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Eierstockkrebs nicht erkannt: Ärzte denken, es sind nur Blähungen

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Von: Daniel Schinzig

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Eine Frau hat Verdauungsprobleme. Die Ärzte dachten, es wären nur Blähungen. Dann die Schock-Diagnose: Eierstockkrebs. Nun meldet sie sich mit einem Appell.

Norfolk - Ein Ehepaar im britischen Norfolk erlebte gleich mehrere Schicksalsschläge hintereinander: Im August 2021 wird bei Diane Boothbys Ehemann Paul (69) bei einer Vorsorgeuntersuchung Darmkrebs diagnostiziert. Noch während er gegen die schwere Krankheit kämpft und eine Chemotherapie macht, stellen Ärzte bei der 64-Jährigen Eierstockkrebs fest. Die Britin fordert nun bessere Aufklärung über die Symptome der Erkrankung und gründlichere Vorsorgeuntersuchungen.

Eierstockkrebs nicht erkannt: Ärzte gehen von Blähungen aus

In einem Interview mit der englischen Daily Mail klärt Diane Boothby auf: „Sie nennen diese Krankheit den stillen Killer, da viele Frauen die Symptome für PMS oder einen Reizdarm halten.“ Genau das war der Britin passiert: Sie hatte bereits eine Weile gesundheitliche Probleme, die von Ärzten als Blähungen diagnostiziert worden waren. Nur auf Bitten Ihres bereits krebskranken Mannes hatte Diane Boothby noch einmal eine genauere Untersuchung bei sich vornehmen lassen.

Eine Untersuchung, für die sie selbst in die Tasche greifen musste. Denn mit einem Zervikalabstrich, auch Pap-Test genannt, der bei einer Vorsorgeuntersuchung zum Einsatz kommt, wird Eierstockkrebs gar nicht erkannt. Mit einem vaginalen Ultraschall jedoch schon. Aber: Die Kosten dafür müssen - auch in Deutschland - vom Patienten selbst übernommen werden. Es handelt sich dabei um eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IgeL).

Diane Boothby rettete die Entscheidung, die Untersuchung aus eigener Tasche zu zahlen, vermutlich das Leben. Daher lautet ihr eindringlicher Appell: Mehr Frauen sollten bei der Krebsvorsorge beim Gynäkologen auch einen vaginalen Ultraschall durchführen lassen.

Eierstockkrebs nicht erkannt: Ehepaar erkrankt schwer

Das Schicksal von Daine Boothby und ihrem Mann Paul ist bewegend. „Ich wurde von jemandem, der einen Menschen mit Krebs pflegt, zu jemandem mit Krebs - und Paul wurde von jemandem mit Krebs zu jemandem, der einen Menschen mit Krebs pflegt“, erzählt die 64-Jährige der Daily Mail.

Paul Boothby hatte sich im Sommer 2021 wochenlang schlapp gefühlt. Die Diagnose Darmkrebs im dritten Stadium traf ihn dann wie ein Schlag. Im September 2021 wurden Teile seines Darms entfernt, und er begann eine Chemotherapie. Doch seine Sorge galt nicht nur ihm selbst, sondern vor allem auch seiner Frau, der er einen ähnlichen Leidensweg ersparen wollte. Also überredete er sie, die Ultraschall-Untersuchung zu zahlen und in Anspruch zu nehmen.

So konnte Schlimmeres verhindert werden. Und Diane Boothby setzt sich nun für eine bessere Aufklärung von Eierstockkrebs Symptomen und vor allem für eine bessere Vorsorge-Situation ein.

Für die Gesundheit gibt es neben Krebs auch noch viele andere Gefährdungen. Manche lauern da, wo man sie gar nicht vermutet. Zum Beispiel im Supermarkt. Immer wieder kommt es zu Rückrufen von Lebensmitteln. So musste „ja!“ vor dem Verzehr einer bestimmten Wurst warnen - aufgrund von Plastikfremdkörpern. Auch Hersteller Bad Dürrheimer nahm ein Wasser aus dem Verkauf. Aufgrund fehlerhafter Verpackungen konnte es zu unangenehmen Gerüchen kommen.

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