Keine Beweise

Geplanter IS-Anschlag in Düsseldorf: Angeklagter freigesprochen

Im Prozess um einen in der Düsseldorfer Altstadt geplanten Anschlag ist einer der drei Verdächtigen am Mittwoch freigesprochen worden. 

Düsseldorf - Für eine Beteiligung des Jordaniers Mahmood B. seien keine Beweise gefunden worden, teilte das Oberlandesgericht Düsseldorf mit. Das Verfahren gegen die Angeklagten Saleh A. und Hamza C. laufe weiter. Die beiden mutmaßlichen Mitglieder und Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sollen ein Selbstmordattentat in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben. (AZ III-6 StS 4/17)

Dendrei Männern war in der Anklage unter anderem vorgeworfen worden, sich zu einem Anschlag in Düsseldorf verabredet zu haben. Demnach sollten Selbstmordattentäter Sprengstoffwesten zünden. Es sei geplant gewesen, mit Schnellfeuergewehren auf flüchtende Passanten zu schießen, um möglichst viele Menschen zu töten. Der Prozess begann im vergangenen Juli.

Der Verdacht, dass auch Mahmood B. an den Plänen beteiligt war, wurde dem Gericht zufolge in dem Verfahren bereits frühzeitig als nicht mehr dringlich eingeordnet. Das Verfahren gegen ihn wurde später abgetrennt und der Angeklagte nun freigesprochen.

Anschlagspläne wurden Anfang Juni 2016 bekannt

Die mutmaßlichen Anschlagspläne waren Anfang Juni 2016 bekannt geworden. Der Syrer Saleh A. und der Algerier Hamza C. schlossen sich laut Anklage im Frühjahr 2014 in Syrien dem IS an. Sie sollen dort auch von der Führungsebene der Miliz den Auftrag erhalten haben, in Düsseldorf einen Anschlag zu verüben.

Danach sollen sie sich zunächst in der Türkei aufgehalten haben und als Schleuser tätig gewesen sein. Getrennt voneinander kamen sie den Ermittlungen zufolge schließlich im März und im Juli 2015 nach Deutschland.

Der Hauptangeklagte A. soll schließlich die konkreten Anschlagspläne festgelegt haben. Die Anschläge sollten sich an einem Freitag oder Samstag ereignen, wenn die Stadt sehr belebt ist. A. und C. sollen den nun freigesprochenen dritten Angeklagten Mahood B. überzeugt haben, sich zu beteiligen.

Saleh A. habe den zunächst als Mittäter benannten B. in der Hauptverhandlung entlastet, teilte das Oberlandesgericht mit. Trotz intensiver Ermittlungen seien keine Beweise für eine Mittäterschaft B.s gefunden worden.

Die Bundesanwaltschaft hatte im Februar 2017 Anklage gegen die drei Männer erhoben. Demnach sollen A. und C. zur Finanzierung des Anschlags geplant haben, dem Vatikan ein Video mit einem Lebenszeichen eines vom IS in Syrien entführten Priesters zu verkaufen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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