Hurrikan "Irene" tobt an US-Ostküste

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Hurrikan "Irene" wütet an der US-Ostküste

Raleigh - Zerfetzte Stromleitungen, peitschender Regen, ein brodelndes Meer und Hunderttausende ohne Strom: Mit Urgewalt traf der Hurrikan “Irene“ auf die US-Ostküste.

In zahlreichen Küstenstädten standen ganze Straßenzüge unter Wasser. Wegen “schlimmer Schäden“ an Leitungen fiel für hunderttausende Menschen der Strom aus, sagte Gouverneurin Beverly Perdue dem Sender CNN.

Das Hurrikanzentrum in Miami hatte “Irene“ in der Nacht zum Samstag zwar von Kategorie 2 auf 1 heruntergestuft, Entwarnung gab es aber nicht. Das gesamte Sturmgebiet, das nach Angaben des US-Senders CNN etwa so groß ist wie Europa, bleibe extrem gefährlich, warnten die Experten.

Hurricane Irene trifft auf die US-Ostküste

Hurrikan Irene trifft auf die US-Ostküste

In New York, wo der Sturm am Sonntag erwartet wird, herrschte derweil gespannte Ruhe. Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einem “lebensbedrohlichen Sturm“. Er hatte am Freitag zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt eine Evakuierung tieferliegender Gegenden der Stadt angeordnet. Davon sind rund 250 000 Menschen betroffen. Manche U-Bahn-Stationen und Straßen selbst in Manhattan waren am Samstag menschenleer - was im geschäftigen New York eigentlich nie vorkommt. An der Wall Street hatten die Mitarbeiter der New York Stock Exchange an ein paar Stellen Sandsäcke gestapelt, um etwaige Wassermassen von den Eingängen fernzuhalten. Nach bisherigem Stand soll die Börse aber am Montag wieder normal öffnen.

Die Arbeiter auf der Baustelle des World Trade Centers bereiteten sich ebenfalls auf “Irene“ vor. Vor allem der sogenannte Freedom Tower, der einmal das höchste Gebäude der Millionenmetropole werden soll, bietet dem Wirbelsturm viel Angriffsfläche. Er steht an der Südspitze Manhattans unweit des Hudson River. Auf dem Fluss fuhr am Samstagmorgen kaum ein Boot, auch der Schiffsverkehr zur Freiheitsstatue ruhte. Die Mülleimer an der Uferpromenade waren entfernt, Parkgaragen versuchten sich mit Sandsäcken zu schützen.

Wie vielerorts an der US-Atlantikküste deckten sich auch in New York die Menschen in letzter Minute noch mit dem Nötigsten für den nahenden Sturm ein. Vor allem Wasser in Flaschen und Kanistern war begehrt - und in vielen Läden ausverkauft.

Einige Touristen hatten in den vergangenen Tagen in aller Eile die Stadt verlassen, bevor die Flughäfen ihren Betrieb einstellen müssen. Nach Angaben des US-Senders ABC wurden mehr als 24 000 Flüge gestrichen. Andere blieben eigens, um sich das Naturschauspiel aus nächster Nähe anzuschauen. Am Samstag zogen sie mit Reiseführern in der Hand durch Manhattan.

Der Sturm wird nun im Laufe des Samstag an der Atlantikküste Richtung Norden ziehen und mit Ausläufern auch die Hauptstadt Washington streifen. Dort wurde ebenfalls der Notstand ausgerufen, die Behörden verteilten tausende Sandsäcke an die Menschen. Mindestens zehn Bundesstaaten an der Küste hatten vorsorglich den Notstand erklärt. Die Nationalgarde steht mit mehr als 100 000 Mitgliedern für mögliche Katastropheneinsätze bereit.

dpa

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