Russland: Dritter Angriff innerhalb einer Woche

Mit Axt und Molotow-Cocktail: Nächster Schüler-Angriff in Russland

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Die Polizei sichert den Ort der Attacke in Ulan-Ude.

Zum dritten Mal innerhalb einer Woche greift ein Schüler in Russland seine Mitschüler an. Diesmal explodiert sogar ein Molotow-Cocktail. Sechs Menschen werden verletzt.

Ulan-Ude - Beim dritten Angriff in einer russischen Schule innerhalb einer Woche hat ein Neuntklässler sechs Menschen verletzt. Der Junge griff am Freitag in Ulan-Ude in der sibirischen Region Burjatien Schüler einer siebten Klasse mit einer Axt an, wie das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte. Außerdem zündete er im Klassenzimmer einen Molotow-Cocktail. Dann sprang er aus dem Fenster.

Zwei der insgesamt sechs Opfer erlitten schwere Verletzungen. Ärzte sagten der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, ein elfjähriges Mädchen sei bei der Attacke schwer am Kopf verletzt worden. Ein anderes Mädchen habe zwei Finger verloren. Außerdem wurden noch drei andere Schüler und eine Lehrerin verletzt. Auch der mutmaßliche Täter sei nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus gebracht worden, wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Ermittler berichtete. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Junge allein handelte. Auf Videoaufnahmen, die die russischen Behörden verbreiteten, sind die verkohlten Wände des Klassenraums und die Reste verbrannter Bücher auf dem Fußboden zu sehen.

Gibt es einen Zusammenhang mit den anderen Attacken?

Erst am Montag hatten zwei Schüler höherer Klassen in der Stadt Perm am Ural Grundschüler mit Messern angegriffen - es gab 15 Verletzte. Am Mittwoch stach ein 16-Jähriger in einer Dorfschule im sibirischen Gebiet Tscheljabinsk auf einen Mitschüler ein.

Der Präsidentenvertreter für Sibirien, Sergej Menjailo, schloss einen Zusammenhang der Vorfälle nicht aus. „Ich bin sicher, dass die Ermittlungen ergeben werden, dass es einen Organisator gibt“, sagte er laut Agentur Interfax. Die Behörden richteten den Blick auf Gruppen in sozialen Netzwerken, die sich mit Amokläufen an Schulen beschäftigen. Solche Gruppen würden gesperrt, kündigte das russische Telekommunikationsministerium an.

dpa / AFP

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