"Am Anfang waren wir die Bösen“

Deutsches Ferienlager in Südfrankreich muss schließen

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Ein deutsches Zeltlager wurde im August nach heftigen Regenfällen in Südfrankreich überschwemmt. Es gab einen Toten, 184 Menschen mussten gerettet werden.

Ein deutsches Zeltlager wurde im August nach heftigen Regenfällen in Südfrankreich überschwemmt. Es gab einen Toten, 184 Menschen mussten gerettet werden. Nun macht die Justiz das Camp dicht.

Saint-Julien-de-Peyrolas - Die französische Justiz hat die Schließung eines von Deutschen betriebenen Campingplatzes in Südfrankreich angeordnet, wo im August bei Überschwemmungen ein deutscher Betreuer ums Leben gekommen war. Die Leverkusener Jugendförderung St. Antonius müsse jegliche Aktivität auf dem Gelände einstellen, urteilte das Berufungsgericht von Nîmes am Donnerstag nach Angaben der Jugendförderung-Anwältin. Die gesamte Infrastruktur der ohne Behördengenehmigung errichteten Anlage müsse abgebaut werden.

Zeltlager der Jugendförderung St. Antonius

Der nördlich von Avignon gelegene Campingplatz war im August bei einem heftigen Unwetter überschwemmt worden, während dort ein von der Jugendförderung St. Antonius organisiertes Zeltlager stattfand. Ein 66-jähriger deutscher Betreuer starb. Mehr als hundert Kinder mussten in Sicherheit gebracht werden, neun von ihnen erlitten leichte Verletzungen.

Bereits Monate vorher hatte die Gemeinde Saint-Julien de Peyrolas eine Schließung des Zeltplatzes gefordert, der in einem Überschwemmungsgebiet liegt. In erster Instanz war die Gemeinde aber gescheitert. Nun ordnete das Berufungsgericht von Nîmes die Schließung des Campingplatzes an.

"Am Anfang waren wir die Bösen, die den Kindern verbieten wollten, in den Urlaub zu fahren", sagte der Anwalt der Gemeinde. "Aber wenn der erste Richter uns gefolgt wäre, hätte es dieses Drama nicht gegeben."

In einem getrennt laufenden Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius.

AFP

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