Beamte hielten sie für geistig verwirrt

Polizei erkannte Schlaganfall nicht: Patientin in Zelle statt im Krankenhaus

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Muss mühsam wieder das Sprechen erlernen: Logopädin Hanna Kleine (links) aus dem Team der Praxis um Beate Petzoldt hilft der Patientin Monika Harmes-Lipera, dass sie sich nach ihrem Schlaganfall wieder verständigen kann.

Ein Alptraum mit schweren Folgen: Als die 70-jährige Monika Harmes-Lipera in der Straßenbahn in Kassel einen Schlaganfall erlitt, bekam sie anstatt schneller Hilfe einen Platz in einer Zelle. 

Kassel - Im vergangenen Juni erlitt die Frau am helllichten Tag und mitten in Kassel einen Schlaganfall. Sie konnte nicht mehr sprechen, die Finger nicht bewegen, also auch nicht schreiben, oder sich auf andere Weise verständlich machen. Erst sieben Stunden später erhielt sie medizinische Hilfe. Und das, obwohl sie sich zuvor mehrere Stunden lang in polizeilicher Obhut befand.

Warum haben die Beamten den Schlaganfall nicht erkannt?  

"Das war unterlassene Hilfeleistung mit schweren gesundheitlichen Folgen", sagt Harmes-Lipera, die 30 Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet hat. Es müsse doch bekannt sein, dass bei einem Schlaganfall "jede Minute der Verzögerung schwere Schäden für die Betroffenen nach sich ziehen" kann. Bei Frau Harmes-Lipera wäre die Schädigung des Sprachzentrums möglicherweise nicht so gravierend ausgefallen, wäre sie früher behandelt worden, sagt die behandelnde Logopädin Beate Petzoldt. 

Bis heute kann sich die 70-jährige nur mühsam und nur schwer verbal verständlich machen. Mit ihrem Protest möchte sie „eine Verbesserung der Aufmerksamkeit von Polizisten im täglichen Dienst“ bewirken.

Warum ein Ermittlungsverfahren gegen neun Polizisten eingestellt wurde und warum schnelle Hilfe bei Schlaganfällen wichtig ist, lesen Sie bei hna.de*.

Von Jörg Steinbach und Christina Hein 

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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