Nach 30 Jahren Haft

Gladbecker Geiselgangster Degowski aus Gefängnis entlassen

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Die bewaffneten Geiselnehmer Dieter Degowski (l) und Hans-Jürgen Rösner stehen am 17.8.1988 in dem in Bremen gekaperten Linienbus.

Der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski ist nach fast 30 Jahren Haft aus der Justizvollzugsanstalt im westfälischen Werl entlassen worden.

Essen - Das hat am Freitag ein Sprecher des Landgerichts Arnsberg bestätigt, nachdem zunächst die „Bild“-Zeitung darüber berichtet hatte. Der 61-Jährige konnte nach Angaben der Justizvollzugsanstalt Werl am Donnerstag das Gefängnis verlassen.

Schon im Oktober 2017 war bekannt geworden, dass der 61-Jährige nach fast 30 Jahren aus der Haft entlassen werden soll. Das Landgericht Arnsberg teilte damals mit, dass Degowski einen neuen Namen erhalten wird. Eine neue Identität solle ihm die Wiedereingliederung erleichtern. Die Entlassung sei „verantwortbar“, sagte die Anstaltsleiterin Maria Look gegenüber wa.de*.

Das Landgericht Arnsberg hatte die JVA Werl bereits 2013 aufgefordert, Degowski schrittweise auf die Entlassung vorzubereiten. Daraufhin hatte er zunächst begleitete und später unbegleitete Ausgänge ohne Beanstandungen bewältigt. 

Das Gladbecker Geiseldrama

Das Gladbecker Geiseldrama ging als eines der spektakulärsten Schwerverbrechen in die deutsche Kriminalgeschichte ein. Im August 1988 hatten Degowski und sein ein Jahr jüngerer Komplize Hans-Jürgen Rösner die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub in Gladbeck mit Geiseln quer durch die Republik vor der Polizei. Drei Menschen starben.

Das Landgericht Essen hatte die Täter 1991 zu lebenslanger Haft verurteilt - Degowski mit besonderer Schwere der Schuld. Bei Rösner wurde Sicherungsverwahrung angeordnet.

Der zweite Geiselnehmer Hans-Jürgen Rösner möchte auch aus der Haft entlassen werden. „Herr Rösner hat sich entschieden, im November mit einer Therapie zu beginnen", sagte Reina Blikslager, Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen, im Oktober dem "Kölner Stadt-Anzeiger". 

dpa/ml

*wa.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.



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