Wegen Überfallserie gesucht

Ex-RAF-Terroristen bleiben verschwunden

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"Das Hauptproblem für die Strafverfolgung ist, dass wir nicht wissen, wo die drei Gesuchten sich aufhalten", sagte Oberstaatsanwalt Marcus Röske. Archivfoto: Ingo Wagner

Die Fahndung nach drei Ex-RAF-Terroristen wegen einer Überfallserie kommt nicht voran. Uneins sind sich die Ermittler, wie viele Taten dem Trio angelastet werden können. Haben sie andere Identitäten für ihr Leben im Untergrund erhalten?

Hannover (dpa) - Mehr als drei Jahre nach dem Start der öffentlichen Fahndung nach drei Ex-RAF-Terroristen wegen einer Überfallserie in Norddeutschland stehen die Ermittler mit leeren Händen dar.

"Das Hauptproblem für die Strafverfolgung ist, dass wir nicht wissen, wo die drei Gesuchten sich aufhalten", sagte Oberstaatsanwalt Marcus Röske in Verden. Es gebe keine neue Spur zu den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (65), Burkhard Garweg (50) und Daniela Klette (61). Die Ermittlungen zu allen Überfällen, die dem Trio angelastet werden, werde künftig die Staatsanwaltschaft Verden in einem Sammelverfahren führen. Als erstes hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991). Bislang waren die Fahnder von zwölf Überfällen ausgegangen, die die ehemaligen Mitglieder der Roten Armee Fraktion zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts seit 1999 verübt haben sollen.

Bei der Bündelung der Verfahren im Januar 2019 hätten die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften jedoch in drei der zwölf Fälle keinen hinreichenden Verdacht auf das RAF-Trio gesehen, sagte Röske. Wie der "Spiegel" berichtet, fallen demnach die Überfälle auf Supermärkte in Celle (2011), Stade (2012) und Osnabrück (2015) aus der Liste der mutmaßlichen RAF-Überfälle heraus. Aus Sicht des Landeskriminalamtes Niedersachsen sprechen aber weiterhin verschiedene Umstände dafür, dass das Trio auch für die drei genannten Überfälle verantwortlich ist. Ob ein Tatnachweis möglich ist, müssten die örtlichen Staatsanwaltschaften klären.

Nach Jahrzehnten im Untergrund waren die drei gesuchten Linksterroristen nach einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter im Juni 2016 in Stuhr bei Bremen wieder ins Visier der Polizei geraten. Von den dreien wurden nach der Tat Fingerabdrücke gefunden. Gefahndet wurde im Anschluss in Norddeutschland, in den Niederlanden, wohin eine Spur wies, sowie in Spanien, Frankreich und Italien.

Weiter eine Hypothese bei der Fahndung ist, dass die drei noch von der Staatssicherheit der DDR mit Papieren und anderen Identitäten ausgestattet worden sein könnten, einen konkreten Anhaltspunkt gibt es nicht. Die historischen Bezüge zwischen der Staatssicherheit und der RAF seien seit langem bekannt, lässt das LKA dazu offiziell nur verlauten. Immerhin aber lebten zehn RAF-Mitglieder mit neuen Identitäten versehen bis zum Fall der Mauer unbehelligt in der DDR.

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