Berchtesgadener Land

Lockdown: Wenn die härtesten Corona-Regeln nicht wirken - Beispiel aus Bayern zeigt es

Deutschland befindet sich im Lockdown. Wirken die Corona-Regeln? Ein Beispiel aus Bayern zeigt: Nach drei Monaten harter Einschränkungen ist nicht alles rosig.

Hamm - Lockdown. Harter Lockdown. Und mittlerweile ist es ein Mega-Lockdown, in dem sich Deutschland befindet. Bund und Länder versuchen alles, um das Coronavirus auszubremsen und die Zahlen der Neuinfektionen nach unten zu bekommen. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
PräsidentFrank-Walter Steinmeier
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)

Erst bei der jüngsten Bund-Länder-Konferenz (19. Januar) einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf noch härtere Corona-Regeln, auf noch mehr Einschränkungen, um möglichst viele Kontakte zu reduzieren. Doch was bringt ein Lockdown überhaupt? Zeigt er die erhoffte Wirkung?

Lockdown in Deutschland: Wie sehr helfen die Corona-Regeln? Kaum Wirkung im Berchtesgadener Land

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken mittlerweile zwar nach und nach. Doch ein Lockdown - ob hart oder mega - ist keine Garantie für einen Rückgang der Infektionen, wie das Beispiel Berchtesgadener Land zeigt.

Die Menschen in besagter Region in Bayern leben im Grunde seit drei Monaten im Lockdown. Es ist damit der längste in ganz Deutschland. Wegen der hohen Inzidenz - zwischenzeitlich lag der Wert über 300 - verhängten Landrat Bernhard Kern und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den faktischen Lockdown.

Die Grenzen zu Österreich wurden dicht gemacht - ebenso wie Schulen, Kitas und Restaurants. Veranstaltungen gab es fortan keine mehr. „Anders geht es nicht“, hatte Markus Söder im Oktober gesagt. Was zunächst für 14 Tage angedacht war, dauert nun bereits drei Monate.

Lockdown in Deutschland: Maßnehmen im Berchtesgadener Land verpuffen - Landrat hat Vermutungen

Gewirkt haben die Maßnahmen kaum. Der Landkreis Berchtesgadener Land erreichte am 9. Januar sogar eine 7-Tages-Inzidenz von 348 - Höchstwert. Aktuell liegt der Wert laut Robert-Koch-Institut bei 181,3 (21. Januar). Damit „ist der Landkreis Berchtesgadener Land erstmals seit Erlass der 15-Kilometer-Regelung wieder unter dem entscheidenden 7-Tage-Inzidenzwert von 200“, teilte das Landratsamt mit.

Bis zum anvisierten Wert von 50 ist es nach wie vor ein weiter Weg - trotz dreimonatigen Lockdowns zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Woran liegt‘s?

„Vielleicht ist doch der eine oder andere dabei, der sagt: ‚Ich will das gar nicht wissen. Ich mache in meinem Leben einfach weiter wie bisher‘“, wird Landrat Bernhard Kern vom Bayerischen Rundfunk (BR) zitiert.

Lockdown zeigt im Berchtesgadener Land nur langsam Wirkung - noch keine Lockerung der Regeln

Was so viel bedeutet wie: Die meisten Menschen scheinen sich nicht um Corona-Regeln und Verbote zu scheren. Sie leben ihr Leben - soweit in Zeiten von geschlossenen Restaurants und nicht-stattfindenden Veranstaltungen möglich - so wie vor der Corona-Pandemie. Oder eben so, als gäbe es das Coronavirus nicht. Einige würden auch ihre Masken nicht gewissenhaft tragen, lautet eine weitere Vermutung. Denn: Echte Corona-Hotspots gibt es im Berchtesgadener Land nicht.

Weshalb die vom Lockdown hart Betroffenen sich die Frage stellen, ob das alles überhaupt nötig gewesen sei. „Für die Gastronomie hat es isoliert betrachtet nichts gebracht“, sagte Gaststätten-Besitzer Christoph Graschberger dem BR. Er meinte aber auch: „Andererseits ist das Infektionsgeschehen so hoch, dass wahrscheinlich kaum Gäste da wären, wenn offen wäre. Insofern kann man sagen: mitgefangen, mitgehangen.“

Klar ist auch: Lockerungen der Corona-Regeln werde es im Landkreis Berchtesgadener Land (noch) nicht geben. „Der erste Schritt hin zu einer Lockerung der Maßnahmen im Berchtesgadener Land ist geschafft. Doch die Aufhebung der 15-Kilometer-Regel ist erst möglich, wenn der Landkreis mindestens 7 Tage in Folge unter dem Inzidenzwert von 200 liegt“, erklärte Landrat Bernhard Kern. In der Hoffnung, bald die anvisierten 50 zu erreichen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Lino Mirgeler

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