Knapp der Todesstrafe entkommen

Nach 19 Jahren Haft in Indonesien: Französischer Drogenschmuggler zurück in Europa 

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Michael Blanc mit seiner Mutter Helene Le Touzey

Weihnachten 1999 war der französische Drogenschmuggler Michael Blanc am Flughafen auf Bali mit 3,8 Kilogramm Haschisch erwischt worden. Erst 19 Jahre später darf er als freier Mann zurück nach Hause.

Paris - Nach 19 Jahren ist der in Indonesien als Drogenschmuggler verurteilte Franzose Michael Blanc zurück in Europa. Der 45-Jährige landete am Sonntagmittag auf dem Genfer Flughafen, wie der frühere Bürgermeister seines Heimatorts Bonneville, Martial Saddier, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Saddier ist ein Freund der Familie und war in die jahrelangen Bemühungen eingebunden, den 1999 verhafteten Blanche aus indonesischer Haft freizubekommen.

"Er ist gut in Genf angekommen", sagte Saddier. Blanc werde nun zunächst für ein paar Tage an einem geheimen Ort bleiben, bevor er öffentlich in Erscheinung trete. Der ehemalige Koch hatte Indonesien am Samstag in Begleitung seiner Mutter Hélène Le Touzey verlassen, nachdem seine Bewährungszeit abgelaufen war.

Er war an Weihnachten 1999 am Flughafen der Urlaubsinsel Bali mit 3,8 Kilogramm Haschisch gefasst worden. Während seines Prozesses entkam er lediglich knapp der Todesstrafe und wurde zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Fall löste in Frankreich große Empörung aus und war auch Thema auf höchster politischer Ebene.

Nicht zuletzt durch die unermüdlichen Bemühungen seiner Mutter wurde seine Strafe 2008 auf 20 Jahre verringert. 2014 gelang es mit ihrer Hilfe, Blancs Freilassung auf Bewährung durchzusetzen - ein äußerst seltener Fall für einen wegen Drogen verurteilten Ausländer in Indonesien. Während einer vierjährigen Frist musste Blanc zunächst weiter im Land bleiben. Diese lief am Samstag ab.

Indonesien hat mit die schärfsten Anti-Drogen-Gesetze der Welt, häufig wird die Todesstrafe verhängt. Nach Angaben von Aktivisten sitzen in dem südostasiatischen Land derzeit 70 Menschen wegen Drogendelikten in Todeszellen, darunter sind 42 Ausländer.

Lesen Sie auch: Ein Jahr Haft für Joint rauchen am Strand.

afp

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