Norwegen-Killer stellt Forderungen

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Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat den Rücktritt der Regierung in Oslo und eine Untersuchung seiner geistigen Gesundheit durch japanische Spezialisten verlangt.

Oslo - Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat den Rücktritt der Regierung in Oslo und eine Untersuchung seiner geistigen Gesundheit durch japanische Spezialisten verlangt.

Sein Anwalt Geir Lippestad sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, sein Mandant habe ihm eine lange Liste mit “unrealistischen“ Forderungen übergeben.

Von deren Erfüllung will Breivik abhängig machen, ob er Informationen über zwei Terrorzellen preisgibt, mit denen er in Kontakt gestanden haben will. Als Begründung für seine Forderung nach japanischen Spezialisten habe er gesagt, diese verstünden “die Idee und den Wert der Ehre“. Zudem habe er eine umfassende politische Reform verlangt, bei der ihm eine Schlüsselrolle zugewiesen werden solle. “Seine Forderungen beinhalten den geschlossenen Umsturz der norwegischen und europäischen Gesellschaften“, sagte Lippestad. “Das zeigt, dass er nicht versteht, in welcher Situation er sich befindet.“

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Bei einem von Breivik verübten Doppelanschlag am 22. Juli waren insgesamt 77 Menschen ums Leben gekommen. Der 32-Jährige gestand die Taten und erklärte, diese seien Teil einer Kulturrevolution gegen eine “Islamisierung“ Europas. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Attentäter von anderen Rechtsextremisten Hilfe erhalten habe, erklärten Ermittler.

Unterdessen hat die Polizei ihre Ermittlungen am Schauplatz des Bombenanschlags im Osloer Regierungsviertel beendet, wie Staatsanwalt Christian Hatlo am späten Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt gab. Die Sicherung von Beweismitteln auf Utöya dauerte jedoch noch an. Rettungskräfte hätten nun begonnen, das Jugendlager auf der Insel zu säubern und persönliche Gegenstände der Opfer einzusammeln und zurückzugeben, sagte Hatlo.

ap

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