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2000 Hamster tot: Mussten die Tiere sterben, weil sie Corona übertrugen?

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Von: Daniel Schinzig

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Rund 2000 Hamster mussten ihr Leben lassen, weil der Mitarbeiter einer Zoohandlung positiv auf Corona getestet wurde. Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Hongkong - Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Zoohandel. Obwohl derzeit die Omikron-Variante des Coronavirus grassiert und den Vorgänger Delta komplett abgelöst hat, werden Sie auf einmal auf eben diese ältere Version des Erregers positiv getestet. Wie kann das sein? Plötzlich ist ein Nieser aus dem Hamsterkäfig zu hören. Zwei unschuldige Hamsteraugen gucken Sie an. Könnte es sein, dass...?

VirusSARS-CoV-2
KrankheitCovid-19
Aktuelle VarianteOmikron

2000 Hamster tot: Mussten sie sterben, weil sie Corona übertrugen?

Eine solche Geschichte hat sich bereits im Januar 2022 in Hongkong abgespielt. Und so lustig das im ersten Moment klingt, so dramatische Auswirkungen hatte der Vorfall. Denn da sich der 23-jährige Mann vermeintlich im Geschäft bei den Hamstern angesteckt hatte, mussten rund 2000 der Nagetiere ihr Leben lassen.

Schon kurz nach den Ereignissen berichtete unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass nach dem positiven Coronatest des Mitarbeiters alle Geschäfte, in denen Hamster verkauft wurden, vorläufig den Betrieb einstellen mussten. Laut den damaligen Informationen hätten die Behörden anerkannt, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Haustiere das Virus übertragen könnten.

Dennoch war in Hongkong, wo generell eine sehr strenge Corona-Politik herrscht, Ausnahmesituation angesagt. Kunden des Geschäfts mussten in Quarantäne und ihre Hamster an die Behörden übergeben, damit diese getötet werden konnten. Alle Menschen, die nach einem bestimmten Datum Hamster gekauft hatten, mussten sich zwingend testen lassen.

Hamster stecken Mann mit Corona an: Virologe erklärt die genauen Umstände

In der Folge vom 8. Februar 2022 seines Podcasts Kekulés Corona-Kompass greift der Virologe Alexander Kekulé die Geschichte noch einmal auf. Tatsächlich sei laut dem Experten sehr sicher, dass der Mitarbeiter wirklich das Virus von den Hamstern bekommen hat. So wären die Hamster vor Ort sowie die Hamster, die sich direkt beim Lieferanten befanden, getestet worden. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Nagetiere war positiv. Kekulé nimmt an, dass die Hamster wohl von einem Zwischenlieferanten, der Covid-19 hatte, angesteckt wurden und Corona dann weiterverbreiteten. Das Virus wurde also von Mensch auf Tier und dann wieder auf den Menschen übertragen.

Der Virologe hat auch eine Antwort darauf, wie genau die Hamster das Virus in der Zoohandlung übertragen hatten: „Die niesen. Die haben richtig Schnupfen gekriegt“. Allerdings gibt Alexander Kekulé zu, dass er das Bild der um sich niesenden Nagetiere nicht aus einer wissenschaftlichen Publikation, sondern aus der Zeitung South Morning Post hat.

Goldhamster Rudi wollte ins Gefängnis
In Hongkong mussten 2000 Hamster sterben. Zuvor hatte sich der Mitarbeiter einer Zoohandlung mit Corona infiziert. (Symbolbild) © Silke Kröger

Mehr Glück als die Hamster hatte ein Wildschwein, das in Hagen in eine Wohnung eindrang: Erst sorgte es für Chaos, dann ruhte es sich auf dem Sofa aus. Doch die Polizei fand eine harmlose Möglichkeit, das Tier in Bewegung zu bringen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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