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Nach tödlichen Schüssen in Kusel: Prozess beginnt am Dienstag

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Von: Vincent Büssow

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Am Dienstag (21. Juni) beginnt der Prozess um den Doppelmord zweier Polizeibeamter in Kusel. Über den Ablauf der Tat ist mittlerweile einiges bekannt.

Kaiserslautern – Vor fast fünf Monaten löste der brutale Mord an zwei Polizeibeamten in Kusel Schock und Entsetzen in Deutschland aus. Seitdem wurde der 39-jährige Andreas S. angeklagt, die beiden bei einer Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz mit mehreren Schüssen getötet zu haben. Am Dienstag (21. Juni) beginnt der lang erwartete Prozess um die Tat am Landgericht Kaiserslautern.

Am 31. Januar führten der 29-jährige Oberkommissar und die 24-jährige Polizeianwärterin eine Routinekontrolle durch, als die Schüsse fielen. Der Angeklagte schoss sowohl mit einer Schrotflinte als auch mit einem Jagdgewehr mehrfach auf die beiden. Der Dienstältere der Beamten konnte noch mit seiner Dienstwaffe zurückschießen, erlag aber seinen Verletzungen. Auch seine Kollegin starb am Tatort.

„Die schießen“:Polizeibeamte in Kusel getötet – Jetzt beginnt der Prozess

Bevor sie durch Schüsse getötet wurden, konnten die Polizistin und der Polizist nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch ihre Kolleginnen und Kollegen mit den Worten „die schießen“ kontaktieren. Demnach hatten sie davor ihre Kollegen informiert, sie hätten totes Wild im Fahrzeug gefunden. Was der Anlass der Fahrzeugkontrolle auf der um diese Uhrzeit wenig befahrenen Kreisstraße in Rheinland-Pfalz war, blieb zunächst noch unklar. Nach der Tat floh der Tatverdächtige gemeinsam mit dem inzwischen 33-jährigen Florian V., der ebenfalls vor Gericht steht. Beide Verdächtigen wurden noch in der Tatnacht festgenommen.

Blumen und Kerzen stehen am Tatort des Doppelmordes in Kusel.
Am 31. Januar werden ein Polizist und eine Polizistin in Kusel bei einer Verkehrskontrolle getötet. Am Dienstag (21. Juni) beginnt der Gerichtsprozess. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Jagdwilderei als Motiv: Tatverdächtiger steht nach Polizei-Doppelmord in Kusel vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft sieht in der Jagdwilderei auch das Motiv für die Tat in Kusel, die Bundesinnenministerin Nancy Faeser als „Hinrichtung“ bezeichnet hatte. So soll der Angeklagte Andreas S. mit dem Verkauf illegal geschossener Tiere im Wesentlichen seinen Lebensunterhalt finanziert haben. Dabei besaß er weder einen Jagdschein noch eine Waffenerlaubnis. Auch Florian V. habe sich an den Jagdgeschäften beteiligt, wobei sich der Verdacht des Mordes bei dem 33-Jährigen nicht erhärtete.

Bei dem Gerichtsprozess muss sich der Hauptangeklagte von Kusel nun wegen zwei vollendeter Morde sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Außerdem wird ihm Widerstand und Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie gemeinschaftliche Jagdwilderei vorgeworfen. Letzteres gilt auch für Florian V. In dem Prozess sind bis Anfang September 14 Termine angesetzt. (vbu mit afp)

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