103 Personen an Bord

Vollbesetztes Passagierflugzeug stürzt in Mexiko ab - dann passiert ein Wunder 

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Flugzeugunglück in Mexiko endet glimpflich.

Im Norden Mexikos ist ein Passagierflugzeug mit 103 Personen an Bord am Dienstag kurz nach dem Start abgestürzt.

Mexiko-Stadt - Das Unglück ereignete sich während eines heftigen Hagelsturms, wie der Gouverneur des Bundesstaates Durango, José Rosas, im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Todesopfer gab es demnach nicht. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden rund 97 Menschen verletzt. Gestorben ist wie durch ein Wunder offenbar niemand! 

An Bord der Maschine „Embraer ERJ-190“ der Fluggesellschaft Aeroméxico waren 99 Passagiere, darunter elf Kinder und vier Besatzungsmitglieder, wie der mexikanische Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza bei Twitter bekanntgab. Die Maschine sollte demnach vom internationalen Flughafen Guadalupe Victoria in die Hauptstadt Mexiko-Stadt fliegen, musste aber schon kurz nach dem Start wieder in einem Feld landen. Das Unglück ereignete sich gegen 15.30 Uhr (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ). Die französische Presseagentur AFP berichtet hingegen, dass der Flug AM2431 vom Flughafen Durango nach Mexiko-Stadt fliegen sollte. 

Flugzeugabsturz in Mexiko: 85 Verletzte, keine Toten

Der Unglücksort von oben: Im Norden Mexikos ist eine Passagiermaschine am Dienstag kurz nach dem Start abgestürzt.

"Ungefähr 85 Menschen sind verletzt", sagte der Sprecher der Zivilschutzbehörde, Alejandro Cardoza, dem Sender Milenio. Es gebe "einige schwere Verletzungen", die meisten Passagiere hätten aber leichte Verletzungen erlitten. Der Pilot der Maschine habe schwere Verletzungen erlitten, befinde sich aber in einem stabilen Zustand, erklärte der Gouverneur von Durango, José Aispuro, bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. Ein weiterer Passagier ist nach Angaben von José Rosas schwer verletzt.

Wie ein AFP-Journalist vom Unglücksort berichtete, war das Flugzeug nach dem Unglück auf einem Feld zu sehen, Rauch stieg auf. Passagiere verließen die Maschine zu Fuß. Rettungskräfte, die Armee und das Rote Kreuz eilten zum Unglücksort. Auf Bildern in sozialen Netzwerken im Internet war das Flugzeug am Boden zu sehen. Der Rumpf der Maschine war teilweise verbrannt.

Schlechtes Wetter als Unglücksursache für Flugzeugabsturz in Mexiko

Im Norden Mexikos ist eine Passagiermaschine am Dienstag kurz nach dem Start abgestürzt.

Das schlechte Wetter war wohl Ursache für das Unglück: „Es hat stark geregnet“, sagte eine Passagierin dem TV-Sender Milenio. Die Sicht beim Start sei schlecht gewesen. Sie sei auf dem Weg in den Urlaub gewesen, so die Frau, die unverletzt blieb. Eine andere Passagierin, die 47-jährige Jacqueline Flores, die mit ihrer 16-jährigen Tochter reiste, berichtet: „"Wir waren auf der Startbahn, als die Sicht schlechter wurde. Als wir schon in der Luft waren, fühlte es sich an, als würde sich das Flugzeug wieder ausbalancieren, aber dann stürzte es zu Boden. Ich dachte, wir wären zurück auf die Startbahn gefallen, weil es eine harte Oberfläche war, dann schlitterten wir über den Boden, bis es stoppte." Gepäck sei durch den Gang gerutscht und es habe nach Rauch gerochen.

Passagiere sprangen durch Löcher aus dem Flugzeug und halfen sich gegenseitig

"Ich öffnete meinen Gurt und sah Flammen, und ich wusste, wir müssen springen. Es gab ein Loch direkt neben uns, das Flugzeug war kaputt." Nach Angaben des Gouverneurs von Durango, José Rosas, wurde die Maschine durch den Wind "zu Boden gedrückt", eine Tragfläche habe den Boden gestreift. Anschließend sei das zehn Jahre alte Flugzeug 300 Meter weit über ein Feld gerutscht und dann in Flammen aufgegangen. Er berichtet, dass sich die Passagiere gegenseitig halfen, das Flugzeug schnell durch Löcher zu verlassen, die bei dem Unglück in den Rumpf gerissen worden waren. Überdies seien die Notrutschen aktiviert worden, bevor der Brand ausgebrochen sei. Die Fluggesellschaft äußerte sich bei einer Pressekonferenz nicht näher zum genauen Hergang, versprach aber Aufklärung.

Kommission soll Ursachen für den Flugzeugabsturz in Mexiko untersuchen

Er hoffe, dass es der Besatzung und den Passagieren gut gehe, schrieb der Präsident des lateinamerikanischen Landes, Enrique Peña Nieto, auf Twitter. Behörden, Zivilschutz und Militär seien zur Zusammenarbeit angewiesen worden. Eine Kommission solle die Hintergründe des Unglücks nun untersuchen, erklärte Transportminister Gerardo Ruiz Esparza. Nach Angaben von Aeroméxico-Chef Andrés Conesa war die 2008 in den Dienst genommene Maschine "perfekt gewartet". Er dankte der Crew "für ihre Professionalität" und lobte das Verhalten der Passagiere.

Im Juli 1981 waren beim Absturz einer Aeroméxico-Maschine im nordmexikanischen Chihuahua 32 Menschen ums Leben gekommen. Auch damals herrschte schlechtes Wetter.

afp/dpa

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