Ticker zur Krise in den Staaten

Corona-Krise: US-Volk im Waffenrausch - Veränderung der Zahlen in New York

Die USA sind von der Corona-Krise schwerer betroffen als jedes andere Land. Als Epizentrum gilt vor allem New York City. Hier gibt es alle Entwicklungen aus dem Land.

Update 19.00 Uhr: In dem besonders von dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 betroffenen Bundesstaat New York ist die Zahl der Todesfälle erstmals seit Tagen wieder unter 500 gefallen. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Montag in einer Pressekonferenz bestätigte, sank die Zahl der Todesfälle in den letzten 24 Stunden auf 478.

Nach Verkündung von relativ strengen Ausgangsbeschränkungen vor einem Monat waren die Zahlen der neu Infizierten in New York zuletzt bereits deutlich zurückgegangen. Insgesamt mussten bislang auch deutlich weniger Patienten in Kliniken als zuvor prognostiziert.

Indes gelang in den USA wohl ein Durchbruch hinsichtlich der Corona-Tests. Forscher bezeichnen einen Test zur frühzeitigen Erkennung des Coronavirus als „Gamechanger“.

Mitten in Corona-Krise: US-Volk im Waffenrausch - Trump: „Ausmaß, das man davor nicht gesehen hat“

Update vom 20. April, 13.45 Uhr: Seit Ausbruch der Corona-Pandemie kaufen Amerikaner im Großen Stil Waffen. Der amerikanische Online-Munitionshändler Ammo.com meldete laut dpa zwischen dem 23. Februar und Ende März ein Umsatzplus von 792 Prozent verglichen mit dem knapp 40-tägigen Zeitraum davor. Laut FBI haben Waffenhändler in den USA allein im März 3,7 Millionen Mal bei der Behörde die Daten von Käufern abgefragt - das ist in den USA beim Verkauf von Waffen Voraussetzung.

Auch wenn nicht jeder Abruf automatisch mit einem Kauf gleichzusetzen ist, so ist die Erfassung ein guter Richtwert. Das Thema sticht derart ins Auge, dass es es in die Pressekonferenz vonUS-Präsident Donald Trump geschafft hat - und so zum Politikum wird. „Menschen kaufen wegen dieses Seuchenanstiegs Waffen in einem Ausmaß, das man davor nicht gesehen hat“, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus und holte zum Seitenhieb auf den demokratischen Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, aus.

Der hatte jüngst schärfere Waffengesetze im US-Bundesstaat Virginia unterzeichnet. Trump unterstellte Northam, Menschen in Virginia ihr in der US-Verfassung verankertesRecht auf Waffenbesitz streitig machen zu wollen. „Das können wir nicht erlauben“, sagte er.

Corona-Epidemie fordert allein in New York bisher über 14.000 Tote

Update vom 20. April, 7.34 Uhr: Der US-Bundesstaat New York und insbesondere die Ostküstenmetropole New York City sind besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. So verzeichnete die Johns Hopkins Universität am Montagmorgen (MEZ) insgesamt 14.451 Corona-Tote allein in der Millionenstadt. Der Psychotherapeut Joe Cohen praktiziert in New York City und berichtet davon, wie gravierend die Corona-Pandemie das Leben dort verändert hat.

„Jetzt gibt es in der Stadt eine ausgeprägte Paranoia“, sagte der Therapeut im Gespräch mit Welt.de. Schon vor den Ausgangsbeschränkungen seien die Menschen unsicher gewesen, wenn sie in der Öffentlichkeit husteten und als infiziert betrachtet worden seien. Zudem bestehe die nachvollziehbare Sorge, dass sich Mitmenschen selbst nicht ernst genug als Bedrohung wahrnehmen. 

Coronavirus in den USA: Viele Menschen setzen sich mit dem Tod der Eltern auseinander

„Aus psychologischer Sicht trauern die Menschen um die Art, wie sie vor dem Coronavirus gelebt haben“, erklärt Cohen weiter. „Sie konnten reisen, Kaffee im Café um die Ecke trinken, Freunde umarmen, Essen gehen - einfache Aktivitäten, die eine zu gering geschätzte Freude mit sich brachten.“ Auf die Nachfrage, ob Cohens Patienten in der Gesprächstherapie seit der Corona-Krise über andere Themen sprechen wollten als vor der Pandemie, nannte der Psychotherapeut die Auseinandersetzung mit dem Tod der Eltern als Thema, dass vor ein oder zwei Monaten noch deutlich seltener in den Sitzungen zur Sprache kam. 

Viele Menschen in den 20ern, 30ern und 40ern würden angesichts der Pandemie viel über die Sterblichkeit ihrer Eltern nachdenken, sagte Cohen. „Sie sind in der Erwartung, dass ihre Eltern dem Virus erliegen, quasi-trauernd.“ Auch über einen Faktor der fortschreitenden Corona-Ausbreitung in den USA sprach Cohen im Interview mit Welt.de. „Als sich das Ausmaß der Pandemie in New York City abzeichnete, bestanden viele Eltern darauf, dass ihre erwachsenen, alleinstehenden Kinder die Stadt aus Sicherheitsgründen verlassen und in ihr Elternhaus zurückkehren“, erzählte er. „So reisten sie nach Kalifornien, die Vororte New Jerseys oder nach Long Island. Natürlich verbreitete sich dadurch das Virus, das hatten die Behörden mit sozialer Distanz gewiss nicht im Sinn.“

Coronavirus in den USA: Rückläufige Zahl an Corona-Patienten im Staat New York

Update vom 19. April, 19.52 Uhr: Gute Nachrichten gibt es aus dem besonders hart betroffenen US-Bundesstaat New York. In den dortigen Kliniken ist die Zahl der Corona-Patienten weiter rückläufig. „Wenn dieser Trend anhält, haben wir den Höhepunkt überschritten“, sagte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Doch auch damit sei gerade erst eine Halbzeit in der Corona-Krise erreicht, mahnte der Demokrat. An den strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung müsste weiter festgehalten werden.

Der Demokrat kündigte umfangreiche Antikörper-Testreihen in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern an, um ein genaueres Bild von der Verbreitung des Virus zu bekommen. Dabei werden Antikörper im Blut nachgewiesen, die eine überstandene Coronavirus-Infektion belegen sollen.

Insgesamt sind im Bundesstaat New York nach Angaben der Johns Hopkins Universität in Baltimore nun bereits mehr als 242.000 Menschen infiziert worden. Über 17.600 Menschen seien dort an den Folgen von Covid-19-Erkrankungen gestorben.

Coronavirus in den USA: Häftling stirbt nach mehr als 40 Jahren hinter Gitter kurz vor Freilassung

Update von 17.58 Uhr: In den USA ist ein Mann an den Folgen des Coronavirus gestorben, der nach mehr als 40 Jahren im Gefängnis kurz vor seiner Entlassung gestanden hatte. Wie die Detroit Free Press berichtet, saß William Garrison für einen 1976 im Alter von 16 Jahren begangenen Mord im Zuge eines schiefgegangenen Raubüberfalls eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung ab, hätte aber demnächst wegen guter Führung und der auch in den Haftanstalten um sich greifenden Corona-Pandemie freikommen sollen.

Garrison wusste, dass er wegen einer Lungen-OP im Kinderalter infolge einer Tuberkuloseerkrankung zur Covid-19-Risikogruppe zu zählen war. Ihm sei es jedoch wichtig gewesen, bei seiner Freilassung keine Bewährungsstrafe mehr mit sich herumzuschleppen. Dies verzögerte den ganzen Vorgang.

Der letzte Antrag auf Aufhebung des Falles war zum Zeitpunkt von Garrisons Tod noch anhängig. Am vergangenen Montag war er in der Justizvollzugsanstalt von Macomb, Michigan, schwer atmend von seinem Zellengenossen aufgefunden worden. Nach dem Transport ins Krankenhaus verstarb er dann - wie sich bei einem späteren Test herausstellte, erlag Garrison der neuen Lungenkrankheit.

Sein Tod sei völlig überraschend gekommen. Garrisons Schwester Yolanda Peterson erhebt jedoch Vorwürfe, weil sein Zellengenosse zuvor am Coronavirus erkrankt gewesen sein soll. Diese wurde von der Behörde jedoch dementiert: Der Mann habe lediglich Husten gehabt, ein Test sei negativ ausgefallen. In den Tagen vor Garrisons Tod sei Gesundheitspersonal von Zelle zu Zelle gegangen und habe die Insassen nach Symptomen gefragt.7

Bis zum Freitag seien zusammen mit Garrison 17 Häftlinge an Covid-19 gestorben. Von den 805 getesteten hätten 520 das Virus in sich getragen. Allein in Macomb habe es 78 erkrankte Insassen gegeben - damit zählt die Einrichtungen zu den Hotspots.

Garrison wäre Ende Mai 61 Jahre alt geworden. Seine Schwester hatte dem Bericht zufolge bereits Vorbereitungen getroffen, um den Tag gemeinsam feiern zu können.

Update vom 19. April, 9.30 Uhr: 735.287 Coronavirus-Fälle sind laut der Johns-Hopkins-University am heutigen Sonntag (19. April, Stand 9.45 Uhr) aus den USA gemeldet worden. 39.090 Menschen sind bereits an den Folgen des Coronavirus verstorben. Trauriger Spitzenreiter ist dabei weiterhin New York City: Aktuell werden hier 13.157 Todesfälle vermeldet. 

Coronavirus in den USA: Laborpanne hat wohl Test-Auslieferung verzögert

Update von 18.28 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat nach Ansicht von FDA-Beamten ihre Hygienevorschriften bei der Herstellung von Corona-Test-Kits verletzt - und damit zu landesweiten Verzögerungen bei Corona-Tests gesorgt. Das berichtet die Washington Post.

Demnach sei eine der drei Test-Kit-Komponenten nicht den Laborstandards gemäß hergestellt worden. Den Fehler in den betroffenen Test-Kits zu beheben, habe gut einen Monat gedauert.

Die CDC erklärte dem Bericht zufolge, die Ursache für die unbrauchbaren Test-Kits sei wohl in ihrer „Konstruktion und/oder der Herstellung oder einer möglichen Verschmutzung“ zu suchen und versprach nach dem Vorfall eine „bessere Qualitätskontrolle“ bei der Herstellung der Test-Kits.

Update von 16.53 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat indes Proteste gegen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in mehreren US-Bundesstaaten angeheizt und dafür teils scharfe Kritik geerntet.

Corona in den USA: Studie mit Antikörpern ergibt viel höhere Fallzahl im Silicon Valley

Update vom 18. April: Eine Studie mit Antikörper-Tests hat ergeben, dass im kalifornischen Silicon Valley 50-mal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert waren oder sind als offiziell diagnostiziert. Forscher der Universität Stanford rekrutierten per Facebook 3300 Freiwillige im Landkreis Santa Clara und untersuchten ihr Blut auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus. 

Demnach haben sich bislang zwischen 2,5 und 4,1 Prozent der Bevölkerung des Kreises infiziert - und damit 50- bis 85-mal so viele wie die Zahl der offiziell registrierten Fälle. Die Daten legten nahe, dass am 1. April in dem Landkreis zwischen 48.000 und 81.000 Menschen eine Infektion mit dem Virus durchgemacht hatten, erklärten die Autoren der Studie, die am Freitag vorab veröffentlicht wurde. Gemeldet waren zu diesem Zeitpunkt 956 Fälle.

Die Existenz von Antikörpern im Blut beweist, dass das Immunsystem gegen eine Krankheit gekämpft hat, selbst wenn der Patient keine Symptome hatte. In mehreren Regionen der USA und dem Rest der Welt laufen derzeit Studien mit Antikörpertests um herauszufinden, wie stark das Coronavirus sich tatsächlich bereits verbreitet hat und wieviele Menschen sich voraussichtlich noch infizieren werden. Ungeachtet dessen ruft Donald Trump zum Widerstand gegen die Ausgangssperren auf. Von Amtsvorgänger Barack Obama bekommt der 73-Jährige die Leviten gelesen.

Coronavirus in den USA: Trumps Ex-Anwalt kommt vorzeitig aus der Haft

Update vom 17. April:Der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, soll laut einem Medienbericht wegen der Corona-Pandemie vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Wie der Sender CNN unter Berufung auf dessen Anwalt Roger Adler berichtete, informierte die US-Bundesgefängnisbehörde Cohen bereits entsprechend.

Ein Verkaufsstand in New York mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel

In dem Gefängnis in Otisville im Bundesstaat New York, wo Cohen bis November 2021 seinedreijährige Haftstrafe verbüßen sollte, seien mehrere Insassen und Mitarbeiter positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden, hieß es. Nach einer 14-tägigen Quarantäne werde der Ex-Anwalt den Rest seiner Strafe im Hausarrest verbringen dürfen. Ein genaues Datum für die Entlassung wurde nicht genannt.

Corona in den USA: Über 30.000 Tote - Polizei macht grausigen Fund in Heim

Update, 21.12 Uhr: In New York rücken die Zustände in den Alten- und Pflegeheimen immer mehr in den Fokus. Von den insgesamt 606 Menschen, die zwischen Mittwoch und Donnerstag an Covid-19 gestorben seien, seien insgesamt 29 in Alten- und Pflegeheimen gestorben. So der Gouvernour Andrew Cuomo auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. „Da schauen wir ganz genau hin“, zitiert ihn ntv.

Update, 18.05 Uhr: Die Zahl der Menschen, die an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, ist in den USA auf über 31.000 gestiegen. Am schlimmsten betroffen ist New York mit nahezu 11.000 Covid-19-Toten. Die Gesamtzahl der Infizierten hat am Donnerstagabend die Marke von 640.000 überschritten. (Quelle: John-Jopkins-University, Stand: 18 Uhr)

Update, 16.15 Uhr: In den USA reiht sich aktuell eine Corona-Schreckensmeldung an die nächste. Nun gibt es von der New Yorker Wall Street zur Abwechslung eine eher kuriose Neuigkeit: Dort wurde eine wichtige Akteurin mit einer Atemschutzmaske ausgestattet. Unbekannte hatten dem sogenannten „furchtlosen Mädchen“, einer etwa 1,20 Meter großen Bronze-Statue, die vor der berühmten New Yorker Börse steht und auf die Macht von Frauen in Führungspositionen aufmerksam machen soll, die derzeit sehr begehrte Schutzmaske übergezogen. 

Corona in den USA: Polizei macht grausigen Fund in Pflegeheim

Update, 13.45 Uhr: Als die Polizei einem anonymen Hinweis nachging, machte sie laut einem Bericht der New York Times in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat New Jersey einen schrecklichen Fund. 

In dem größten Pflegeheim des Bundesstaates fanden die Polizisten 17 Tote - als „Stapel“ in einem Leichenschauhaus gelagert, in dem eigentlich nur Platz für vier Tote ist. „Sie waren einfach mit der Menge an Verstorbenen überfordert“, wird ein Polizei-Sprecher in der New York Times zitiert.  

Insgesamt sind damit bereits 68 Menschen innerhalb der Einrichtung seit Ausbruch der Corona-Pandemie gestorben, darunter zwei Pflegekräfte. Bei 26 Toten konnte das Coronavirus nachgewiesen werden, weitere 76 Bewohner sind positiv getestet worden.

Corona in den USA: Plötzliche Wende in New York? Statistik lässt hoffen

Update, 16. April, 6.32 Uhr: Im besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sei rückläufig, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch (siehe unten). 

Cuomo warnte aber davor, dass der Staat noch nicht aus dem Gröbsten raus sei, man befinde sich nach wie vor in einer „monumentalen Gesundheitskrise“. Er wies New Yorker an, an Orten mit Kontakt zu anderen Menschen eine Maske oder eine andere Art von Gesichtsschutz zu tragen. Die Zahl der Toten pro Tag hält sich derweil konstant auf einem hohen Level. Von Dienstag auf Mittwoch (15. April) starben in dem Bundesstaat mit 19 Millionen Einwohnern demnach 752 Menschen.

Ein Großteil dieser Toten kommt aus der Millionenmetropole New York City. Dort könnten bislang sogar deutlich mehr Menschen gestorben sein als bisher angenommen. Die Großstadt an der US-Ostküste fügte ihrer Statistik über die Todesopfer am Dienstag (14. April) 3778 „wahrscheinliche“ Covid-19-Tote hinzu. Damit steigt die Gesamtzahl an Todesopfern in New York City auf mehr als 10.000 - diese wahrscheinlichen Toten sind in der offiziellen Statistik des Bundesstaates aber noch nicht eingerechnet. Die zusätzlichen Zahlen enthalten unter anderem Kranke, die in der Notaufnahme, daheim oder in einer Pflegeeinrichtung gestorben waren, aber nicht offiziell positiv auf das Virus getestet wurden. 

Als eine schwangere Frau positiv auf das Coronavirus getestet wird, müssen Ärzte in den USA eine Entscheidung treffen.

Coronavirus in den USA: Krankenhäuser im Bundesstaat New York bislang noch nicht überfordert

Update vom 15. April, 19.35 Uhr: Im besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sind die Krankenhäuser anders als zuvor befürchtet bislang nicht überfordert worden. „Das Gesundheitssystem hat sich stabilisiert“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. „Die Furcht vor einer Überforderung des Gesundheitssystems hat sich nicht verwirklicht.“ Das liege vor allem an riesigen Anstrengungen aller Beteiligten. Die Krankenhäuser hätten beispielsweise mehr als 50 Prozent zusätzliche Kapazitäten für Patienten innerhalb von nur einem Monat geschaffen.

Die Gesamtzahl der Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind und im Krankenhaus liegen, sei in dem Bundesstaat mit 19 Millionen Einwohnern erneut gesunken und liege nun bei 18.335, sagte Cuomo weiter. Allerdings seien zwischen Dienstag und Mittwoch erneut rund 2250 Menschen hinzugekommen. 752 Menschen seien in diesem Zeitraum gestorben. Insgesamt sind es nun bereits mehr als 11.000. Mehr als 500.000 Menschen sind in New York bereits auf eine Infektion getestet worden, deutlich mehr als im Rest der USA

In Italien denkt man unterdessen über die Lockerung der Corona-Maßnahmen nach. Das droht Italien zu spalten.*

Corona-Krise in den USA: Hopkins vermeldet nie dagewesene Rekordzahl - doch Trump hält an Plan fest

Update vom 15. April, 9.50 Uhr: In den USA sind den Angaben der Johns Hopkins Universität zufolge innerhalb von 24 Stunden so viele Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben wie noch nie zuvor. Bis Dienstagabend (Ortszeit) verzeichneten die Experten der Universität in den Vereinigten Staaten 2228 Todesfälle. Der bisherige Höchstwert war mit 2108 Toten am vergangenen Freitag erreicht worden. Seit Beginn der Epidemie waren der Universität zufolge in den USA fast 26.000 Menschen infolge einer Covid-19-Infektion ums Leben gekommen.

Die USA sind vom Coronavirus mit am stärksten betroffen. 

Trotz der schockierenden Corona-Zahlen hat US-Präsident Donald Trump eine abgestufte und baldige Lockerung der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Am Dienstagabend (Ortszeit) kündigte Trump bei seinem täglichen Briefing an, dass einige Bundesstaaten schon vor Monatsende ihre Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufheben könnten. In anderen schwerer betroffenen Staaten werde es wohl länger dauern, sagte er weiter. Trump kündigte zudem an, dass die neuen Richtlinien dafür in Kürze veröffentlicht werden sollen. Die Entscheidung liege dann bei den Gouverneuren der Bundesstaaten. 

Der US-Präsident räumte allerdings ein, dass die Sicherheit und Gesundheit der Menschen bei der Aufhebung der wegen der Corona-Epidemie erlassenen Beschränkungen Vorrang hat. In weiten Teilen des Landes gebe es bislang aber kaum Probleme mit dem Coronavirus, sagte Trump. Die Zahlen der bestätigten Neuinfektionen und Todesfälle „beginnen runterzugehen“, behauptete er weiter. Derzeit gelten die von der Regierung in Washington empfohlenen Schutzmaßnahmen noch bis Ende April. Trump will die Beschränkungen jedoch möglichst bald wieder lockern, um den bereits dramatischen Einbruch der amerikanischen Wirtschaft abzubremsen. Bis Dienstagabend (Ortszeit) gab es in den USA laut Informationen der Johns Hopkins Universität rund 600.000 Infektionen

Coronavirus in den USA: Trump empfängt genesene Covid-19-Patienten 

Update von 22.25 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat im Weißen Haus mehrere genesene Corona-Patienten empfangen und sie zu ihrem jeweiligen Krankheitsverlauf befragt. „Sie haben viel durchgemacht“, sagte Trump zu Beginn des Treffens am Dienstag und bezeichnete das Coronavirus als „gemeine Seuche“.

„Ich hatte Angst um mein Leben“, berichtete Karen Whisett, eine demokratische Abgeordnete in Michigan. Sie erzählte dem Präsidenten auch, dass Familienangehörige trotz einer Infektion mit dem Coronavirus von mehreren Krankenhäusern abgewiesen worden seien.

Ein anderer Betroffener, Darshin Patel, berichtete, er habe im Laufe seiner Erkrankung gelernt, bestimmte Reizwörter wie „Fieber“ zu benutzen, um von den Ärzten ernstgenommen zu werden und um schließlich einen Test zu bekommen. „Zu akzeptieren, dass ich es hatte, war, denke ich, das schwierigste“, sagte er.

Update von 19.30 Uhr: Die Kritik an Donald Trump wegen seines Krisenmanagements in der Corona-Krise wird in den USA immer lauter.

Unter anderem, weil der US-Präsident nach dem Coronavirus-Shutdown seine Tochter Ivanka in ein Expertenteam holen will* - aber keinen einzigen Virologen.

Eine Pressekonferenz Trumps im Weißen Haus eskalierte nun vollends*.

Corona in den USA: Mehr als 550.000 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert

Update vom 14. April: In den USA sind nach der aktuellen Zählung der Johns-Hopkins-Universität in einem Zeitraum von 24 Stunden erneut mehr als 1500 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion gestorben

Die USA sind inzwischen das am stärksten von der Pandemie betroffene Land. Mehr als 550.000 Menschen sind demnach mit dem neuartigen Erreger Sars-Cov-2 infiziert. 

Die im internationalen Vergleich sehr hohen Infektionszahlen sind aber auch darauf zurückzuführen, dass in den USA besonders viel getestet wird. Am schlimmsten hat es den US-Bundesstaat New York getroffen, wo bereits mehr als 10.000 Menschen an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben. 

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo liefert sich mit US-Präsident Donald Trump, der in der Frage der Shutdown-Lockerungen „allumfassende Macht“ beanspruchte, gerade einen heftigen Disput

Derweil will Trump ein Experten-Team benennen, das helfen soll, die US-Wirtschaft nach dem Corona-Shutdown wieder ins Laufen zu bringen. Einen Virologen sucht man dabei vergeblich - dafür ist Töchterchen Ivanka dabei.

Corona/USA: Trump-Freund stirbt an Covid-19 - er soll deshalb seine Taktik überdenken

Update von 22.55 Uhr: Donald Trump hat in der Corona-Krise einen offenbar guten Freund verloren. Der Unternehmer Stanley Chera starb bereits am Samstag an den Folgen des weltweit grassierenden Virus, wie mehrere US-Medien berichten. Er wurde 78 Jahre alt und machte sein Vermögen in der Immobilienbranche. Wie Trump wurde Chera in New York City geboren, er unterstützte den US-Präsidenten mit Spenden.

Lesen Sie auch: Bekannter US-Fotograf (48) tot: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas bekommen würde“

Der Republikaner hatte zuletzt darüber gesprochen, dass ein guter Freund von ihm, der etwas älter als er sei, erkrankt und ins Koma gefallen sei. Politico zitiert den 73-Jährigen so: „Ich habe einige Freunde, die unglaublich krank sind. Wir dachten, es wäre nur eine milde Version. Aber einer wurde sogar bewusstlos und liegt im Koma. Und man fragt sich: ‚Wie konnte das passierten?‘“ Offenbar sprach der mächtigste Mann der Welt hier über Chera. Um den er nun trauert. Wie dessen drei Söhne und zahlreiche andere Menschen.

Der Krankheitsverlauf von Chera soll Trump sogar bewogen haben, von seiner Taktik der baldigen Lockerungen abzusehen. Womöglich nimmt der streitbare Politiker das Virus nun ernster als jemals zuvor.

Update von 21.58 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat im Bild-Talk zur Corona-Krise klargestellt, dass die Pandemie auch Folgen für die Verursacher haben muss. „Es wird eine Zeit geben, in der die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das passieren wird“, erklärte der 56-Jährige, der seit knapp zwei Jahren im Amt ist.

Zugleich betonte er die enge und fruchtbare Verzahnung mit Deutschland: „In Zeiten wie diesen arbeiten tolle Partner wie Deutschland und Bundeskanzlerin Merkel an der Seite der Vereinigten Staaten, um gute Ergebnisse zu erzielen.“

Die Berichte über eine Konfiszierung einer für Berlin bestimmten Ladung Schutzmasken durch die USA kritisierte Pompeo deutlich: „Wir haben - nicht nur in diesem Fall - Falschnachrichten und Desinformation in den Medien gesehen. Einiges davon war sicherlich unbeabsichtigt, Leute, vielleicht auch unter den deutschen Regierungsvertretern, wussten möglicherweise einfach nicht genau Bescheid. Aber einiges von der Desinformation war beabsichtigt. Das ist gefährlich.“

Coronavirus in den USA: Mehr als 10.000 Tote im Bundesstaat New York

Update von 20.30 Uhr: Die Zahl der Todesopfer im besonders betroffenen Bundesstaat New York ist mittlerweile fünfstellig. Gouverneur Andrew Cuomo erklärte auf seiner täglichen Pressekonferenz, bislang seien 10.065 Menschen in dem 19 Millionen Einwohner starken Staat an der Ostküste an den Folgen des Coronavirus gestorben. Zwischen Sonntag und Montag habe es 671 neue Opfer gegeben, weniger als in den Tagen zuvor. „Die Zahl ist praktisch flach, aber auf einem schrecklichen Level von Schmerz, Trauer und Sorge.“ Die Gesamtzahl der Infektionen liegt in New York inzwischen bei 195.031.

Update von 20.13 Uhr: Auf dem US-Flugzeugträger "USS Theodore Roosevelt" ist das erste Corona-Opfer zu beklagen. Ein Besatzungsmitglied sei im Laufe des Tages an den Folgen von Covid-19 gestorben, teilte die US-Marine mit. Der positiv Getestete, dessen Identität nicht genannt wurde, war demnach am Freitagmorgen bewusstlos aufgefunden und auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht worden.

Coronavirus in den USA: Trump wird bloßgestellt - könnte aber zum Gewinner werden

Erstmeldung vom 13. April, 19.29 Uhr:

München - Vom Selbstverständnis her sehen sich die USA an der Spitze der Welt. In jeglicher Hinsicht. In der Corona-Krise führt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten tatsächlich zwei Statistiken an, die die Nation alles andere als stolz macht - sondern vielmehr Verzweiflung und Ängste schürt. Denn in keinem Land gibt es offiziell auch nur annähernd so viele mit dem Coronavirus Infizierte, nirgendwo sonst starben mehr Menschen an Covid-19.

Coronavirus in den USA: Trump soll zu spät auf Entwicklung reagiert haben

Die erschreckenden Zahlen von mehr als einer halben Million Erkrankten und mehr als 20.000 Todesopfern muss sich auch Präsident Donald Trump ankreiden lassen. Der starke Mann im Weißen Haus beweist nicht nur bei vielen Auftritten seine Wissenslücken in virologischen und epidemiologischen Fragen, sondern soll im Wahljahr auch viel zu spät auf die Entwicklung reagiert und damit die Verbreitung des Virus nicht schnell genug unterbunden haben. Dabei habe es viel früher entsprechende Warnsignale gegeben.

Diesen Vorwurf erhob zuletzt die New York Times, was Trump selbst via Twitter brüsk als „Fake News“ abtat. Allerdings: Anthony Fauci, Berater des Präsidenten in Corona-Fragen, bestätigte bei „CNN“: Ja, es hätten Menschenleben gerettet werden können, wenn öffentliche Einrichtungen früher geschlossen worden wären. Damit stellte er Trump regelrecht bloß.

Kennt sich wirklich mit Viren aus: Trump-Berater Anthony Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Corona in den USA: Donald Trump vermutete zunächst Wahlkampf-Taktik der Demokraten

Virologe Fauci verriet zudem, es habe im Staatsapparat zu Beginn große Vorbehalte dagegen gegeben, das öffentliche Leben herunterzufahren. Trump hatte die ersten Meldungen einer Corona-Epidemie als Hirngespinst abgetan und den Demokraten vorgeworfen, ihn mit diesem falschen Spiel aus dem Amt treiben zu wollen. Doch dann zeigte sich: Das Virus ist real und keineswegs Teil einer fragwürdigen Wahlkampf-Taktik.

Trump - diesen Eindruck machte sein zögerliches Verhalten in der Krise - ging es jedoch zuallererst um seinen Machterhalt und erst dann um Menschenleben. White House first, sozusagen. Ironischerweise folgen die Wähler in diesen schwierigen Stunden seinem streitbaren Weg mehr denn je: Trumps Beliebtheitswerte sind besser als je zuvor in seiner Amtszeit*. Die US-Bürger scheinen sich an die Staatsmacht zu klammern - selbst, wenn diese zuweilen überfordert und planlos wirkt. Da sein sehr wahrscheinlicher Konkurrent im Kampf um das Präsidentenamt, Joe Biden, vorerst weitestgehend von der Bildfläche verschwunden ist, könnte folglich ausgerechnet die Corona-Krise Trump vier weitere Jahre im Oval Office sichern.

Wettlauf mit der Zeit im Corona-Kampf: In New York droht ein Massensterben.

Corona in den USA: Trump kokettiert mit Lockerungen der Einschränkungen

Immerhin erweckt der milliardenschwere Unternehmer* aus dem besonders arg gebeutelten New York City längst nicht mehr den Eindruck, die Lage zu unterschätzen. Auch wenn er immer wieder mit der Möglichkeit baldiger Lockerungen der aktuell geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens kokettiert. Einen kleinen Knochen muss man seinen Wählern schließlich schon hinwerfen - egal, wie abgenagt dieser ist. Doch längst scheint sich Trump seiner besonderen Verantwortung in der Krise wirklich bewusst zu sein: Als erster Präsident rief er in allen 50 Bundesstaaten gleichzeitig den Notstand aus.

Was ihm jedoch noch auf die Füße fallen könnte, ist die für Millionen US-Bürger schlicht nicht vorhandene, gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung. Ein unpopuläres, weil enorm kostspieliges Thema, dessen sich Trump nur einmal angenommen hatte: Als er das von seinem Vorgänger Barack Obama verabschiedete Gesetz - bekannt als „Obamacare“ - wieder abschaffen wollte. Bislang vergebens.

Dennoch wird befürchtet, die Dunkelziffer der Infizierten sei in den USA besonders groß, weil viele Bürger schlicht die Zahlungen für eine Behandlung nicht aufbringen wollen oder zumeist auch gar nicht können. So wird das Coronavirus gleich zum doppelten Schreckgespenst - aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen.

Alle bisherigen Entwicklungen in den USA finden Sie in unserem stillgelegten News-Ticker. Eine minutiöse Chronologie von Trumps Corona-Patzern bringt den Präsidenten in Bedrängnis. Die internationalen Wirtschafts-Entwicklungen erfahren Sie in unserem News-Ticker.

Auf merkur.de finden sich weitere Informationen zu den Symptomen*, der Ansteckungsgefahr*, den Tests* sowie den Quarantäne-Maßnahmen*.

Das Virus hat in den USA zu einer Familientragödie geführt: Eine Frau verliert binnen drei Tagen ihren Mann und ihren Sohn. Wie hat sich das Coronavirus überhaupt verbreitet? Offenbar kam es schon früh nach Deutschland.

Ein Münchner Mediziner räumt mit falschen Corona-Infos auf und erklärt den Stand bei Themen wie Immunität, Dunkelziffer und Ausstiegsszenario.*

Weil sie ihrer Tochter zum Geburtstag gratulieren wollte, ist eine 101-Jährige aus einer Seniorenresidenz getürmt - dabei nutzte sie die Polizei als Fluchthelfer.

Als drittes Bundesland führt Bayern eine Maskenpflicht ein - wir erklären alle Hintergründe.

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mg

Rubriklistenbild: © dpa / Mike Groll

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