Cholera bei totem Baby bestätigt

Bad Homburg - Ein neun Monate altes Mädchen aus dem hessischen Hochtaunuskreis ist an Cholera gestorben. Er kam von einer Auslandsreise aus Pakistan zurück. Auch ihre Geschwister sind erkrankt.

Der Verdacht auf Cholera bei einem gestorbenen Kind in Frankfurt hat sich bestätigt. Das jüngste Kind der in Oberursel lebenden pakistanischen Familie starb im Klinikum Frankfurt-Höchst am vergangenen Mittwochabend, wie die Klinik am Freitag mitteilte. Das Kind ist allerdings nicht direkt an Cholera gestorben, sondern an seinem Erbrochenem erstickt.

Zudem sind neben dem inzwischen gestorbenen Kleinkind aus dem Hochtaunuskreis auch seine drei Geschwister im Alter zwischen zwei und vier Jahren an Cholera erkrankt. Das hat das Klinikum Frankfurt Höchst am Freitag mitgeteilt. Stuhlproben der vier Kinder aus Oberursel hätten den Anfangsverdacht bestätigt, hieß es. Weitere Kontaktpersonen kamen in Quarantäne.

Der Cholera-Todesfall ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts der erste Fall in diesem Jahrzehnt. Erkrankungen an dem schweren Brech-Durchfall seien in Deutschland extrem selten.

Das Kind war am Mittwoch von einer Auslandsreise zurückgekehrt und mit Brechdurchfall in ein Frankfurter Krankenhaus gebracht worden. Es starb noch in der Nacht zum Donnerstag.

Der Junge habe sich mit seiner Familie kurz zuvor in Pakistan aufgehalten. Es sei wahrscheinlich, dass er sich dort angesteckt habe. Cholera-Erreger finden sich in verunreinigtem Trinkwasser und lösen starkes Erbrechen sowie Durchfall aus. Der Körper verliert unter Umständen bis zu 20 Liter Wasser am Tag. Im Extremfall kann dies innerhalb von kurzer Zeit tödlich enden.

dpa/AP

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