Baden ist dort eigentlich verboten

Helfer „schockiert“: Bursche (17) ertrinkt in Baggersee - Badegäste behinderten Rettungseinsatz

Zahlreiche Menschen gehen eine Straße entlang. Am Rand stehen Autos. Ein Feuerwehrmann blickt ratlos auf die Menge.
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Einsatzkräfte kommen nicht an den Einsatzort, weil die Straße zugeparkt ist. Ein 17-Jähriger stirbt.

Ein Junge (17) stirbt beim Baden in einem Baggersee bei Darmstadt. Die Retter kommen erst spät an der Unfallstelle an - weil Badegäste ihnen den Weg versperren.

  • An einem Baggersee in der Nähe von Darmstadt kam es zu einem Badeunfall.
  • Ein Junge (17) ertrinkt vor den Augen seines Freundes.
  • Eintreffende Rettungskräfte werden von anderen Badegästen am Einsatz gehindert.

Groß-Rohrheim - Bei den hohen Temperaturen in Deutschland ziehen Badeseen zahlreiche Menschen an - vielen steht er Sinn nach Erfrischung. Auch ein 17-jähriger Darmstädter entschloss sich, mit einem Freund in einem nahegelegenen Baggersee Abkühlung zu suchen. Der Teenager war jedoch Nicht-Schwimmer - das Bad endete tödlich. Besonders tragisch: Die Rettungskräfte kamen erst spät am Unfallort an, weil andere Badegäste ihnen den Weg versperrten.

Badeunfall am Baggersee: Freund kann nur zusehen, wie der Junge ertrinkt

Der 17-Jährige hatte offenbar das steil abfallende Ufer des Baggersees unterschätzt und rutschte ins tiefe Wasser. Ein Freund versucht noch zu helfen, doch auch er war Nicht-Schwimmer und kam nicht an den Ertrinkenden heran. Er verständigte daraufhin die Rettungskräfte. Doch als diese eine halbe Stunde später eintrafen, konnten sie den Teenager nur noch tot aus dem See bergen.

Ein Grund, warum die Rettungskräfte so lange für die Anfahrt zum Unglücksort gebraucht haben waren offenbar die zahlreichen anderen Badegäste. In einem Facebook-Post der Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar machen die Retter ihrem Unmut Luft. Die Anfahrt der Rettungskräfte wurde durch parkende Autos blockiert. Nur mit großer Mühe sei es möglich gewesen, den Bereich zu räumen, schreibt der Kreisverband Bergstraße der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLG).

Badeunfall bei Darmstadt: Baggersee ist eigentlich für Badegäste gesperrt

Ein weiterer bitterer Aspekt des tragischen Unfalls ist, dass Baden an dem Baggersee nicht erlaubt ist. Er gehört einer Firma und ist kein öffentlicher Badesee. Schilder weisen Unbefugte daraufhin. Außerdem muss man, um zu dem See zu gelangen, einen zwei bis drei Meter hohen Erdwall überwinden. Und so appellieren die Rettungskräfte an die Ordnungshüter das Badeverbot besser zu kontrollieren und gegebenenfalls Bußgelder zu verhängen. Auch die Wildparker sollten sich an die Halteverbote halten, sodass die Rettungswege jederzeit frei bleiben. (tel)

Auch an der Donau bei Deggendorf ist es zu einem folgenschweren Badeunfall gekommen.* Ein Vierjähriger ertrank. Gaffer machten Handy-Bilder von dem Unglück.

Es wird wahrscheinlich nicht der einzige Badeunfall in den kommenden Tagen bleiben, da es weiterhin in ganz Deutschland heiß bleiben soll. Bei einem Unfall in Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) stürzte eine Fahrradfahrerin und wurde anschließend von einem Traktor* überfahren, wie Merkur.de* berichtet. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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