Hells-Angels-Prozess geplatzt

Schwangere Zeugin in Lebensgefahr

Kieln - Der Prozess gegen den ehemaligen Vize-Präsidenten der inzwischen verbotenen Kieler Hells Angels ist am Freitag geplatzt. Die Richterin hat Angst um das Leben der Zeugin.

Der 55-Jährige ist wegen dreifacher Vergewaltigung einer damals 20-jährigen Zwangsprostituierten angeklagt. Das Kieler Landgericht setzte das Verfahren wegen einer möglichen Lebensgefahr für die Hauptbelastungszeugin auf Antrag der Verteidigung aus. Der Angeklagte soll die Frau von September 2010 bis März 2011 auf besonders erniedrigende Weise missbraucht haben.

„Die Zeugin ist im vierten Monat mit Drillingen schwanger“, sagte die Vorsitzende, Richterin Katrin Meins. „Es besteht eine Risikoschwangerschaft.“ Die seelische Belastung der jungen Frau habe vor dem Prozess zu einer Zwischenblutung geführt. „Bereits der Inhalt der im Prozess notwendigen Fragen an die Zeugin bedeutet ein hohes Risiko.“

Es bestehe damit Lebensgefahr für die Zeugin und ihre ungeborenen Kinder. Das Verfahren soll nun nach der Geburt in etwa sechs Monaten beginnen.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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