Erstes Wiesn-Wochenende: 850.000 Besucher

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Das erste Wiesn-Wochenende lockte 850.000 Besucher an.

München - Nach Schätzung der Festleitung kamen am ersten Wiesn-Wochenende rund 850 000 Gäste - in früheren Jahren war es meist eine Million. Der Grund dafür:

Der Regen hatte wohl ein paar Besucher abgeschreckt. Trotzdem wurde auf dem größten Volksfest der Welt praktisch genauso viel Bier getrunken und genauso viel gegessen wie sonst. Zum Auftakt gab es aber nur halb so viele „Bierleichen“ wie im Vorjahr: 36 Besucher mussten mit einer Alkoholvergiftung behandelt werden.

Knapp eine Million Maß Bier rannen durch durstige Kehlen. Der Liter kostet heuer über 9 Euro, die Spanne reicht von 9,10 bis 9,50 Euro. Außerdem verzehrten die Gäste Abertausende Hendl und neun Ochsen. Polizei und Bayerisches Rotes Kreuz meldeten einen ruhigen Start. „Wir sind sehr zufrieden, es gab keine großen Vorkommnisse“, sagte der Festleiter und Münchner Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) am Sonntag.

Das Bier fließt - "O'zapft is"

Das Bier fließt - "O'zapft is"

Am Sonntag prägten bei bestem Wetter Trachtler und Schützen aus vielen Teilen Deutschland und dem Ausland das Bild. Sie waren in einem der weltgrößten Trachtenumzüge zum Festgelände marschiert. Weit mehr als 10.000 Menschen säumten die Straßen, als rund 9000 Trachtler, Schützen, Goaßlschnalzer und Musikanten zur Festwiese zogen. „Da merkt man schon, dass das Thema Brauchtumspflege in München einen ganz hohen Stellenwert hat“, sagte Reiter.

Viele Gäste besuchten nicht nur die Wiesn, sondern auch das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) im Südteil des Festgeländes. Die Schau der Bauern findet alle vier Jahre in der ersten Wiesnwoche statt.

Mit dem traditionellen Ruf „Ozapft is“ hatte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag das Volksfest eröffnet. Während Böllerschüsse über die Theresienwiese dröhnten, reichte er Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die erste frisch gezapfte Maß, um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Erneut brauchte Ude nur zwei Schläge, um den Zapfhahn in das Spundloch zu treiben. Es ist Udes 20. und vorletzte Wiesn als Oberbürgermeister. Er tritt 2013 bei der Landtagswahl gegen Seehofer um das Amt des bayerischen Regierungschefs an. 2014 will dann Wirtschaftsreferent Reiter Münchner OB werden.

Gäste ließen sich Stimmung nicht verderben

Der Samstag verregnete vor allem den Fahrgeschäften das Geschäft. Während die Menschen draußen mit Regenschirmen und Mänteln Sturmböen und Regengüssen trotzten, ließen sich die Gäste in den Zelten die Stimmung nicht verderben. Ein „Prosit der Gemütlichkeit“ schallte durch das Anzapfzelt Schottenhamel, das dem Regen teilweise nicht mehr ganz standhielt: In der Ratsboxe spannten Besucher Schirme auf, um sich vor Tropfen zu schützen.

Wahre Fans konnte auch das Wetter nicht abschrecken. Schon in der Morgendämmerung hatten vor den Bierzelten Trauben von Menschen in Dirndln und Lederhosen auf den Einlass gewartet. Am Sonntag wurden Gäste, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte entschädigt - ruhiges Herbstwetter lockte zahlreiche Gäste an.

Zumindest zum Auftakt gab es nur halb so viele „Bierleichen“ - so werden die Alkoholopfer umgangssprachlich genannt - wie im Vorjahr. 36 Besucher mussten mit Alkoholvergiftung behandelt werden, im Vorjahr waren es 63. Die erste „Bierleiche“ gab es drei Stunden nach dem Anstich. In anderen Jahren brachen Trinker schon zusammen, bevor das Fest überhaupt eröffnet war.

Weniger Scherben durch Glasflaschenverbot

Trotz des Glasflaschenverbots sammelten Kontrolleure bei zahlreichen Besuchern Bierflaschen ein. Das Verbot gilt dieses Jahr erstmals - in den vergangenen Jahren hatte es durch Scherben viele Verletzungen gegeben.

Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden bis zum 7. Oktober auf der Wiesn erwartet. Im vergangenen Jahr kamen rund 6,9 Millionen Menschen zum Oktoberfest, sie tranken 7,5 Millionen Maß Bier und verspeisten eine halbe Million Brathendl plus 70.000 Schweinshaxen und 200 Ochsen und Kälber.

dpa

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