Größte Mordserie der Nachkriegsgeschichte

Ex-Krankenpfleger Niels Högel: Urteil im Mordprozess gefallen 

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Das Landgericht Oldenburg hat den Serienmörder und Ex-Pfleger Niels Högel wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Seine Taten sorgten bundesweit für Aufsehen, nun ist das Urteil im Prozess gegen den Ex-Krankenpfleger Niels Högel gefallen.

Update vom 11. Juni:

Nach seiner Verurteilung wegen weiterer 85 Patientenmorde hat der Ex-Krankenpfleger Niels Högel Revision eingelegt. Das teilte das Landgericht in Oldenburg am Dienstag mit. Die Richter in der niedersächsischen Stadt hatten den 42-Jährigen am Donnerstag wegen einer beispiellosen Mordserie in zwei Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst in den Jahren 2000 bis 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Ob darüber hinaus auch die Staatsanwaltschaft oder Nebenkläger das Urteil anfechten, war der Pressestelle des Gerichts nach eigenen Angaben zunächst unbekannt. Die Frist dafür endet am Donnerstag. Die Anklage hatte eine Verurteilung wegen 97 Morden gefordert. Die Vertreter der Nebenklage hatte hinreichende Beweise für 99 Taten gesehen und außerdem die Anordnung der Sicherungsverwahrung verlangt.

Bei einer Revision prüft der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, ob das verurteilende Gericht rechtlich korrekt arbeitete. Diese Überprüfung dauert üblicherweise Monate.

+++Update vom 6. Juni 2019+++ Ex-Pfleger Högel wegen weiterer 85 Patientenmorde verurteilt. 

Das Landgericht Oldenburg hat den Ex-Pfleger Niels Högel (42) wegen Mordes in 85 Fällen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Zugleich stellte die Kammer am Donnerstag die besondere Schwere der Schuld fest. Das schließt eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren aus. Zudem wurde Högel mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt. Högel tötete seine Opfer von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst.

Die Anklage hatte in ihrem Plädoyer lebenslange Haft wegen weiterer 97 Morde gefordert. Auch die Verteidigung sprach sich in ihrem Schlussantrag für eine lebenslange Haftstrafe aus, aber wegen 55 Morden und 14 Mordversuchen.

Verteidigung fordert lebenslange Haft für Ex-Krankenpfleger Niels Högel: Urteil am Donnerstag erwartet 

Erstmeldung vom 5. Juni 2019:

Oldenburg - Nach rund sieben Monaten soll am Donnerstag der Prozess um die beispiellose Mordserie des ehemaligen Krankenpflegers Niels Högel in zwei niedersächsischen Krankenhäusern enden. Das Landgericht in Oldenburg verkündet dann sein Urteil gegen den 42-Jährigen, dem die Anklage weitere 97 Morde an Intensivpatienten vorwirft. 

Högel selbst entschuldigte sich am Mittwoch in seinem letzten Wort vor Gericht bei allen Betroffenen für seine "schrecklichen Taten". Er bereue die Taten und schäme sich. Die Öffentlichkeit rief er auf, Ärzten und Pflegern zu vertrauen. Er sei ein Einzelfall.

Im Prozess um die beispiellose Mordserie des früheren Krankenpflegers Niels Högel hat am Mittwoch auch die Verteidigung auf eine lebenslange Haftstrafe plädiert. Sie ging nach Angaben einer Sprecherin des Landgerichts in Oldenburg zum Abschluss des rund siebenmonatigen Prozesses gegen ihren Mandanten von 55 Morden sowie 14 versuchten Morden aus. In 31 der 100 angeklagten Fälle forderte sie Freispruch.

Urteil gegen Ex-Krankenpfleger Niels Högel erwartet 

Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe wegen 97 Morden und sieht die besondere Schwere der Schuld als gegeben an. Der bereits wegen sechs Patiententötungen zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilte Högel muss sich wegen weiterer 100 Morde verantworten, die er von 2000 bis 2005 in zwei niedersächsischen Kliniken verübt haben soll.

Der frühere Intensivpfleger soll Patienten eigenmächtig Medikamente verabreicht haben, um lebensgefährliche Zustände auszulösen und sie wiederzubeleben. Viele Opfer starben dabei. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft beging er die Taten, um Kollegen und Vorgesetzte zu beeindrucken und sich als mutmaßlicher "Retter" feiern zu lassen.

Nach einem versuchten Sexualdelikt an einem jungen Mädchen sucht die Polizei Düsseldorf nun mit einem Foto nach dem Täter. Die Beschreibung des Mannes ist ungewöhnlich. In der aktuellen Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ erhoffen sich Ermittler wieder Hinweise in vielen Kriminalfällen. Wurde Sandra G. von einer Brücke gestoßen? 

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