Klinik äußert sich zum Zustand von Offenbacher Prügel-Opfer

Angehörige und Unterstützer haben bei einer Mahnwache für die ins Koma geprügelte 22-jährige Tugce ihren Namen mit Kerzen auf einen Platz "gezeichnet". Foto: dpa

Offenbach (dpa) - Nach Berichten über den Hirntod des Offenbacher Prügelopfers Tugce A. will sich das Klinikum der hessischen Stadt im Laufe des Vormittags zum Zustand der 22-Jährigen äußern. Das kündigte eine Sprecherin des Krankenhauses auf Anfrage an.

Die Studentin war am 15. November in einem Schnellrestaurant durch einen Schlag so schwer verletzt worden, dass sie seitdem im Koma liegt. Nach Medienberichten wurde sie inzwischen von den Ärzten für hirntot erklärt.

Der Offenbacher Landtagsabgeordnete Ismail Tipi, der nach eigenen Angaben engen Kontakt zur Familie Tugces hat, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wussten von Beginn an, dass sie ihre Verletzungen nicht überleben wird." Die Eltern hätten entschieden, dass die lebensverlängernden Maßnahmen am Krankenbett ihrer Tochter am (morgigen) Freitag eingestellt werden sollten - es wäre der 23. Geburtstag von Tugce. "Man hat bis zuletzt gehofft, dass ein Wunder geschieht und nach jedem Strohhalm gegriffen", sagte der CDU-Politiker aus Offenbach.

Ein 18-Jähriger soll die Lehramtsstudentin aus dem hessischen Gelnhausen in den frühen Morgenstunden nach einem Streit auf einem Parkplatz vor dem Lokal mit einem Schlag niedergestreckt haben. Dabei fiel Tugce mit dem Kopf auf einen Stein und erlitt schwerste Schädel-Hirn-Verletzungen. Der 18-Jährige sitzt in U-Haft und schweigt. Er sei der Justiz zwar bereits bekannt, aber kein Intensivtäter.

Familienangehörige und Freunde von Tugce hatten sich nach ersten Berichten über den Hirntod der jungen Frau am Krankenhaus versammelt und ihre Trauer geteilt. Sie zeigen sich überzeugt, dass Tugce vor dem Streit auf dem Parkplatz zwei Mädchen helfen wollte, die an einer Toilette von mehreren Männern belästigt worden waren.

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