Als Polizisten verkleidet

Taliban befreien fast 250 Häftlinge aus Knast

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Ein pakistanischer Journalist fotografiert eine durchbrochene Tür des Gefängnisses

Islamabad - Als Polizisten verkleidete, schwer bewaffnete Taliban-Kämpfer haben in Pakistan ein Gefängnis angegriffen und mehr als 250 Häftlinge befreit. Mindestens 14 Menschen kamen ums Leben.

Schwer bewaffnete Taliban haben bei einem Angriff auf ein Gefängnis im Nordwesten Pakistans fast 250 Häftlinge befreit. Unter ihnen seien auch rund 30 Aufständische, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter, Mushtaq Jadoon, am Dienstag dem privaten Nachrichtensender Ary News. Mindestens zwölf Menschen seien getötet worden, darunter vier Polizisten.

Zwei pakistanische Polizisten, die bei der Attacke auf das Gefängnis verletzt wurden, liegen auf einer Krankenstation

Insgesamt hätten die als Polizisten verkleideten Angreifer am Montagabend 243 Insassen aus dem Zentralgefängnis in Dera Ismail Khan in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa befreit, sagte Jadoon weiter. Sieben Menschen seien verletzt worden, sechs Flüchtige hätten bislang von der Polizei wieder gefasst werden können. Laut Jadoon drangen 50 bis 60 Taliban-Kämpfer in das Gebäude ein, während Komplizen von außen weiter Raketen abschossen. Durch eine erste Rakete seien zwei Polizisten getötet worden, die sich in einem Fahrzeug am Eingang befunden hätten.

Schussgefechte dauerten rund drei Stunden

Der Chef der regionalen Gefängnisverwaltung, Khalid Abbas, sagte, die Schussgefechte hätten rund drei Stunden gedauert. Zuvor hätten die Angreifer die Außenmauer gesprengt und Handgranaten auf die Wächter geworfen. Nach dem Ende der Kämpfe durchsuchten Sicherheitskräfte das Gebäude, das laut Abbas wegen eines Stromausfalls im Dunkeln lag. Mit Taschenlampen seien die Insassen durchgezählt worden, um festzustellen, wie viele fehlten.

Laut Jadoon hinterließen die Angreifer zahlreiche Sprengsätze in dem Gebäude. 14 hätten bislang entschärft werden können. Die Sicherheitskräfte seien noch dabei, das Gefängnis zu sichern. Die Behörden verhängten den Angaben zufolge eine Ausgangssperre über die Stadt. Die Bewohner sollten zu Hause bleiben, um nicht zu Schaden zu kommen, falls die Armee, die Polizei oder Paramilitärs "handeln" müssten, fügte Jadoon hinzu. Shaukat Yousafzai, Sprecher der Provinzregierung, bestätigte, dass Verstärkung durch die Armee angefordert worden sei.

Rund 150 Kämpfer haben die Haftanstalt attackiert

Ein örtlicher Polizeivertreter sagte, er habe gesehen, wie die Angreifer Raketenwerfer in Stellung brachten und auf die Haftanstalt feuerten. Aus dem Inneren habe er zudem Schüsse gehört.

Zuvor hatten die Taliban bereits die Verantwortung für den Überfall übernommen. Rund 150 Kämpfer, darunter 60 Selbstmordattentäter, hätten die Haftanstalt attackiert, sagte ein Sprecher, Shahidullah Shahid, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Dabei seien rund 300 Gefangene befreit worden. In dem Gefängnis sitzen bis zu 5000 Menschen ein, darunter 300 Aufständische. Es liegt unweit der unruhigen Stammesregionen an der Grenze zu Afghanistan.

AFP/AP

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