Im Zentrum der französischen Stadt

Einsturz mehrerer Häuser in Marseille: Anzahl der Todesopfer weiter gestiegen

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Bei dem Unglück in Marseille wurden bisher sieben Todesopfer bestätigt.

Drei mehrstöckige Gebäude sind am Montag im Zentrum von Marseille eingestürzt. Bei dem Unglück sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

  • Drei baufällige Häuser sind am Montag (5. November) in Marseille (Frankreich) eingestürzt.
  • Die Unglücksursache ist noch unklar
  • Bisher wurden sieben Todesopfer geborgen
  • Es wurde Kritik an dem Bürgermeister der südfranzösischen Stadt laut

Siebtes Todesopfer nach Hauseinstürzen in Marseille gefunden

Update vom 8. November, 21.36 Uhr:

Nach den Hauseinstürzen in Marseille haben Rettungskräfte am Donnerstag ein siebtes Todesopfer aus den Trümmern geborgen. Damit kamen nach offiziellen Angaben fünf Männer und zwei Frauen bei dem Unglück vom Montag ums Leben. Ein Mensch wurde weiter unter den Trümmern vermutet.

Die Bergungskräfte kamen bei ihrer Suche nach den Opfern nur langsam voran: Sie mussten äußerst vorsichtig die Trümmer abtragen, weil angrenzende Häuser einzustürzen drohten. Am Mittwoch waren die Sucharbeiten unterbrochen worden, um zwei Nachbarhäuser abzureißen.

Marseille: Anwohner berichten über schlechten Zustand der Häuser

Die drei alten Häuser im Zentrum der französischen Hafenstadt waren am Montag eingestürzt. Die Ursache war unklar. Während Anwohner vom schlechten Zustand der Gebäude berichteten und den Behörden Nachlässigkeit bei der Überprüfung der Sicherheit vorwarfen, sieht die Stadtverwaltung einen möglichen Zusammenhang des Einsturzes mit heftigen Regenfällen.

In Marseille leben nach einem Gutachten von 2015 rund 100.000 Menschen in Unterkünften, die ihre Gesundheit oder sogar ihre Sicherheit gefährden. Deshalb wurde nach dem Einsturz massive Kritik an Bürgermeister Jean-Claude Gaudin laut. Gaudin wies am Donnerstag Rücktrittsforderungen zurück: "Meinen Sie, ein Kapitän verlässt sein Schiff während eines Sturms?", fragte er bei einer Pressekonferenz.

Update vom 6. November, 11.48 Uhr: Einen Tag nach dem Unglück haben Rettungskräfte die Leiche eines Mannes aus den Trümmern geborgen. Noch werden fünf bis acht Menschen vermisst.  

Update vom 6. November, 06.56 Uhr: Auch Stunden nach dem Einsturz mehrerer baufälliger Wohnhäuser im Zentrum von Marseille werden noch immer acht Menschen vermisst, die womöglich tot unter den Trümmern liegen. Rettungskräfte durchkämmten die riesigen Schutthaufen in der Nacht zum Dienstag bei grellem Flutlicht nach Verschütteten, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Innenminister Christophe Castaner, der sich am Unglücksort über die Lage informieren ließ, sprach von „wenig Optimismus angesichts der Situation“. Neben dem Schicksal von acht Hausbewohnern ist nach Behördenangaben auch das von zwei Passanten fraglich, die unmittelbar vor dem Unglück von einer Videokamera auf der Straße gefilmt worden waren und ebenfalls zu Schaden gekommen sein könnten.

Video: Fieberhafte Suche nach Verschütteten in Marseille

Update vom 5. November, 13.50 Uhr: Bei dem Vorfall am Montagvormittag wurden mindestens zwei Passanten leicht verletzt, wie die Behörden mitteilten. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern. Die beiden benachbarten Gebäude wurden vorsorglich evakuiert. Dutzende Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen, wie Polizeisprecher Philippe Bianchi der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Zwei Häuser im Zentrum von Marseille eingestürzt - Retter suchen nach Opfern.

Zwei Häuser im Zentrum von Marseille eingestürzt

Marseille - „Wir sind auf der Suche nach möglichen Opfern“, sagten Feuerwehrleute dem Nachrichtensender Franceinfo. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurden bei dem Unglück am Montagmorgen mindestens zwei Menschen verletzt. Auf Fotos und Videos waren nur noch Trümmer zu erkennen.

Wie Franceinfo unter Berufung auf die Bürgermeisterin des betroffenen Viertels berichtete, war mindestens eines der beiden Gebäude nicht bewohnt, weil es baufällig war. Die Feuerwehr wurde am Morgen gegen 9 Uhr zur Unglücksstelle gerufen. Auch Suchhunde waren im Einsatz.

Ein Trümmerfeld. 

dpa/Afp

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