Hundstage: Bauernregel sagt „die heißesten Tage des Jahres“ 2024 voraus
Die „Hundstage“ stehen von Ende Juli bis Ende August an. Sie dienen für eine Prognose. Doch was hat es damit auf sich? Was bedeuten sie und woher kommt der Name?
Hamm - Der Sommer ist da und das Wetter ist derzeit noch etwas unbeständig. Bestimmte Tage und Regeln sollen den weiteren Wetterverlauf bestimmen. Laut Bauernregel soll zum Beispiel das Juli-Wetter die Witterung im kommenden Winter vorhersagen. Steht eine Hitzeperiode bevor, spricht man häufig von den „Hundstagen“. Aber was hat es damit auf sich? Mit Hunden haben die genannten Tage nämlich nichts zu tun.
Hundstage 2024: Wann sind sie und was bedeuteten sie?
„Die ,Hundstage‘ sind die heißesten Tage des Jahres, die traditionell zwischen dem 23. Juli und dem 23. August liegen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung im Gespräch mit wa.de.

Der Wetter-Experte erklärt, dass der Begriff von den alten Römern stammt, die die Periode nach dem Stern Sirius, dem Hundsstern, benannten, der zu dieser Zeit aufgeht. Bei der Namensgebung spielt das Sternbild „Großer Hund“ (Canis Major) eine entscheidende Rolle. Vom Aufgang des Sternbildes bis zur Sichtbarkeit als Gesamteinheit vergehen 30 bis 31 Tage. Die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ leitet sich davon ab – oder eben: „Hundstage“.
Streng genommen bezeichnen die Hundstage nicht einmal ein Wetterphänomen wie etwa die Schafskälte im Juni oder die Eisheiligen im Mai, sondern sind ein astronomisches Ereignis.
„Hundstage“: Periode nach dem Stern Sirius
Die Hitze an den „Hundstagen“ wurde früher jedoch als besonders intensiv angesehen. Aus diesem Grund wurde die Verbindung zwischen Sternbild und Wetter hergestellt. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Dingen gibt es jedoch nicht. Die Sterne haben keinerlei Einfluss auf unser Wetter. Und auch Jung erklärt: „Die tatsächliche Wetterlage hängt von aktuellen Klimabedingungen ab“.
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich nichtsdestotrotz viele Bauernregeln gebildet. Zu den bekanntesten Wetterweisheiten rund um die „Hundstage“ gehören:
Meine news
- Hundstage heiß, bringen dem Bauern viel Schweiß.
- Sind die Hundstage heiß, bleibt‘s im Winter lange weiß.
- Sind die Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein.
- Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr. Werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten.
- Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird‘s bleiben, bis er untergeht.
Wie heiß werden die „Hundstage“ 2024 in Deutschland und NRW?
In der Tat stiegen in den vergangenen Jahren die Temperaturen während der Hundstage mehrmals auf 35 bis 40 Grad. Am 25. Juli 2019 wurde sogar ein neuer Hitzerekord für Deutschland aufgestellt. In Duisburg und Tönisvorst in NRW wurden 41,2 Grad gemessen.
Doch mittlerweile kommt es im Kernzeitraum der „Hundstage“ zwischen Ende Juli und Anfang August bei uns häufig zu unbeständigen Südwestwetterlagen. „Diese Wetterlagen gab es im bisherigen Verlauf dieses Sommers oft und es scheint sich zunächst so fortzusetzen. Richtige ,Hundstage‘ mit Temperaturen von 30 Grad und mehr gibt es nur ab und an einmal“, schreibt Wetter Online.
„Momentan sieht es tatsächlich so aus, als könnte es in diesem Zeitraum recht warm und sogar heiß in Deutschland werden“, erklärt Jung. Bis Ende August ist jedoch noch viel Zeit und die Wetter-Lage könne sich nochmal ändern. „Die Lage ist insgesamt noch unsicher“, ergänzt Jung.