Mit dem Taschenmesser erstochen

Mord wegen 50 Euro: Täter zu zehn Jahren Haft verurteilt

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Der Angeklagte Lars Z. spricht am 14.03.2017 im Gerichtssaal des Landgerichts in Koblenz (Rheinland-Pfalz) mit seiner Anwältin.

Koblenz - Ein Streit um die Rückzahlung von 50 Euro endete vergangenes Jahr tödlich. Jetzt hat das Landgericht Koblenz den Täter zu einer Haftstrafe verurteilt.  

Wegen Mordes im Streit um 50 Euro hat das Landgericht Koblenz einen 25-Jährigen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Vorsitzende Richter Ralf Bock sagte am Dienstag, der junge Mann habe im Oktober 2016 einem 42-Jährigen im Westerwald diese Summe geschuldet. Mit einem Beil in der Hand habe er dem Älteren klarmachen wollen, dass er nicht an eine Rückzahlung denke.

Beim Besuch in der Wohnung des 42-Jährigen habe dieser dem Angreifer das Beil abgenommen und die Lage vorerst beruhigt. Dann habe der von seiner damaligen Freundin begleitete 25-Jährige aber überraschend mit einem Taschenmesser mit voller Wucht ins Herz des Opfers gestochen, das noch am Tatort starb.

Bock sagte, der noch am selben Abend festgenommene drogensüchtige 25-Jährige habe damals etwa 2,5 Promille Alkohol im Blut gehabt und Amphetamine konsumiert. Daher sei er vermindert schuldfähig gewesen - und komme auch zeitweise in eine geschlossene Entziehungsanstalt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Oberstaatsanwalt Manfred Stemper erwägt nach eigenen Worten die Revision. Er hatte in seinem Plädoyer lebenslange Haft wegen Mordes gefordert, Verteidigerin Maike Naumiuk dagegen maximal sieben Jahre Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todesfolge. „Wir werden auf jeden Fall Revision einlegen“, versicherte die Anwältin.

dpa

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