Familienbande

Nach Doppelmord von Höfen vierter Tatverdächtiger gefasst

Königsdorf - Der grausame Doppelmord von Höfen bei Bad Tölz scheint nach fünf Wochen so gut wie aufgeklärt zu sein. Auch der vierte dringend Tatverdächtige wurde gefasst. Das Verbrechen dürfte die Tat einer Familienbande sein.

Fahndungserfolg im Doppelmordfall von Höfen bei Bad Tölz: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist jetzt auch der vierte dringend Tatverdächtige gefasst worden. Die Polizei teilte am Montag mit, dass das Gewaltverbrechen „weitestgehend aufgeklärt“ sei. Es stellt sich demnach als Tat einer Familienbande dar. Eine polnische Pflegerin, ihr Sohn und ihr Bruder sollen daran beteiligt gewesen sein.

Nähere Informationen zur Aufklärung der Tat wollten die Ermittler am Mittag bei einer Pressekonferenz in Weilheim bekanntgeben. Dazu wurden auch der Leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke und Polizeipräsident Robert Kopp erwartet.

In einem Haus im Weiler Höfen der Gemeinde Königsdorf waren in der Nacht zum 23. Februar eine Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und ein Mann (81) aus Nordrhein-Westfalen ermordet worden - beide Bekannte der überlebenden 76 Jahre alten Hausbesitzerin. Die Ermittler gehen von zweifachem Raubmord und von Mordversuch aus.

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Drei Tatverdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft, darunter die Pflegerin, die in dem Haus der einzigen Überlebenden zeitweise beschäftigt war, und ihr 23-jähriger Sohn. Bei dem nun Festgenommenen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den sechs Jahre jüngeren Bruder der 49-Jährigen. Der Sohn der Pflegekraft war Ende Februar im polnischen Stettin festgenommen worden. Nach Überzeugung der Polizei war er ebenso wie der nun nach dpa-Informationen in Polen festgenommene Onkel des 23-Jährigen unmittelbar an der Tat beteiligt.

Mitte Februar hatten Fahnder im südostpolnischen Rzeszow einen 32-Jährigen ebenfalls unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der Mann war nur wenige Stunden nach dem Verbrechen mit zwei Verdächtigen an einer Raststätte der Autobahn von Garmisch-Partenkirchen nach München (A95) von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Die Pflegerin, die sich zeitweise um den inzwischen verstorbenen Mann der Hausbesitzerin gekümmert hatte, sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft. Sie war in Brandenburg festgenommen worden. Über ihre mutmaßliche Tatbeteiligung teilten die Ermittler bislang nichts mit. Sie dürfte zumindest als Informantin der Haupttäter gelten.

Die Hausbesitzerin war von ihren Peinigern schwer verletzt zurückgelassen und erst drei Tage später von der Polizei gefunden worden. Sie liegt nach wie vor im Krankenhaus. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier hat sich ihr Gesundheitszustand zwar gebessert. Vernehmungsfähig ist die Seniorin aber noch immer nicht.

Der grausame Überfall, der auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ aufgerollt wurde, hatte die Menschen im bayerischen Oberland erschüttert. Die Polizei sprach von einer „schockierenden und sehr brutalen Tat, die für die Region einzigartig ist“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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