Leiter der "Heinsberg-Studie"

Hendrik Streeck mit Prognose zum Coronavirus: Nicht nur zweite Welle

Hendrik Streeck, der Leiter der Heinsberg-Studie aus NRW, hat bei Maybrit Illner (ZDF) eine beängstigende Prognose zum Coronavirus abgeben. Er rechnet nicht nur mit einer zweiten Welle.

  • Der Virologe Hendrik Streeck hat die Studie zum Coronavirus* im Kreis Heinsberg (NRW) geleitet. 
  • Bei der ZDF-Sendung Maybrit Illner gibt er eine beunruhigende Prognose ab
  • Streeck rechnet nicht nur mit einer zweiten Welle, sondern mit viel mehr

Update 10. Juli: Hendrik Streeck, der Leiter der Studie in Heinsberg, hat in der ZDF-Sendung Maybrit Illner seine Prognose erneuert, wie es mit dem Coronavirus in Deutschland weiter geht und ob eine zweite Welle kommt. Viele Menschen hören seine Meinung nicht gerne, denn der Virologe nimmt uns die Hoffnung, dass die Krankheit Covid-19 und das Virus Sars-CoV-2 irgendwann einmal besiegt werden kann. Streeck wurde sehr deutlich, berichtet wa.de.* „Wir müssen uns von diesem Gedanken verabschieden, dass wir das Virus komplett austreiben können aus der Gesellschaft", so Streeck.

Name:Hendrik Streeck
Beruf:Professor für Virologie, HIV-Forscher
Geboren:7. August 1977 (Göttingen)
Ausbildung:Charité – Universitätsmedizin Berlin, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veröffentlichungen (Auswahl):Einfluss einer antiretroviralen Frühtherapie während der akuten HIV-1-Infektion auf den klinischen, virologischen und immunologischen Verlauf der HIV-1-Erkrankung - DissertationCoronavirus: Alles, was Sie wissen müssenBug Attack. The Adventures of Damien the CD4 Cell & his Friends - Kinderbuch

Hendrik Streeck zum Coronavirus: Zweite Welle und Dritte Welle

Hendrik Streeck, der viel Kritik für seine Heinsberg-Studie einstecken musste, zeichnete bei Maybrit Illner im ZDF ein düsteres Bild. Er rechne damit, dass eine zweite Welle, eine dritte Welle, so der Virologe aus Bonn. Aber: Er glaube nicht, dass es einen riesigen Ausbruch des Coronavirus gebe. Vielmehr seien immer wieder Hotspots wie zum Beispiel im Kreis Gütersloh möglich. Dort war es zum Lockdown gekommen, nachdem es Hunderte Infizierte in der Fleischfabrik Tönnies* gegeben hatte. Ein weiterer Hotspot in NRW entstand in Euskirchen*, wo sich Besucher eines Gottesdienstes mit Covid-19 infiziert hatten.

Streeck mahnt vor allem zur Ruhe. Das Coronavirus Sars-CoV-2 werde nicht verschwinden. „Es ist da, es wird auch bleiben, und es wird Teil von unserem Alltag werden“, sagt Streeck bei Maybrit Illner. „Wir müssen anfangen, souverän damit umzugehen.“ Und er warnt davor, auf einen Tag X hinzuarbeiten, an dem alles wieder wie vor Corona wird. „Wir können nicht auf ein Allheilmittel, auf einen Impfstoff oder ein Medikament warten.“

Hendrik Streeck, der Virologe aus Bonn und Autor der Heinsberg-Studie, sieht eine dauerhafte Gefahr durch das Coronavirus. Er rechnet nicht nur mit einer zweiten Welle, sondern weiteren Wellen.

Hendrik Streck: Warnung vor zweiter Welle bei Coronavirus

Hendrik Streeck, Virologe der Heinsberg-Studie, hat bereits mehrfach mit seinen Äußerungen zur Corona-Pandemie in Deutschland und NRW für Diskussionen gesorgt. Anfang Juli äußerte sich der Top-Virologe zu einer möglichen zweiten Welle* des Coronavirus in der Bundesrepublik. 

Und die Vermutung von Streeck überraschte schon vor einigen Tagen. Er sprach nicht von einer zweiten oder dritten Welle, sondern von einer Dauerwelle des Coronavirus. Der Mediziner aus Bonn (NRW) sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS): „Ich glaube, wir sind in einer kontinuierlichen Welle. Einer Dauerwelle, die immer wieder hoch- und runtergeht." 

Hendrik Streeck spricht nicht von einer zweiten Corona-Welle

Damit geht die Meinung von Hendrik Streeck zu der Entwicklung des Coronavirus in Deutschland und NRW mit der seines Kollegen Christian Drosten vom Berliner Charité auseinander. Im NDR-Podcast äußert sich Drosten zu Covid-19 und Sars-CoV-2: „In zwei Monaten werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten.“ An späterer Stelle stellt er klar: „Wir müssen schon jetzt ganz vorsichtig sein mit der Entwicklung einer zweiten Welle.“

Virologe Streeck sieht das offenbar anders. Bereits Ende Mai äußerte er eine unerwartete Prognose zu einer zweiten Coronavirus-Welle in Deutschland: "Wir werden immer mal, so wie wir das jetzt auch beobachten, Hotspot-Ausbrüche sehen", prognostizierte Streeck. "Vielleicht mal 100 Leute, die auf einmal infiziert waren, ohne es mitzukriegen." 

Virologe Hendrik Streeck: "Auf ein Leben mit SARS-CoV einstellen" 

Schon damals stellte der Virologe aus Bonn klar: "Wir werden uns auf ein Leben mit Sars-CoV-2 einstellen müssen." Das deckt sich mit seiner jüngsten Prognose, die Menschen in Deutschland müssten nicht mit einer zweiten Welle, sondern mit einer kontinuierlichen Welle, einer Dauerwelle, lernen zu leben. 

Auch äußerte sich Streeck in dem jüngsten Interview mit der FAS zu einer Stärkung des Robert-Koch-Instituts und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Virologe aus NRW forderte zur Bekämpfung des Coronavirus eine internationale Eingreiftruppe sowie einen Verband auf Bundesebene. Dieser Verband solle national agieren und nicht nur auf der Ebene der Länder. Der Verlauf der Corona-Pandemie habe klar gemacht, "dass man das Robert-Koch-Institut und die Weltgesundheitsorganisation WHO stärken muss", sagte der Virologe der Heinsberg-Studie der FAS.

Virologe Hendrik Streeck kritisiert Lockdown und App

In einem Zeitungsinterview Anfang Juni hatte der Virologe Hendrik Streeck den Corona-Lockdown in Frage gestellt*. Schon nach dem Verbot von Großveranstaltungen seien die Infektionszahlen mit dem Coronavirus gesunken, "die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht - auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich nötig sind", sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. 

Deutschland sei zu schnell in den Lockdown gegangen, auch, weil ein gewisser Druck in der Öffentlichkeit bestanden habe. Streeck rechnet im Fall eines weiteren großen Covid-19-Ausbruchs nicht mit einer Wiederholung "derart starker Maßnahmen" - zumal er ohnehin keine massive zweite Welle erwartet. 

Auch Massentests, Maskenpflicht und Corona-App sieht Streeck kritisch - die App komme zu spät, Massentests seien zu teuer und unnütz, Gründe, warum Mediziner anfangs vor dem Tragen von Masken gewarnt hätten, würden noch immer gelten. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/picture alliance/dpa

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