Rock-Fans aufgepasst!

Musikfestival „Rock am Ring“ kehrt zum Nürburgring zurück

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Das Musikfestival „Rock am Ring“ kehrt 2017 zum Nürburgring zurück.

Frankfurt/Main - Das Musikfestival „Rock am Ring“ zieht an seinen früheren Austragungsort zurück. Die Entscheidung der Veranstalter sechs Monate vor der nächsten Auflage kommt überraschend.

Das Musikfestival „Rock am Ring“ kehrt nach zwei Jahren an den Nürburgring zurück. Diese Entscheidung sei unausweichlich, teilten die Veranstalter, die Marek Lieberberg Konzertagentur sowie Live Nation, am Montag in Frankfurt mit. Das Event müsse langfristig zukunftsfähig gestaltet werden. Der Flugplatz Mendig als Standort von 2015 und 2016 sei nicht mehr haltbar. Dort stellten die „ständig erweiterten Auflagen der Naturschutzbehörden im Hinblick auf Umwelt-, Arten- und Gewässerschutz“ die Wirtschaftlichkeit infrage. Die rund 40.000 Karten, die bereits für die kommende Auflage verkauft wurden, behalten ihre Gültigkeit.

Das traditionsreiche Festival, zu dem Jahr für Jahr Zehntausende Fans kommen und bei dem schon Größen wie Joe Cocker, David Bowie und Bob Dylan auftraten, kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück. Es wird vom 2. bis 4. Juni 2017 wieder dort über die Bühne gehen, wo es einst bekannt wurde und Musikgeschichte schrieb. In einem Newsletter des Nürburgrings hieß es am Montag: „Willkommen Zuhause“.

Zur zwischenzeitlichen Trennung war es gekommen, weil sich die damals neuen Besitzer der Asphaltschleife in der Eifel nicht mit Lieberberg auf eine Zusammenarbeit einigen konnten. Es folgte der Umzug des Festivals in das nur rund 30 Kilometer entfernte Mendig.

Am Nürburgring könne man sich auf die Kernaufgabe konzentrieren, begründeten die Veranstalter am Montag den Umzug an den früheren Standort. Der Ring-Betreiber habe sich glaubwürdig und zu beiderseits annehmbaren Bedingungen um eine Rückkehr bemüht.

Blitzeinschläge und Umzug - drei Jahrzehnte „Rock am Ring“

Musik, Bier und Zelten - das sind die Markenzeichen des Festivals „Rock am Ring“. Hier ein kleiner Blick auf die Geschichte:

1985: Die Stars bei der „Rock am Ring“-Premiere mit 18 Bands und einer Bühne sind Joe Cocker, U2 und Chris de Burgh. Es kommen 75.000 Menschen - ausverkauft. Anfangs war „Rock am Ring“ nur als einmalige Veranstaltung gedacht.

1989/1990: Das Rock-Spektakel legt eine zweijährige Pause ein. Den Veranstaltern zufolge ließen sich keine attraktiven Headliner finden. Die Zuschauerzahlen waren allerdings auch hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

1991: Zum Neubeginn des zweitägigen Rock-Events kommen INXS, Toto, Fury in the Slaughterhouse und 51.000 Fans.

1995: Das Zwillings-Festival „Rock im Park“ wird ins Leben gerufen, findet zunächst aber in München statt. Zwei Jahre später zieht es nach Nürnberg.

1996: Erstmals wird an drei Tagen gerockt. Seit 1985 hat sich die Zahl der Künstler mehr als verdoppelt: 43 sind nun dabei - darunter Bryan Adams, Die Toten Hosen und Rage Against The Machine.

1999: Das Festival wächst stark: 93 Künstler treten zum ersten Mal auf drei Bühnen auf. Die Zuschauerzahl wächst in den folgenden Jahren auf bis zu 80.000.

2001: Die Ausmaße des Events werden noch größer: 13 Campingplätze mit zusammen drei Millionen Quadratmetern Fläche sind mittlerweile für die Rockfans ausgewiesen.

2015: Nach einem Streit zwischen Festival-Veranstalter Marek Lieberberg und den neuen Nürburgring-Besitzern geht das Festival erstmals auf dem ehemaligen Flugplatz in Mendig über die Bühne. Die Fans ziehen mit um - alle 90.000 Tickets werden verkauft. Bei Gewittern werden 33 Menschen durch Blitzeinschläge verletzt.

Juni 2016: Auch bei der zweiten Auflage des Festivals in Mendig ziehen schwere Unwetter auf. Etwa 70 Menschen werden durch Blitze verletzt, das Festival wird nach dem zweiten Tag abgebrochen. Die Verbandsgemeinde Mendig entzieht die Genehmigung für die Fortsetzung.

Dezember 2016: Das Festival zieht 2017 zurück an seinen langjährigen Standort Nürburgring.

Lesen Sie auch: Rock am Ring & Rock im Park 2017: Headliner und erste Bands bekannt

dpa

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