26 Uhr seinen Renault-Kleinwagen an der Straßenecke Ku‘damm und Rankestraße auf den Bürgersteig des Ku‘damms und in eine Menschengruppe. Dann fuhr er den Angaben zufolge zurück auf die Kreuzung und knapp 200 Meter weiter auf der Tauentzienstraße Richtung Osten. Kurz vor der Ecke Marburger Straße lenkte er den Wagen erneut von der Straße auf den Bürgersteig, touchierte ein anderes Auto, überquerte die Marburger Straße und landete im Schaufenster eines Parfümerie-Geschäfts mit der Adresse Tauentzienstraße 16.

Nahe der Kreuzung Kurfürstendamm, Rankestraße und Tauentzienstraße lag nach dem Vorfall eine abgedeckte Leiche. Untersucht wird von der Verkehrspolizei und der Kriminalpolizei, ob es sich um einen Unfall oder um eine vorsätzliche Tat handele, so die Polizei. Dazu müsse auch die Identität des Fahrers des Autos geklärt werden. Die Polizei nahm den Mann vorläufig fest. An der Gedächtniskirche nahe dem Ort des aktuellen Geschehens war im Dezember 2016 ein islamistischer Attentäter in einen Weihnachtsmarkt gefahren. Damals starben zwölf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt.

+++ 12.35 Uhr: Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat sich schockiert über den Vorfall mit einem Toten und mehreren Verletzten in der Nähe der Gedächtniskirche gezeigt. „Ich bin in der Lagezentrale und informiere mich laufend. Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei allen Betroffenen!“, twitterte Spranger am Mittwochmittag. „Ich bin schockiert über den Vorfall in Charlottenburg.“

Aktuell ist nach Angaben der Polizei Berlin auch ein Hubschrauber im Einsatz, mit dessen Hilfe sich die Einsatzkräfte einen Überblick über die Lage verschaffen wollen. Auch ein Rettungshubschrauber war zu sehen. Die Polizei ist derzeit nach eigenen Angaben mit rund 130 Kräften im Einsatz. Das Fahrzeug sei vor Ort sichergestellt worden.

Auto fährt in Menschenmenge in Berlin: Ein Toter und dutzende Verletzte – Fahrer festgenommen

+++ 12.00 Uhr: Die Polizei in Berlin hat einen Mann festgenommen, der am Mittwochvormittag mutmaßlich mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren ist. Das sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Mittwochvormittag vor Ort. Der Mann sei zunächst von Passanten festgehalten worden. Details zum mutmaßlichen Fahrer nannte der Polizeisprecher zunächst nicht. Er werde vernommen und es werde geprüft, ob es sich um eine vorsätzliche Tat oder einen Verkehrsunfall handle, oder ob auch ein medizinischer Notfall in Betracht komme.

+++ 11.40 Uhr: Der Pressesprecher der Berliner Polizei, Thilo Cablitz, hat ein Statement abgegeben: „Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob es sich um eine Vorsatztat oder einen Verkehrsunfall handelt.“ Der mutmaßliche Fahrer des Fahrzeugs wurde von der Polizei vor Ort festgehalten. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz und versorgten die Verletzten. Die Umgebung war weiträumig abgesperrt. „Aktuell befinden sich rund 60 Einsatzkräfte vor Ort oder sind auf der Anfahrt“, twitterte die Feuerwehr. Zunächst hatte die Feuerwehr von 30 Verletzten gesprochen. Auf einem Foto, das im Internet gepostet wurde, war ein Pkw zu sehen, der im Schaufenster eines Geschäfts steht.

+++ 11.30 Uhr: Laut Angaben der Berliner Feuerwehr gibt es insgesamt rund 30 Verletzte.

+++ 11.20 Uhr: Die Berliner Feuerwehr ist derzeit mit 60 Einsatzkräften vor Ort. Auch die Polizei befindet sich in einem Großeinsatz. Die Beamten teilen via Twitter mit: „Ob es sich um einen Unfall handelt oder vorsätzliches Handeln, ist noch nicht bekannt. Einsatzkräfte halten den Mann, der gefahren sein soll, vor Ort fest.“

Berlin: Auto rast in Menschenmenge – ein Mensch stirbt

Update vom Mittwoch, 8. Juni, 11.10 Uhr: Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurde ein Mensch getötet und acht Menschen verletzt. Bislang ist unklar, um was für ein Fahrzeug es sich gehandelt hat, das mutmaßlich am Mittwochmorgen in eine Menschenmenge in Berlin gefahren ist.

Erstmeldung vom Mittwoch, 8. Juni, 10.55 Uhr: Berlin – In der Rankestraße in Berlin-Charlottenburg ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Das bestätigte die Feuerwehr am Mittwoch (8. Juni) dem RBB. Nach ersten Angaben der Polizei soll sich der Vorfall am Mittwochmorgen nahe der Gedächtniskirche und dem Ku‘damm ereignet haben. Laut dpa-Informationen könnte es sich um einen Lastwagen gehandelt haben.

Mindestens zehn Menschen seien demnach verletzt worden. Weitere Informationen waren zunächst nicht bekannt. (iwe/tu/kh/skr mit dpa/AFP)

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