Tote und Verletzte

Paketbomben: Rätselhafte Explosionsserie in Texas

+
Polizisten und FBI-Agenten untersuchen den Tatort. Foto: Jay Janner/Austin American-Statesman via ZUMA

Wieder explodiert ein Paket in Texas: Steht der Vorfall im Zusammenhang mit der Serie von Detonationen in der Stadt Austin? Diesmal ging der Sprengsatz in einem Kurierzentrum hoch.

Austin (dpa) - Im US-Staat Texas ist am Dienstag eine fünfte Paketbombe binnen weniger Wochen detoniert. Im Kurierunternehmen FedEx in der Kleinstadt Schertz explodierte um 0.25 Uhr Ortszeit ein Paket auf einem Förderband, wie die Polizei mitteilte.

Der Ort liegt nahe San Antonio und befindet sich eine gute Autostunde von Austin entfernt. Dort waren in einer Bombenserie seit Beginn des Monats zwei Menschen getötet und vier verletzt worden.

Die Ermittler in Schertz erklärten am Vormittag auf einer Pressekonferenz, nach der Explosion sei eine Mitarbeiterin im Krankenhaus behandelt worden, weil sie über ein Klingeln in den Ohren geklagt habe. Sie sei bereits wieder entlassen worden.

Wohin das Paket adressiert war, wollte die Polizei nicht sagen. Der Polizeichef der Stadt, Michael Hansen, erklärte, das FedEx-Kurierzentrum sei nicht das Ziel der Paketbombe gewesen. Lokale Medien hatten zuvor berichtet, das Paket sei in Austin aufgegeben worden und an einen Adressaten in Austin unterwegs gewesen.

Die Zeitung "Austin American-Statesman" zitierte eine FBI-Sprecherin mit den Worten, man untersuche den Vorfall in Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung in der Großstadt. Die Sender Fox San Antonio und KSAT-TV berichteten unter Berufung auf Ermittler, das Paket in Schertz habe Nägel und kleine Metallteile enthalten. Die Polizei wollte dies auf der Pressekonferenz nicht bestätigen.

Am Dienstagmorgen wurde in einer anderen FedEx-Niederlassung nahe dem Flughafen von Austin ein weiteres verdächtiges Paket entdeckt. Die Polizei untersuchte den Vorfall, wie die Behörde auf Twitter mitteilte.

Im März waren in Austin drei Paketbomben hochgegangen. Sie töteten zwei Menschen, zwei wurden schwer verletzt. In der Nacht zu Montag explodierte eine vierte Bombe. Sie wurde in einem Wohnviertel am Straßenrand abgelegt und von zwei Männern ausgelöst, die dort ihre Fahrräder entlang schoben. Beide wurden verletzt.

Die Polizei hatte nach dieser Tat mit einem Stolperdraht von einem deutlich höheren Level der Bedrohung gesprochen. Die Ermittler sahen einen Zusammenhang zwischen den ersten vier Bomben und sprachen von einem Serientäter. Für Hinweise sind insgesamt 115.000 Dollar Belohnung ausgesetzt.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben bisher keine Erkenntnisse über Hintergründe der Taten oder ein Motiv. In einem ungewöhnlichen Schritt rief sie den oder Täter öffentlich dazu auf, Kontakt aufzunehmen. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag im Weißen Haus, man müsse den oder die Täter so schnell wie möglich finden. Wer so etwas tue, sei krank.

Nach den ersten drei Bomben hatten die Ermittler unter anderem ein rassistisches Motiv vermutet, weil die Opfer Afroamerikaner und eine Frau hispanischen Ursprungs waren. Die vierte Bombe passte aber nicht in dieses Muster, weil sie anders als die Pakete nicht genau adressiert war und jeden hätte treffen können.

Austin ist die Hauptstadt des Bundesstaates Texas und hat etwa 800.000 Einwohner.

Bericht Austin American-Statesman

Polizei von Austin auf Twitter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare