Polizei spricht von „erweitertem Suizid“

Drei Tote bei Schießerei an Grundschule in den USA

San Bernardino - Schüsse fallen in einer Grundschule im kalifornischen San Bernardino. Dabei kommen drei Personen ums Leben. Es soll eine Beziehungstat gewesen sein. 

Ein Mann hat in einer Grundschule in der US-Stadt San Bernardino die Lehrerin und einen achtjährigen Schüler einer Sonderschulklasse erschossen, bevor er sich selbst tötete. Bei der Toten handelt es sich laut Polizei um die 53 Jahre alte Ehefrau des gleichaltrigen mutmaßlichen Schützen. Sie habe getrennt von ihrem Mann gelebt. Ein weiteres Kind - ein Neunjähriger - wurde ebenfalls getroffen, wie der Polizeichef der kalifornischen Stadt, Jarrod Burguan, am Montag (Ortszeit) mitteilte. Der Junge war in stabilem Zustand, wie Medien unter Berufung auf ein Krankenhaus berichteten.

Die Schüler standen Burguan zufolge hinter der Lehrerin, als der Mann am Montagmorgen das Klassenzimmer betrat und, ohne etwas zu sagen, mit einem großkalibrigen Revolver das Feuer auf sie eröffnete. Zu dem Zeitpunkt hielten sich laut US-Medien 15 Schüler sowie zwei Betreuer in dem Klassenraum auf. Anschließend tötete sich der Täter selbst. Der Achtjährige starb in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Die Schule wurde geräumt, die Schüler wurden Stunden später von ihren Eltern in Empfang genommen. Am Abend gab es eine Mahnwache in einer Kirche nahe der Grundschule.

Erinnerungen an das Attentat von 2015

"Ich sah, wie Blut an die Wand spritzte", sagte ein Schüler der Nachrichtenagentur AFP. "Ich bin so schnell gerannt, wie ich konnte. Ich habe einen Schuh verloren." Ein Elfjähriger berichtete, er habe eine Mathearbeit geschrieben, als er die Schüsse hörte. Der Anblick der Spezialkräfte habe ihm Angst gemacht. "Die Polizei kam herein und wir mussten mit erhobenen Händen rausgehen."

Die Gewalttat in San Bernardino weckte Erinnerungen an das Attentat vom Dezember 2015, als ein radikalisiertes muslimisches Ehepaar eine Weihnachtsfeier in der Stadt angriff und 14 Menschen tötete sowie 22 weitere verletzte, bevor es von der Polizei erschossen wurde. Die Bundespolizei FBI stufte die Tat als islamistischen "Terrorakt" ein.

Die tödlichen Schüsse in der Grundschule dürften die Debatte über die Waffengesetze in den USA neu anheizen. Mehr als 33.000 US-Bürger kommen jedes Jahr durch Waffengewalt ums Leben, viel mehr als in jedem anderen westlichen Land.

Mehr als 33.000 US-Bürger sterben jedes Jahr durch Waffengewalt

Schulen sollten geschützte Orte sein, "wo Kinder ohne Angst vor Gewalt lernen, spielen und aufwachsen", sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Die Bluttat in San Bernadino zeige, dass Waffen dieses Sicherheitsgefühl "zertrümmern können, gnadenlos und ohne Warnung". Mehr als 33.000 US-Bürger kommen jedes Jahr durch Waffengewalt ums Leben, viel mehr als in jedem anderen westlichen Land.

Trotz mehrerer Amokläufe an Schulen und Universitäten war Ex-Präsident Barack Obama immer mit seinen Initiativen für schärfere Waffengesetze immer wieder am Widerstand der Republikaner gescheitert. Sein Nachfolger Donald Trump, der im Wahlkampf von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt wurde, versprach, das Recht auf Waffenbesitz zu verteidigen.

dpa/AFP/Video: Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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