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Hundstage 2022: Hitze bis Ende August? Was die Wetter-Regel bedeutet

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Von: Daniel Großert

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Hundstage - so werden die heißesten Tage im Juli und August oft bezeichnet. Aber welche Bedeutung hat die Wetter-Regel? Wir klären auf.

Hamm - Ist es im Sommer sehr heiß, ist vielerorts von den sogenannten Hundstagen die Rede. Damit werden Hitzeperioden im Juli und August bezeichnet. Doch woher stammt die Bezeichnung eigentlich? Und was hat sie mit Vierbeinern zu tun?

Hundstage 2022: Welche Bedeutung die Wetter-Regel hat

Streng genommen bezeichnen die Hundstage gar kein Wetterphänomen wie die Eisheiligen oder die Schafskälte, sondern ein astronomisches Ereignis. Dabei spielt das Sternbild „Großer Hund“ eine entscheidende Rolle, was die Namensgebung erklärt. Der Zeitraum der Hundstage beginnt mit dem heliakischen Aufgang des Sirius-Sterns. Während der nachfolgenden rund 30 Tage befand der Hauptstern sich im Sternbild „Großer Hund“, wie ARD alpha berichtet.

Dieser Zeitraum lag zur Entstehung der Hundstage zwischen dem 23. Juli und 23. August. Weil es zu dieser Zeit im alten Griechenland sehr heiß war, wurde die Verbindung zwischen Sternbild und Wetter hergestellt. Eine Verbindung zwischen beiden Dingen gibt es aber gar nicht, berichtet t-online.de. Dennoch werden die Tage im Sommer auch heute noch als Hundstage bezeichnet - auch wenn das astronomische Ereignis, das dahinter steckt, wegen der Verschiebung der Erdachse heutzutage deutlich später eintritt.

Denn der heliakische Aufgang des Sirius ist laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Griechenland heutzutage erst etwa ab dem 10. August zu sehen, in Deutschland sogar erst ab dem 25. August. Dementsprechend müssten die Hundstage mittlerweile eigentlich den Übergang vom Sommer zum Herbst beschreiben. Weil die Bezeichnung sich aber im Volksmund derart verfestigt hat, werden weiterhin die heißen Tage im Juli und August so bezeichnet.

Hundstage 2022: Diese Bauernregeln gibt es

Zudem gibt es einige Bauernregeln zu den Hundstagen. Sie besagen zum Beispiel, dass auf heiße Hundstage ein langer Winter folgt („Sind die Hundstage heiß, bleibt‘s im Winter lange weiß“) oder dass regnerische Hundstage eine schlechte Ernte nach sich ziehen („Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen“).

Die heißesten Tage des Jahres liegen aus meteorologischer Sicht übrigens gar nicht mehr im ursprünglichen Zeitraum der Hundstage, wie ARD alpha berichtet. Stattdessen treten sie heutzutage eher bereits Anfang Juli auf.

Auf ein weiteres astronomisches Phänomen dürfen sich die Menschen in Deutschland im August freuen: Die Perseiden sorgen jedes Jahr für ein Spektakel am Himmel. Um den Sternschnuppenschauer bestmöglich zu sehen, kommt es auf den Zeitpunkt an.

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