Hartz-IV-Empfänger kassieren 83.000 Euro vom Amt

Schönebeck - Der Fehler eines Mitarbeiters im Jobcenter hat bei einem Paar in Sachsen-Anhalt für unerwarteten Geldsegen gesorgt. Die Hartz-IV-Empfänger hatten plötzlich 83.000 Euro mehr auf dem Konto. Jetzt ist das Duo auf der Flucht. 

Diese Summe sei “im Juli und August wegen eines Eingabefehlers“ überwiesen worden, sagte die Leiterin des zuständigen Jobcenters, Edith Völksch, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Zuvor hatte die “Magdeburger Volksstimme“ über den Fall berichtet. “Es handelt sich um menschliches Versagen. Bei der September-Berechnung haben wir es bemerkt“, sagte Völksch. “Wir haben sofort versucht, das Paar zu erreichen.“ Alle Versuche per Telefon und Post seien aber gescheitert, auch im Jobcenter seien die Beiden trotz Anhörungstermin nicht aufgetaucht.

Für die Jobcenter-Leiterin sei klar, dass die Hartz-IV-Empfänger das Geld zurückzahlen müssen. “Wenn man eine so hohe Summe von uns überwiesen bekommt, muss einem sofort einleuchten, dass man das nicht behalten kann.“ Mit Hilfe der Bank des Paares habe man bereits knapp 50 000 Euro zurückgeholt. Die restlichen mehr als 33 000 Euro seien wohl schon ausgegeben. “Wir haben ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet“, sagte Völksch. Es drohe also der Gerichtsvollzieher.

Laut “Magdeburger Volksstimme“ haben sich die Hartz-IV-Empfänger bereits anwaltlichen Beistand geholt. Denn: Für die Sperrung des Kontos und die Rücküberweisung durch die Bank an das Jobcenter sehen sie keine rechtliche Grundlage. Der Anwalt des Paares habe rechtliche Schritte gegen die Bank und deren Mitarbeiter sowie gegen das Jobcenter angekündigt.

dpa

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