Frau lebt 10 Jahre mit Zahnstocher im Fuß

Wien - Eine junge Österreicherin hat zehn Jahre mit einem Zahnstocher im Fuß gelebt, bis ein Arzt endlich die richtige Diagnose stellte und ihr den schmerzhaften Fremdkörper entfernte.

Andere Mediziner hätten die Frau als “Schmerzpatientin“ abgestempelt und ihr gesagt, ihre Probleme hätten psychosomatische Ursachen, sagte der behandelnde Arzt Lorenz Larcher vom Universitären Lehrkrankenhaus Feldkirch in Vorarlberg der Nachrichtenagentur dpa. Die “Ärzte Zeitung“ (Mittwoch) hatte über den Fall berichtet.

Die Frau war im Alter von 16 Jahren auf einen Zahnstocher getreten, der sich in den Fuß rammte. Sie konnte sich einen Teil des Holzes selbst entfernen, aber rund vier Zentimeter blieben im Fuß. “Sie war sich nie ganz sicher, ob noch etwas drin ist oder nicht“, sagte Larcher. In den Jahren danach schwoll der Fuß immer wieder an und sie hatte teils starke Schmerzen. “Ihr Leben war dadurch schon stark beeinträchtigt“, sagte der Mediziner. Die Österreicherin war bei verschiedenen Ärzten, die alle nichts fanden und die Schmerzen schließlich auf seelische Probleme zurückführten. Holz ist auf Röntgenbildern nicht erkennbar.

Erst in der Abteilung für plastische Chirurgie im Krankenhaus Feldkirch machten die Ärzte eine Magnetresonanztomographie-Aufnahme (MRT), die das Holzteil zeigte. Die Studentin wurde im Frühjahr des vergangenen Jahres operiert und ist seitdem nach Angaben von Larcher beschwerdefrei. “Es hat uns schon etwas verstört, dass niemand vorher das Problem entdeckt hat“, sagte der Mediziner. Leider passiere es immer wieder, dass nicht besonders offensichtliche Erkrankungen schnell auf “psychosomatische Ursachen“ zurückgeführt würden.

dpa

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