Blick in die Vergangenheit

"Hubble" sichtet erste Galaxien des Alls

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Die Aufnahme des Weltraumteleskops "Hubble" zeigt sieben der ersten Galaxien des Universums.

Washington/Pasadena - Tiefer Blick in die Vergangenheit: Das „Hubble“-Weltraumteleskop hat einige der fernsten Galaxien abgelichtet. Sie zeigen die Entwicklungsgeschichte des ganz jungen Universums.

Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat sieben der ersten Galaxien des Universums erspäht. Darunter findet sich auch ein Kandidat für die fernste Galaxie, die jemals beobachtet worden ist, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte. Die Rekordgalaxie ist ersten Analysen zufolge vermutlich rund 13,3 Milliarden Lichtjahre entfernt. Ein Lichtjahr ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp 10 Billionen Kilometern.

Forscher um Richard Ellis vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena hatten für die Untersuchung weiter in die kosmische Vergangenheit zurückgeblickt als je zuvor mit „Hubble“. Alle sieben beobachteten Sterneninseln sind zu einer Zeit vor mehr als 13 Milliarden Jahren zu sehen. Heute ist das All 13,7 Milliarden Jahre alt. „Wir haben die längste Belichtung gemacht, die "Hubble" je aufgenommen hat, und einige der schwächsten und fernsten Galaxien abgelichtet“, berichtete Ellis in einer Mitteilung seines Instituts.

Die Beobachtung zeigt die Entwicklungsgeschichte des ganz jungen Universums. Die ersten Galaxien sind demnach nicht nahezu zeitgleich entstanden, wie manche Theorien annehmen, sondern nach und nach. „Es gab keinen einzelnen, dramatischen Moment, in dem sich die Galaxien formten, es war ein schrittweiser Prozess“, unterstrich Koautor Brant Robertson von der Universität von Arizona in Tucson.

Die Studie liefere den ersten belastbaren Zensus von Galaxien aus der Ära der „kosmischen Dämmerung“, betonen die Forscher. Direkt nach dem Urknall war das Weltall zunächst weitgehend undurchsichtig, weil kaltes Wasserstoffgas viel Licht verschluckte. Die ersten Sterne und Galaxien heizten den Wasserstoff dann so weit auf, dass er ein Elektron aus seiner Hülle verlor und damit wieder durchsichtig wurde.

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Die „Hubble“-Beobachtungen stützen die Vorstellung, dass diese sogenannte Re-Ionisation nach und nach zwischen etwa 200 Millionen und einer Milliarde Jahre nach dem Urknall ablief und das Universum nicht plötzlich durchsichtig wurde.

Die Forscher hatten im August und September 2012 sechs Wochen lang einen kleinen Himmelsausschnitt beobachtet, der als „Hubble Ultra Deep Field“ bekannt ist und in dem vor rund neun Jahren tausende Galaxien zum Teil aus der Frühzeit des Universums entdeckt worden waren. Das Team um Ellis stellt seine neuen Beobachtungen in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts „Astrophysical Journal Letters“ vor. Das „Hubble“-Weltraumteleskop war 1990 ins All gebracht worden und beobachtet seitdem Licht, Ultraviolett- und Infrarotstrahlung.

dpa

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