Entscheidung im ersten Prozess

Missbrauchsfall Lügde: Landgericht verkündet erstes Urteil

+
Erstes Urteil im Missbrauchsfall Lügde: Der Angeklagte Heiko V. erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Im Missbrauchsfall im nordrhein-westfälischen Lügde, wo ein Mann vier Kinder sexuell schwer missbrauchte, hat das Landgericht Detmold ein erstes Urteil gesprochen.

Detmold - Im Missbrauchsfall im nordrhein-westfälischen Lügde, wo über mehrere Jahre über 40 Kinder sexuell schwer misshandelt wurden, hat das Landgericht in Detmold ein erstes Urteil gesprochen. Der 49-Jährige wurde am Mittwoch zu einer Haftstrafe auf Bewährung in Höhe von zwei Jahren verurteilt. Hierbei handelt es sich nicht um einen der Hauptverdächtigen, sondern einen Komplizen. Der nun verurteilte Heiko V. habe demzufolge an mindestens vier Misshandlungen der Opfer virtuell per zugeschalteter Webcam teilgenommen und diese verfolgt. Außerdem soll er nicht nur zugesehen haben, wie die Taten vollzogen wurden, sondern teilweise auch dazu angestiftet.

Missbrauchsskandal von Lügde: Prozess gegen Haupttäter steht aus

Neben der zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung muss sich der aus Stade (Niedersachsen) stammende Heiko V. zudem einer Therapie unterziehen. Die Vorsitzende Richterin sparte nicht mit harschen Worten. „Die Taten waren schäbig und menschenverachtend“, sagte Anke Grudder, nachdem sie das erste Urteil im Lügde-Prozess verkündet hat.

Verurteilt wurde Heiko V. wegen Anstiftung und Beihilfe zum sexuellen und schweren Missbrauch von Kindern. Das Gericht blieb bei seiner Entscheidung unter der Forderung der Staatsanwaltschaft: Die Anklage hatte sich für eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ausgesprochen – ohne Bewährung. Im Prozess um den schwerwiegenden sexuellen Missbrauch gegen die Haupttäter wurde das Verfahren gegen V. Ende Juni abgetrennt. Die Urteile gegen die geständigen Personen Andreas V. und Mario S. stehen noch aus. 

Über viele Jahre hinweg sollen Minderjährige in Hunderten von Fällen teilweise schwer sexuell missbraucht und dabei gefilmt worden sein - sowohl auf dem in die Schlagzeilen geratenen Campingplatz in Lügde sowie darüber hinaus in einer Wohnung in Steinheim in (ebenfalls NRW). Weitere Informationen zu dem Missbrauchsskandal gibt es im News-Ticker.

PF

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare