Frau erhält Morddrohungen

„Fuchs du hast die Gans gestohlen“: Veganerin machte nur Spaß

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Die Limburgerin war lediglich von dem Lied genervt - es ging ihr weniger darum, dass es ein tierfeindlicher Text sei. 

Limburg - Eine Veganerin wünschte sich ein anderes Glockenspiel einer Kirche, der Bürgermeister kam dem Wunsch nach. Jetzt erhält die Frau Morddrohungen - dabei war das alles nur ein Spaß. 

Das Glockenspiel des Limburger Rathauses wechselt im regelmäßigen Turnus. Vor Kurzem war der Titel „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ an der Reihe. Eine Frau, die unweit des Rathauses arbeitet, war von dem Lied ein wenig genervt und kontaktierte den auf Facebook befreundeten Bürgermeister mit der Bitte, das Lied zu wechseln. 

Das Interessante an der Sache: die Frau ist Veganerin. Die Nachricht erregte große öffentliche Aufmerksamkeit - so groß, dass die Veganerin nun Morddrohungen erhalte, berichtet das Nachrichtenportal mimikama.at. Dabei sei die Bitte eigentlich nur als Scherz gedacht gewesen, erklärt die Frau nun. Sie habe den Bürgermeister gebeten, die Melodie des Glockenspiels zu ändern, da sie es in jeder Mittagspause mitanhören müsse. Daraufhin soll der Bürgermeister gefragt haben, ob der Fuchs nun vegan werden solle. Die Limburgerin erwiderte, der Fuchs solle lediglich nicht erschossen werden. Bürgermeister Hahn kam der Bitte nach und änderte das Lied des Glockenspiels. Das Lied wäre zudem sowieso demnächst wieder gewechselt worden.

Leser reagieren mit Hass und Unverständnis

Die ironisch gemeinte Unterhaltung und die damit verbundene Bitte werden der Limburgerin nun zum Verhängnis. Wegen der Berichterstattung habe der Vorfall - der bereits vor einiger Zeit geschehen sei - viel mehr Aufmerksamkeit erhalten, als erwartet. Nur weil der Bürgermeister während einer Rede diese Anekdote erzählte, gelangte die Geschichte überhaupt an die Öffentlichkeit.

Die bekennende Veganerin erhalte laut mimikama.at nun Morddrohungen und hasserfüllte Anfeindungen. Sie habe bereits ärztliche Hilfe wegen des öffentlichen Drucks in Anspruch nehmen müssen, heißt es.

Und auch in den Kommentaren unserer Erstmeldung finden sich hasserfüllte Wortmeldungen, nicht nur gegen die Limburgerin, sondern generell gegen vegan lebende Menschen. So schreibt ein Nutzer „Einfach nur krank!“. Ein anderer kommentiert: „Ein Bürgermeister mit Cojones hätte diesen Veggizombie einweisen lassen.“ 

Hasserfüllte Kommentare 

Auch diese Kommentare fanden sich unter dem Artikel: „Ich kann mich meinen Vorkommentatoren nur anschließen - wie gehirnamputiert muss man für so eine Klage denn sein“ und „Die junge Dame ist zum Fremdschämen. Ich ernähre mich selbst vegan, und solche Schreihälse finde ich sehr peinlich“. 

Nur wenige Leser ergreifen Partei für die Veganerin und weisen darauf hin, dass es sich weder um eine Klage noch um einen gerichtlichen Prozess gehandelt habe, sondern um eine persönliche Bitte. „Es hilft ungemein, den Artikel erst zu lesen, bevor man kommentiert“, schreibt ein Nutzer.

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