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Gletscherabbruch in den Dolomiten: Elf Tote geborgen – Deutsche aus Klinik entlassen

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Von: Martina Lippl

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Nach dem Gletscherbruch in den Dolomiten wurde der elfte und letzte vermisste Tote geborgen. Beide verletzte Deutsche haben nun das Krankenhaus verlassen.

Update vom 10. Juli, 13.16 Uhr: Eine Woche nach dem Gletscherabgang in den Dolomiten haben beide verletzten Deutschen das Krankenhaus verlassen. Auch die 58-jährige Frau wurde aus einer Klinik der Stadt Belluno entlassen, gab der Präsident der Region Veneto, Luca Zaia bekannt. Auf Facebook postete er ein Foto von der Frau, wie sie im Rollstuhl sitzt.

Nach Gletscherabbruch an der Marmolata: Deutsche aus Klinik entlassen

„Ich weiß nichts über das, was passiert ist, ich bin im Krankenhaus aufgewacht“, habe die Patientin in einem Brief an das Personal der Klinik geschrieben, teilt Zaia via Facebook mit. Ihr Zustand habe sich „sehr langsam, aber stetig verbessert“. Sie bedankte sich bei allen Helfern, die sich sehr bemüht hätten. „Ich weiß es sehr zu schätzen.“

Bereits am Samstag durfte der 67-jährige Bergsteiger aus Deutschland das Krankenhaus verlassen. Auf einem Foto der Klinik war der Mann mit bandagierten Armen und Händen sowie Verletzungen an der Stirn und an den Beinen zu sehen (siehe auch Update vom 9. Juli, 19.30 Uhr).

Nach Gletscherabbruch in den Dolomiten: Stadt Canazei gedenkt der Marmolata-Opfer

Update vom 10. Juli, 8.26 Uhr: Die Sirenen der Feuerwehr waren zu hören, dann läuteten die Glocken in der Pfarrkirche zur Trauermesse, Geschäfte ließen symbolisch ihre Rollläden für 10 Minuten herunter. Die Stadt Canazei trauerte am Samstag um 18 Uhr um die Opfer am Marmolata-Gletscher. Der letzte noch vermisste Bergsteiger wurde am Samstag tot geborgen.

Bei dem Gletscherabbruch in den Dolomiten sind sechs Männer und drei Frauen am Sonntag (3. Juli) aus Italien und zwei tschechische Bergsteiger ums Leben gekommen. Massive Eisbrocken, Wasser und Geröll stürzten an der Marmolata gegen 14 Uhr plötzlich ins Tal. Acht Menschen wurden verletzt, darunter zwei Deutsche. Eine 67-jährige Deutsche konnte die Klinik am Samstag verlassen (siehe auch Update vom 9. Juli, 19.30 Uhr).

Das Unglück in den Dolomiten erschüttert Italien. Die Suchoperation nach dem Gletscherbruch in den Dolomiten laufe weiter, kündigte der Regionalpräsident Maurizio Fugatti an. Die Einsatzkräfte würden nach weiteren Leichenteilen und anderen persönlichen Gegenständen der Unfallopfer suchen, sagte Fugatti.

Nach Gletscherabbruch in den Dolomiten: Suchteams sind weiter am Bergmassiv an der Marmolata im Einsatz.
Nach Gletscherabbruch in den Dolomiten: Suchteams sind weiter am Bergmassiv an der Marmolata im Einsatz. © Ufficio Stampa

Gletscherabbruch in den Dolomiten: Deutscher wird aus Klinik entlassen

Update vom 9. Juli, 19.30 Uhr: Sechs Tage nach dem Lawinenunglück in den Dolomiten ist ein deutscher Bergsteiger aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der 67-Jährige sei von Verwandten am Samstagvormittag abgeholt und zurück nach Deutschland gefahren worden, gibt die Klinik Ulss Dolomiti in der Stadt Feltre bekannt. Auf Facebook hat das Krankenhaus ein Bild des Mannes veröffentlicht, Arme und Hände sind dabei stark verbunden. Auch an der Stirn und den Beinen sind Blessuren zu erkennen.

Der 67-Jährige sei voller Dankbarkeit gewesen und habe der Klinik und allen Rettern seine Wertschätzung ausgedrückt. Eine solche Nachricht berühre besonders am heutigen „Tag der Trauer“ im Gedenken an die Marmolata-Opfer, so die Klinik weiter. Die deutsche Frau hingegen, die ebenfalls beim Gletscherabgang am vorigen Sonntag verletzt worden war, ist offenbar noch in einer Klinik in der Stadt Belluno. Ihr Zustand verbessere sich, teilt Luca Zaia, der Präsident der Region Venetien, mit.

Währenddessen kündigte Maurizio Fugatti, der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, an, dass der Einsatz der Suchteams an dem Bergmassiv weitergehe. Von den nächsten Tagen an werden drei Teams in drei unterschiedlichen Zonen des Lawinenkegels statt nur in einer arbeiten. Die Einsatzkräfte suchten weitere Leichenteile und anderes persönliches Material der Unfallopfer, so Fugatti.

Gletscherabbruch in den Dolomiten: Rettungskräfte finden elften Toten

Update vom 9. Juli, 13.30 Uhr: Bei der Suche nach weiteren Opfern in den norditalienischen Dolomiten haben die Suchmannschaften am Samstag den elften und letzten noch vermissten Toten gefunden. Einsatzkräfte teilten mit, dass die sterblichen Überreste eines Alpinisten entdeckt wurden, der am vergangenen Sonntag von einer Lawine aus Eis und Geröll mitgerissen worden war. Zuvor hatten die Spezialisten von Polizei und Bergrettung schon zehn Tote geborgen.

Ebenfalls gelang es den Carabinieri am Samstag, mit den DNA-Abgleichen die Leichen zu identifizieren. Bei den Toten handelt es sich demnach um sechs Männer und drei Frauen aus Italien sowie zwei tschechische Bergsteiger. Acht Menschen wurden verletzt. Darunter sind ein Mann und eine Frau aus Deutschland, die in einer Klinik der Provinz Belluno behandelt werden. Ihr Zustand sei stabil, hieß es zuletzt vom Krankenhaus.

Nach Gletschersturz in Dolomiten
Ein Rettungshubschrauber fliegt über den Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen. © Luca Bruno/dpa

Nach Gletscherabbruch in den Dolomiten: Suche am Samstag fortgesetzt

Update vom 9. Juli, 11.10 Uhr: In den Dolomiten ist am Samstagmorgen die Suche nach weiteren Opfern des tödlichen Gletscherabbruchs fortgesetzt worden. Einsatzkräfte wurden mit Hundestaffeln an die Flanke des Berges Marmolata geflogen. Weil fünf Menschen noch als vermisst gelten und vier der bislang zehn geborgenen Toten noch nicht identifiziert waren, gingen die Retter davon aus, dass noch ein Bergsteiger unter den Eis- und Geröllmassen verschüttet sein dürfte.

Die Retter und auch die Politiker in der norditalienischen Region versprachen nach dem Unglück vom vorigen Sonntag, dass die Suche so lange fortgesetzt werde, bis alle Toten gefunden und geborgen sind.

Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Einsatzkräfte von ersten DNA-Auswertungen, die für diesen Samstag erwartet wurden. Die Experten der Carabinieri vergleichen dafür die DNA-Spuren der am Berg gefundenen Leichenteile mit jenen der Angehörigen. Die bislang noch vermissten Alpinisten sind alle Italiener.

Gletschersturz in den Dolomiten: Die Guardia di finanza unterstützt die Suche nach den Vermissten mit einer Hundestaffel.
Die Guardia di finanza unterstützt die Suche nach den Vermissten mit einer Hundestaffel. © Daniele Paternoster

Zehn Tote nach Gletscherabbruch in den Dolomiten - Weiterer Felssturz bestätigt

Update vom 8. Juli, 18 Uhr: Fünf Tage nach dem tödlichen Gletscherabbruch in den Dolomiten ist es unweit davon zu einem weiteren Felssturz gekommen. Dabei wurde ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand verletzt, wie die Bergrettung der norditalienischen Region Venetien mitteilte.

Der Felsbrocken habe sich am Freitag um 11.38 Uhr in etwa 2400 Metern Meereshöhe vom Berg Moiazza gelöst und sei bei einem Zugangsweg für einen Klettersteig abgegangen. Ein deutscher Alpinist hörte ein lautes Donnern, sah eine Staubwolke und schlug den Angaben zufolge in einer nahe gelegenen Schutzhütte Alarm. Die Bergrettung schloss nach Überflügen mit dem Helikopter aus, dass Menschen betroffen waren.

Der Berg Moiazza nahe der Gemeinde Agordo in der Provinz Belluno liegt nur knapp 20 Kilometer Luftlinie von der Marmolata entfernt.

Gletscherabbruch in den Dolomiten: Suche nach möglichen Opfern geht weiter

Update vom 8. Juli, 9.30 Uhr: Nach dem tödlichen Gletscherabbruch an der Marmolata in Norditalien haben die Rettungskräfte die Suche nach möglichen Opfern am Freitagmorgen fortgesetzt. 14 Männer und Frauen der Feuerwehr, Polizei und Bergrettung sowie zwei Hunde hätten sich ab 6.15 Uhr in das Unglücksgebiet aufgemacht, teilte die Autonome Provinz Trient mit. Der Einsatz solle so lange dauern, wie es die Wetterbedingungen zuließen. Überwachungssysteme aus der Schweiz kontrollieren demnach mögliche Bewegungen an der etwa zwei Kilometer langen abgegangenen Gletschermasse.

Bislang bestätigten die Behörden zehn Todesopfer, die am vergangenen Sonntag an dem Berg in den Dolomiten von einer Lawine aus Eis, Schnee und Geröll verschüttet wurden. Spezialisten der Carabinieri sollen nun die Identität von noch unbekannten Opfern klären, da Stand Donnerstagabend fünf Italiener weiter als vermisst galten. Unter den identifizierten Todesopfern sind vier Italiener und zwei Tschechen. Bei dem Unglück wurden außerdem acht Menschen verletzt, davon ein Mann und eine Frau aus Deutschland.

Gletscherbruch in den Dolomiten: Einsatzkräfte suchen an der Marmolata weiter nach Vermissten.
Gletscherbruch in den Dolomiten: Einsatzkräfte suchen an der Marmolata weiter nach Vermissten. © Daniele Paternoster

Zahl der Todesopfer steigt auf zehn: Einsatzkräfte haben weitere Leiche in den Dolomiten geborgen

Update vom 7. Juli, 22.00 Uhr: Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem Gletscherabbruch in den norditalienischen Dolomiten ist auf zehn gestiegen. Die Einsatzkräfte hätten eine weitere Leiche geborgen, sagte der Präsident der Autonomen Provinz Trient, Maurizio Fugatti, am Donnerstagabend in Canazei vor Journalisten.

Zudem habe man die Identität von sechs Toten klären können. Es handele sich um zwei Menschen aus Tschechien und vier aus Italien. Fünf Italiener gelten weiterhin als vermisst. Spezialisten der Carabinieri sollen nun feststellen, ob sie unter den bereits gefundenen Leichen sind, und die Identität der übrigen Opfer klären

Gletschersturz in den Dolomiten – Tragödie an der Marmolata

Erstmeldung vom 7. Juli: Canazei – Schon im Morgengrauen machten sich die Retter in den Dolomiten wieder an die Arbeit. Mit Hunden suchten die Einsatzkräfte am Ort der Marmolata-Katastrophe nach Spuren, die nicht von Drohnen- und Hubschrauberflügen identifiziert wurden. Der Gletscher ist instabil. Weitere Eisblöcke können sich jederzeit lösen – äußerste Vorsicht ist angesagt. In den vergangenen Tagen wäre es zu riskant gewesen. Während der Suchoperation wurden Eispickel und Rucksäcke gefunden. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung aus Ermittlungsquellen. „Bei den Recherchen gab es organische und technische Materialfunde“, teilte die Provinz Trient am Donnerstagvormittag mit. Die Überreste wurden geborgen, flussabwärts transportiert und sollen analysiert werden. Der Feldeinsatz begann demnach um 6.30 Uhr und endete um 9.15 Uhr. 

Eis, Geröll und Felsen stürzten am Sonntag (3. Juli) gegen 14 Uhr am Marmolata-Gletscher plötzlich in die Tiefe. Unter dem Gletscher muss sich eine gigantische Menge an Schmelzwasser gebildet haben, vermuten Experten. Der Druck des Wassers zwischen dem Eis und Fels entpuppte sich als „Bombe“, berichtet der italienische TV-Sender RAI. Diese gewaltige Kraft hob das Eis hoch und schleuderte es in die Tiefe – mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h.

Der Gefrierpunkt am höchsten Berg der Dolomiten habe 25 Tage lang über 3.000 Meter gelegen. Auf 3.343 Metern am Punta Penia lagen die Werte über 10 Grad. Zum Zeitpunkt des Einsturzes am 3. Juli waren es 10,7 Grad.

Marmolata (ital. Marmolda): „Die Königin der Dolomiten“

Die Marmolata (3.343 Meter) ist der höchste Berg der Dolomiten und Teil der Marmolatagruppe.
Der Marmolata-Gletscher zählt zu einem der größten in den italienischen Alpen und befindet sich auf der Nordseite der Marmolatagruppe, die in den Provinzen Trient und Belluno liegt.
Gletscherbruch an der Marmolata: Felsbrocken und Eisblöcke lösten sich am Sonntagnachmittag (3. Juli 2022) in der Nähe von Punta Rocca an der Aufstiegsroute zum Gipfel. Mehrere Seilschaften befanden sich in dem Gebiet.
Ein Blick auf den Marmolata-Gletscher am 7. Juli 2022.
Ein Blick auf den Marmolata-Gletscher am 7. Juli 2022. © Daniele Paternoster/Provinz Trient

Gletscherabbruch in den Dolomiten – Retter suchen unablässig nach Opfern der Marmolata-Eislawine

Massen aus Eis, Schnee und Geröll hatten am Sonntag (3. Juli) mehrere Menschen in den Tod gerissen. Acht Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Mann (67) und eine Frau (58) aus Deutschland. Sie liegen in Kliniken in der Provinz Belluno. Ihr Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, teilte der Krankenhausbetreiber am Mittwochabend mit. Auch Allesandra überlebte die Tragödie an der Marmolata, während ihr Ehemann starb. In einem berührenden Post in den sozialen Medien erinnert sie öffentlich an ihren Tommaso.

Offiziell bestätigten die Behörden bislang neun Todesopfer. Am Mittwoch wurden Überreste von zwei Opfern gefunden. Dabei soll es sich um ein vermisstes Paar aus Venetien handeln, berichtet der italienische TV-Sender Rai. Vier von den Todesopfern wurden von Familienangehörigen identifiziert. Die noch nicht identifizierten Opfer stammen wahrscheinlich aus Tschechien. Bei einer Leiche fehlen zunächst noch Hinweise. (ml)

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