Phänomen am Abendhimmel 

Halbschatten-Mondfinsternis 2020: Augenzeugen reagieren total irritiert 

Am Freitagabend gab es ein besonderes Phänomen am Abendhimmel: Eine partielle Halbschattenfinsternis des Mondes. Doch viele Augenzeugen reagierten irritiert.

  • Heute Abend lohnt ein Blick in den Abendhimmel.
  • Zu bestaunen gibt es eine Halbschattefinsternis des Mondes.
  • Es ist die einzige Mondfinsternis, die 2020 von Deutschland aus sichtbar ist.

Update 21.45 Uhr: Es war die einzige Mondfinsternis, die in diesem Jahr in Deutschland sichtbar sein wird. Doch war da überhaupt was? Viele Augenzeugen zeigen sich irritiert - oder haben zu viel erwartet. Richtig dunkel wurde der Mond nämlich nicht. „So richtig kann ich aber die partielle Halbschattenfinsternis nicht erkennen“, postet ein Fotograf auf Twitter enttäuscht. „Sieht der nicht immer so aus?“, fragt ein anderer Twitter-User. Die Astronomische Vereinigung Augsburg freut sich trotzdem: „Nur eine kleine Halbschattenfinsternis, aber trotzdem viele neugierige Besucher auf der Sternwarte.“

Update 20.30 Uhr: Der Höhepunkt ist rum - der Mond hellt sich langsam wieder auf, nachdem er vom Schatten der Erde gedimmt wurde. Viele nutzen gegen 20 Uhr die Gelegenheit und blickten nach oben in den Abendhimmel. So mancher aber, das liest man auf Twitter heraus, tat sich schwer, einen echten Unterschied zu erkennen. Es war nun mal lediglich eine partielle Halbschattenfinsternis - keine totale. 

Vorfreude steigt: Höhepunkt der Halbschatten-Mondfinsternis um 20.10 Uhr

Update 19.15 Uhr: Auch auf Twitter steigt die Vorfreude auf das Himmelsphänomen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt macht seine Follower auf das Schauspiel aufmerksam - allerdings wenig enthusiatisch: Falls irgendwer wolkenfreien Blick nach Osten hat: „Nachher gibt’s eine sog. Halbschatten-Mondfinsternis. Falls nicht: Auch egal - der Vollmond verdunkelt sich nur minimal.“ Kurz darauf postete das Zentrum aber ein erste Fotos einer Userin:  

Die Volkssternwarte Jena postete enttäuscht: „So wird das nichts mit der Beobachtung der Mondfinsternis - Regen!!!“

Wetterlage vor der partiellen Halbschatten-Mondfinsternis am Freitagabend

Update 16.40 Uhr: Die Spannung steigt, die Teleskope sind ausgerichtet: In rund zwei Stunden beginnt die partielle Halbschattenfinsternis des Mondes. „The Weather Channel“ gibt letzte Informationen zur Wetterlage. Wer hat die besten Chancen auf klare Sicht auf den Mond? Es bleibt dabei: Im Nordosten von Deutschland hat man die besten Möglichkeiten Zeugen des Schauspiels zu werden. Andernorts können Wolken das Vergnügen trüben. 

Halbschattenfinsternis des Mondes: Am 10. Januar 2020 lohnt sich der Blick in den Abendhimmel

Am 10. Januar 2020 sollten sie nach oben schauen. Ganz so spektakulär wie der Blutmond, also die totale Mondfinsternis, die es zuletzt am 21. Januar 2019 zu bestaunen gab, wird es zwar heute nicht. Aber eben doch besonders. 

Am Freitagabend gibt es eine partielle Halbschattenfinsternis des Mondes in Deutschland zu bestaunen. Es wird die einzige Mondfinsternis in diesem Jahr sein, die wir hierzulande sehen können. Allein schon deshalb lohnt sich das Ereignis für Hobby-Astronomen, Nachthimmel-Fans und Mond-Anbeter! 

Normalerweise leuchtet der Vollmond ja recht hell in diesen Tagen, doch am Freitag wirft die Erde einen Schatten auf ihren Trabanten. Kurz nach 18 Uhr unserer Zeit beginnt das Schauspiel. In München beispielsweise erreicht es den Höhepunkt um 20.10 Uhr. Zwei Stunden später ist wieder alles wie vorher.

Mondfinsternis 10. Januar 2020: Das werden wir zu sehen bekommen

Der Mond wird nicht komplett finster, es legt sich vielmehr ein grauer Schatten über ihn. Kurz nach 20 Uhr, zum Höhepunkt des Ereignisses, werden dann aus unserer Perspektive 92 Prozent des Mondes mit diesem Schleier verdeckt sein. Das ist bei klaren Wetterverhältnissen alles mit bloßem Auge zu beobachten. Ein Teleskop braucht es nicht, ist aber natürlich hilfreich. Ein Fernglas tut es aber auch.

Was passiert bei einer partiellen Halbschattenfinsternis des Mondes? 

Die Erde wirft, angestrahlt von der Sonne, einen Schatten auf den Mond. Je gerader die drei auf einer Linie aufgereiht sind, desto weiter taucht der Mond in diesen Erdschatten ein. Wird der Mond nicht von dem Kernschatten der Erde, wie bei einer totalen Mondfinsternis, sondern eben nur von dem Halbschatten erfasst, spricht man von einer partiellen Halbschattenfinsternis. Bei der dritten Mondfinsternis-Kategorie, einer partiellen Mondfinsternis, verdunkeln sich Teile des Mondes total, wie zuletzt am 16. Juli 2019.

Hier erklären wir, was bei einer Sonnenfinsternis passiert - auch da spielt der Mond als dritter Spieler neben Sonne und Erde eine entscheidende Rolle.

Wetter am Freitagabend: Verdecken Regenwolken die Mondfinsternis in Deutschland?

Doch können wir überhaupt etwas davon sehen? Wird der Himmel klar genug sein? Wetter-Experten sind skeptisch. Die Meteorologen von wetter.de befürchten dass Wolken die Ausblick versperren werden. Im Nordwesten Deutschlands seien die Bedingungen besser. Ähnlich prognostizierte es am Donnerstag der Wetter-Experte Jörg Kachelmann. Er erwartet am Abend viele Schauer in weiten Teilen des Landes. Auf Kachelmanns Wetterkarte könnte neben dem Nordwesten jedoch auch der südliche Teil Bayerns sowie Rheinland-Pfalz während der Mondfinsternis einen Regenwolken-freien Himmel haben.

Wann haben wir erneut die Chance, eine Mondfinsternis in Deutschland zu sehen?

Sollten uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen, müssen wir leider geduldig sein. Zwar gibt es am 5. Juni schon die nächste partielle Mondfinsternis - doch von Mitteleuropa aus wird man davon nichts zu sehen bekommen. Das gilt ebenso für die weiteren zwei dieser Mond-Ereignisse 2020.

Am 19. November 2021 wäre zwar theoretisch erneut eine partielle Mondfinsternis in Deutschland zu sehen - jedoch vormittags. Der Zeitpunkt ist ungünstig, weil der Mond da bereits untergeht bzw. bereits untergegangen sein wird. Im Nordwesten könnte man wenigstens noch ein bisschen was davon mitbekommen. 

Weitaus besser sind da die Chancen am 16. Mai 2022 - da können wir dann sogar Zeugen der nächsten totalen Mondfinsternis in Deutschland werden!

Archiv-Video: Die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts

Nochmal etwas ganz anderes ist der sogenannte „Supermond“, den es beispielsweise im vergangenen Februar zu sehen gab. Dieses Jahr dürfen wir uns am 9. Februar darauf freuen. 

Ein weiteres Mond-Phänomen ist der „Pink Moon“, den es zuletzt im April 2019 gab. Eine andere erklärungsbedürftige Mond-Bezeichnung ist der „Blue Moon“ - im Mai 2019 erläuterten wir, was dahintersteckt.

Wirklich jede Mondfinsternis würde aber ein anderes Großereignis im Universum in den Schatten stellen: Der erdnahe Riesenstern Beteigeuze hat dramatisch an Helligkeit verloren. Astronomen deuten es als Vorbote einer Supernova. Wir würden sie als „zweiten Vollmond“ über Wochen am Nachthimmel sehen.

Ein Projekt von Elon Musk und seinem SpaceX-Unternehmen hat gravierende Auswirkungen auf unseren Nachthimmel. Astronomen kritisieren das Programm deutlich. 

Astronomen machten nun eine erstaunliche Entdeckung im Weltall: Im Zentrum der Milchstraße wurden sechs Objekte ausgemacht, die sich bisher nicht einordnen lassen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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