Sorge nimmt zu

Corona in Europa: Überfüllte Strände in England - Johnson-Regierung verschärft jetzt Maßnahmen - „überfällig“

In Europa steigen die Corona-Zahlen in einigen Ländern deutlich. Griechenland reagiert. Italien greift zu einer umstrittenen Maßnahme. Ein deutsches Nachbarland hat die Regeln verschärft. Der News-Ticker.

  • Viele europäische Länder haben weiter mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. Großbritannien hat die Maßnahme der Selbstisolation verschärft. (Update vom 30. Juli, 15.55 Uhr)
  • In Belgien wurden die Regeln seit Mittwoch verschärft. (Update vom 30. Juli, 11.01 Uhr)
  • In Italien wirbt Premier Conte für eine Notstands-Verlängerung - Senat und das Abgeordnetenhaus stimmten mehrheitlich zu. (Update vom 29. Juli, 07.53 Uhr und 17.46 Uhr)
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte

Update vom 30. Juli, 15.55 Uhr: Die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson hat aus Angst vor einer zweiten drohenden Coronavirus-Welle eine Maßnahme verschärft. Menschen, die positiv auf das Virus getestet wurden oder Symptome zeigen, die auf eine Corona-Infektion hindeuten, müssen sich künftig für zehn Tage selbst isolieren. Bisher waren nur sieben Tage vorgesehen. Es sei nicht auszuschließen, dass Infizierte auch noch nach einer Woche den Erreger verbreiten könnten, begründete der britische Gesundheitsminister Matt Hancock den Schritt am Donnerstag in London.

Die Corona-Pandemie hält Europa in Atem: Großbritannien verschärft Maßnahme

Der Sender BBC kritisierte die Maßnahme als überfällig: Zahlreiche Staaten hätten schon längst die zehntägige Quarantäne angewiesen. „Die Entscheidung hätte in Wahrheit schon vor Wochen, wenn nicht gar Monaten getroffen werden können“, hieß es in einem Kommentar.

In Großbritannien war die Pandemie gemessen an der Zahl der täglichen Neuinfektionen im März und im April besonders schlimm. Um die 5.000 neue Fälle verzeichnete das Vereinigte Königreich damals pro Tag. Mittlerweile liegt der Wert in der Regel unter 1.000. Laut den Daten der Johns-Hopkins-Universität wurden am 29. Juli 802 Neuinfektionen registriert.

Abseits der zahlreichen Corona-Fragen holt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nun eine alte Grenz-Entscheidung ein. Die Grünen-Klage gegen die Reaktivierung der bayerischen Grenzpolizei wird bald vor dem Verfassungsgericht verhandelt.

Corona in Europa: In Belgien dürfen Menschen nur noch eine halbe Stunde einkaufen

Update vom 30. Juli, 11.01 Uhr: Seit dem gestrigen Mittwoch gelten die neuen Corona-Regeln in Belgien, das - obwohl Nachbarland - nicht so sehr im Corona-Fokus vieler Deutscher ist wie etwa Spanien oder Italien. Die Vorgaben gelten zunächst für vier Wochen und sollen landesweite Ausgangssperren verhindern.

Belgier dürfen nur noch maximal fünf Menschen auf einmal treffen, mit denen sie nicht zusammen wohnen. Für öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gilt eine Besuchergrenze von 100 Menschen statt wie zuvor 200. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel sind maximal 200 Menschen erlaubt, zuvor waren es 400. 

Zudem müssen die Menschen in Belgien ihre Einkäufe allein erledigen. Und: Sie müssen sie ihre Zeit für Einkäufe auf eine halbe Stunde beschränken. Darüber hinaus rät die Regierung „stark“ zu Homeoffice. 

Besonders drastisch sind die Maßnahmen in der Hafenstadt Antwerpen. Zwischen 23.30 Uhr und 06.00 Uhr dürfen die Bürger nicht mehr ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Alle Bars und Restaurants in der Stadt müssen um 23.00 Uhr schließen. Kontaktsport ist verboten, zudem jeglicher Teamsport für Erwachsene. Homeoffice in Antwerpen ist Pflicht, sofern der Arbeitgeber dies erlaubt und ermöglicht. 

Belgien, Mechelen: Ein Kellner, bereitet sich vor, eine Bar in der Stadt Mechelen, wo seit dem 29. Juli 2020, um 23.30 Uhr eine Ausgangssperre gilt, zu schließen. Das Foto wurde am Mittwoch aufgenommen.

Die Corona-Maßnahmen waren in Belgien bereits seit einigen Wochen wieder verschärft worden. So gilt unter anderem bereits eine Maskenpflicht in Geschäften, Kinos, Museen, Bibliotheken und Gotteshäusern sowie in Bussen und Bahnen. Seit Samstag muss auch an stark frequentierten öffentlichen Orten wie Märkten, Einkaufsstraßen oder Hotels ein Atemschutz getragen werden.

In Belgien wurden bis Montag mehr als 66.000 Corona-Fälle und 9821 Todesopfer verzeichnet.

Corona in Europa: Italien bringt umstrittene Maßnahme durchs Parlament - Wieder neue Fälle in St. Wolfgang

Update vom 29. Juli, 22.07 Uhr: Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Europa starben um die Hälfte mehr Menschen als gewöhnlich zu dieser Jahreszeit: Zwischen 29. März und 6. April lag die sogenannte Übersterblichkeit bei 50 Prozent - im europäischen Durchschnitt. Am höchsten lag der Wert in Spanien (155 Prozent), Belgien (91 Prozent) und Italien (67 Prozent), gefolgt von Frankreich (60 Prozent), wie das französische Statistikamt Insee ermittelte. In Deutschland lag die Übersterblichkeit dagegen nur bei vier Prozent -die Werte aus Großbritannien flossen nicht in die Statistik ein.

Corona-Krise: Italien verlängert Notstand bis Mitte Oktober

Update vom 29. Juli, 17.57 Uhr: In der Debatte um eine Verlängerung des Notstandes weiß die italienische Regierung die Parlamente hinter sich. Am Mittwoch (29. Juli) stimmte nach dem Senat auch das Abgeordnetenhaus der Verlängerung des im Zuge der Corona-Pandemie ausgerufenen Notstandes zu.

Seit knapp sechs Monaten gilt in Italien der Notstand. Eigentlich wäre er zum Monatsende ausgelaufen, nun wurde die Ausnahmesituation bis zum 15. Oktober verlängert. Auf Twitter machte Regierungschef Giuseppe Conte deutlich: „In der Bevölkerung darf es keine Verwirrung geben: Die Verlängerung des Ausnahmezustandes bedeutet keineswegs die Rückkehr eines Lockdowns.“

Ministerpräsident Giuseppe Conte betonte am Mittwoch im Abgeordnetenhaus, man wolle angesichts der Pandemie ein „umsichtiges Niveau der Wachsamkeit“ beibehalten. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, dass die Maßnahmen „freiheitszerstörend“ seien. Politiker der rechten Opposition und einige Rechtsexperten waren zuletzt gegen eine Verlängerung. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und werfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle.

Corona-Ausbruch in St. Wolfgang: Fallzahl steigt - Schutzmaßnahmen verlängert

Unterdessen ist im Touristenort St. Wolfgang in Oberösterreich die Zahl der Corona-Infektionen um sechs Fälle auf 68 gestiegen. Das teilte das österreichische Bundesland am Mittwoch mit. Die Behörden hätten die Infizierten durch das Aufspüren von Kontaktpersonen gefunden. Als Ausgangspunkt der zahlreichen Infektionen gelten Feiern junger Saisonmitarbeiter. Die Zahl der betroffenen Betriebe stieg von 17 auf 18. Einige Schutzmaßnahmen wurden um eine Woche bis zum 9. August verlängert. So müssen abreisende Gäste ihre Kontaktdaten im Beherbergungsbetrieb hinterlassen. Auch die Vorverlegung der Sperrstunde von ein Uhr nachts auf 23 Uhr bleibt den Angaben zufolge zunächst bestehen. Zwei Lokale hatten freiwillig geschlossen.

Coronavirus in Europa: Griechenland kehrt zu Maskenpflicht zurück und kündigt Geldstrafen an

Update vom 29. Juli, 12.45 Uhr: Griechenland kehrt zur Maskenpflicht zurück. Von Mittwoch an müssten alle Angestellten und Kunden unter anderem in Banken, Supermärkten, Friseur- und Schönheitssalons sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mundschutz tragen, sagte Zivilschutzminister Nikos Hardalias am Dienstag in Athen. Verstöße werden mit Geldbußen in Höhe von 150 Euro bestraft. Mit Beginn der Tourismussaison verzeichnet Griechenland einen Anstieg bei den Corona-Infektionen. So seien seit der Wiederöffnung der Grenzen für Touristen am 1. Juli mehr als 340 Infektionen bei Urlaubern festgestellt worden, sagte Hardalias. Insgesamt reisten in den vergangenen zwei Monaten demnach rund 1,3 Millionen Touristen ein. 

Coronavirus in Europa: Italien will Corona-Notstand verlängern

Update vom 29. Juli, 07.53 Uhr: Die Regierung von Italien will den Corona-bedingten Notstand bis Oktober verlängern. Er gilt in dem Mittelmeerland seit rund sechs Monaten, das aktuell gültige Dekret läuft Ende Juli aus. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Dienstag im Senat, dem kleineren von zwei Parlamentskammern, dass eine Verlängerung „unvermeidlich“ sei.

Politiker der rechten Opposition und einige Rechtsexperten sind gegen eine solche Verlängerung. Sie sehen Grundrechte in Gefahr und werfen der Regierung vor, dass sie mit Dekreten am Parlament vorbei regieren wolle. Aufgrund der Kritik wollte Conte in beiden Kammern für die Maßnahme werben. Bis wann im Oktober der Notstand gelten könnte, war zunächst nicht sicher.

Hält eine Notstands-Verlängerung wegen Corona für „unvermeidlich“: Italiens Premier Giuseppe Conte.

Der Notstand wird in Italien eigentlich nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen. Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann so Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden. Aktuell ist die Infektionswelle mit dem Virus Sars-CoV-2 in Italien nach Experteneinschätzung aber unter Kontrolle.

Corona in Europa: Infektionen in österreichischer Touristen-Hochburg steigen - Luxemburg erholt sich

Update vom 28. Juli, 16.23 Uhr: Der Anstieg neuer Corona-Infektionen in Luxemburg hat sich verlangsamt. „Die Zahlen stabilisieren sich im Moment, wenn auch auf hohem Niveau“, sagte der Direktor des Luxemburger Gesundheitsinstituts, Ulf Nehrbass. Damit sehe sich Luxemburg auf dem „richtigen Weg“ und sei „sehr verhalten optimistisch“, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. „Wir sind ganz klar in der zweiten Welle“, so Nehrbass, Sprecher der Covid-19-Tasforce des Landes.

Zwei Wochen zuvor war Luxemburg vom Robert Koch-Institut zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. Das europäische Land hatte die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten. Nehrbass erklärte, dass die hohen Zahlen auch damit zusammenhingen, dass Luxemburg flächendeckend teste. In Zuge dessen würden auch Grenzgänger aus Nachbarländern getestet. 18 Prozent der positiv Getesteten stammten aus dem Ausland.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle hat in Luxemburg gegen Ende Juni wieder stark zugenommen.

Am vergangenen Freitag waren noch 144 Neuinfektionen registriert worden, am Samstag waren es 83, am Sonntag dann 35. Bereits gut 400.000 Einwohner und Nicht-Ansässige sind im gut 600.000 Einwohner-Land getestet worden. Um die 1.400 Menschen gelten derzeit als infiziert.

Die Einstufung vom RKI als Risikogebiet mache Luxemburg zu schaffen. „Was uns trifft, ist, wie unreflektiert das geschehen ist. Ohne Nachfrage, ohne Diskussion und völlig unvermittelt“, sagte Nehrbass. Bislang beläuft sich die Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen in Luxemburg auf 6.321. Darunter sind 1.158 Nicht-Ansässige (Stand Montagabend). In Verbindung mit dem Virus sind 112 Menschen gestorben.

Corona in Europa: Infektionen in Touristen-Hochburg steigen - Jetzt scheint klar, wer Ausbruch verursacht hat

Update vom 28. Juli, 12.25 Uhr: Österreich trifft der Corona-Ausbruch in St. Wolfgang (Oberösterreich) hart, besonders die Tourismusbranche. Die Zahl der Corona-Fälle ist auf 62 (Stand: Montagabend, 27. Juli) gestiegen. Vorsorglich werden jetzt alle Tourismus-Praktikanten in St. Gilgen und Stobel getestet. Die jungen Menschen sollen die Hauptursache für den Corona-Ausbruch in dem Urlaubsort sein (siehe auch Update vom 27. Juli, 13.32 Uhr).

Wirtin Gudrun Peter vom dem berühmten Weissen Rössl am Wolfgangsee ist derzeit pessimistisch, was den Verlauf der Hauptsaison betrifft. Diese Situation bedeute für viele Unternehmen in St. Wolfgang den Todesstoß, so Peter gegenüber krone.at. „Die Hauptsaison, die bis zum Kaiser-Geburtstag, also 18. August, läuft, ist für uns gelaufen“, sagt die Weissen-Rössl. Für die Praktikanten, die St. Wolfgang in einen Corona-Cluster verwandelt haben, zeigt sie sich verständnisvoll. „Ich kann es den jungen Menschen nicht übel nehmen, dass sie in der Freizeit feiern wollen und es sich nicht verbieten lassen.“

Durch die umfangreichen Testungen sei St. Wolfgang sei der Tourismusort sicher, meinte der Bürgermeister Franz Eisl, berichtet ORF.at. Alle Betriebe würden jetzt über den Sommer regelmäßig durchgetestet, um eine optimale Sicherheitslage zu gewährleisten.

Coronavirus in Europa: Belgien verschärft Corona-Regeln

Update vom 27. Juli, 17.59 Uhr: Erneut hat die belgische Regierung ihre Corona-Beschränkungen verschärft. Nachdem am Samstag in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde, wurden jetzt auch geänderte Kontaktbeschränkungen ausgegeben. Ab Mittwoch dürfen sich nur noch fünf Belgier, die nicht zusammenleben, gleichzeitig treffen. Vorher durften sich 15 Personen zur selben Zeit sehen. Das kündigte jetzt Ministerpräsidentin Sophie Wilmès an. Außerdem empfiehlt sie ihren Bürgern dringend im Homeoffice zu arbeiten. Zusätzlich wurde das Besucherlimit in geschlossenen Räumen von 200 auf 100 reduziert. Unter freiem Himmel sinkt die Zahl von 400 auf 200.

Die neuen Regeln wurden jetzt eingeführt, weil es einen "besorgniserregenden" Anstieg an Corona-Fällen in ihrem Land gab, so die Ministerpräsidentin. Die Beschränkungen sollen zunächst vier Wochen Bestand haben. Die Verschärfung der Maßnahmen sei notwendig um eine allgemeine Ausgangssperre zu verhindern, sagt Wilmès.

Corona-Ausbruch in St. Wolfgang geht auf junge Saisonarbeiter zurück

Update vom 27. Juli, 13.32 Uhr: Die zahlreichen Corona-Fälle rund um die österreichische Tourismus-Hochburg St. Wolfgang sollen vor allem auf junge Saisonmitarbeiter zurückzuführen sein, die in verschiedenen Betriebe arbeiten, in Mehrbettzimmern nächtigen und abends auch in Gruppen feiern gehen. Vorwürfe in Richtung der Jugend werden aber keineswegs laut. Stattdessen wird viel Verständnis gezeigt.

„Der Cluster in St. Wolfgang hat im Kleinen begonnen. Wie es meistens ist. Das heißt - von ein paar jungen Personen in dem Fall ist es ausgegangen, die sich abends nach Arbeitsende getroffen haben, was den jungen auch nicht vorzuwerfen ist“, erklärt Theresia Schlöglmann, Einsatzleiterin des Krisenstabs des Landes Oberösterreich, im ORF. Ähnlich sieht es Tourismuschef Hans Wieser: „Es gibt von unserer Seite keine Vorwürfe. Als junger Mensch geht man nicht um ein Uhr ins Bett.“

Update vom 27. Juli, 09.55 Uhr: Nach dem Corona-Massenausbruch in einem Betrieb im bayerischen Mamming muss sich die bayerische Landesregierung heftiger Kritik aussetzen. Markus Söder (CSU) reagiert in einer Pressekonferenz.

Update vom 27. Juli, 06.53 Uhr: In Österreich wurde gerade die Maskenpflicht wieder verschärft. Dennoch ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee weiter gestiegen - um weitere neun Fälle auf insgesamt 53, wie die Nachrichtenagentur APA mitteilte. Damit wurden inzwischen alle am Samstag (26. Juli) in St. Wolfgang vorgenommenen 628 Tests ausgewertet.

Am Sonntag waren laut APA weitere 419 Tests vorgenommen werden, deren Ergebnisse am Montag (27. Juli) vorliegen sollen. Getestet worden waren Mitarbeiter von Tourismus-Betrieben, Gäste und Einheimische. Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur sieben Hotels, eine Pizzeria und zwei Bars in St. Wolfgang.

Corona-Ausbruch in Österreich: Wolfgangsee neuer Hotspot wie Ischgl?

Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen. „Die infizierten Praktikanten waren auf unterschiedliche Quartiere verteilt untergebracht und wohnten vielfach in Doppel- und Dreibettzimmern“, sagte der Chef der Tourismus-Gesellschaft Wolfgangsee, Hans Wieser, der APA. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in den beiden inzwischen geschlossenen Bars.

Eine weitere Touristen-Hochburg in Österreich ist von einem Corona-Ausbruch betroffen.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. Der Wolfgangsee im Salzkammergut ist bei deutschen Touristen sehr beliebt - auch der 2017 verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) verbrachte dort über Jahre hinweg regelmäßig seinen Urlaub.

Coronavirus in Italien: Schutzkittel-Skandal um Lombardei-Präsidenten - 500.000 Euro in der Krise veruntreut?

Update, 19.57 Uhr: In Italien werden schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten der Lombardei laut. Attilio Fontana soll bei einem Geschäftsabschluss über Schutzkittel betrogen haben, die Ermittlungen gegen den Politiker der rechten Lega laufen. Er selbst bezeichnet die Anschuldigungen gegenüber der Zeitung „La Stampa“ als absurd.

Für 500.000 Euro kaufte die dortige Regierung Krankenhauskittel. Bestellt wurden sie bei einem Unternehmen, das von Fontanas Schwager geleitet und kontrolliert wird. Auch die Ehefrau des Politikers ist an der Firma beteiligt. Fontana beteuert, nichts davon gewusst zu haben, dass seine Region dem Kauf im April zugestimmt habe.

Als Medien das Thema um die scheinbare Vetternwirtschaft aufgriffen, hatte sich der Präsident verdächtig gemacht. Sein Schwager beschloss kurzfristig, die Kittel doch zu spenden, anstatt sie zu verkaufen. In der Folge versuchte Fontana, 250.000 Euro von seinem persönlichen Bankkonto in der Schweiz zu überweisen. Offenbar um den finanziellen Verlust seiner Verwandschaft auszugleichen. Damit war er ins Visier der Behörden geraten und zog die Zahlung daraufhin zurück.

Was ist das Verbrechen?“, gibt er sich heute perplex, „normalerweise gibt es Ermittlungen, weil jemand illegal Geld genommen hat.“ Er würde als erster Politiker in die Geschichte eingehen, gegen den ermittelt werden, weil er versucht habe, Geld zu geben.

Coronavirus in Österreich: Kuriose Einordnung nach Infektionsschub in Tourismus-Hochburg

Update, 17.29 Uhr: Mindestens 44 Menschen haben sich im österreichischen Tourismus-Ort St. Wolfgang mit dem Coronavirus infiziert (s. Update vom 26. Juli, 8.55 Uhr). Das hat für die lokalen Betriebe unmittelbare Folgen. Erste Touristen seien bereits vorzeitig abgereist, andere hätten ihre Buchungen abgesagt oder storniert, bestätigt der Chef des Tourismusverbandes Wolfgangsee, Hans Wieser, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Mehrzahl der Erkrankten seien Praktikanten der örtlichen Tourismus-Unternehmen, heißt es. Aber auch mindestens ein Feriengast wurde positiv getestet. Es war bekannt geworden, dass die Praktikanten in mehreren Lokalen gefeiert und das Virus dadurch verbreitet hätten. Alois Lanz, Leiter der Bezirksbehörde, verteidigt ihr Verhalten recht leger. „Wir haben das alle gerne gemacht in unserer Jugend", ordnet er gegenüber Radiosender Ö1 ein.

Deutsches Nachbarland verschärft Corona-Regeln deutlich - Weitere Infektionen in Tourismusgebiet in Österreich

Update, 11.52 Uhr: In Belgien steigen die Infektionszahlen - deshalb sind nun neue Maßnahmen in Kraft getreten. Seit Samstag (25. Juli) muss auf Märkten, in Einkaufsstraßen und öffentlichen Gebäuden eine Maske getragen werden. Zudem werden in gastronomischen Betrieben die Kontaktinformationen der Gäste für 14 Tage gespeichert. Eine Maskenpflicht gilt dort auch, allerdings nicht, wenn die Besucher an einem Tisch sitzen.

Zuvor musste ein Mund-Nasen-Schutz bereits in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und zum Beispiel in Gotteshäusern, Kinos und Museen getragen werden. Auch ist die maximale Gruppengröße für private Treffen, Ausflüge oder Restaurantbesuche auf 15 Personen beschränkt.

Die Zahl der Corona-Infektionen stieg in Belgien zuletzt wieder deutlich an. So wurden im Zeitraum zwischen dem 16. und 22. Juli täglich rund 255 neue Covid-19-Fälle gezählt, was im Vergleich zu den sieben Tagen davor einem Anstieg um 71 Prozent entspricht. Auf 100.000 Einwohner kamen knapp 25 neue Fälle. Die Gesamtzahl der bestätigten Covid-19-Infektionen beläuft sich in Belgien mittlerweile auf mehr als 65.700, die Zahl der Toten wurde zuletzt mit 9821 angegeben.

In Berlin hingegen scheinen einige Menschen die Pandemie nicht mehr ernst zu nehmen. Ein Party-Exzess im Volkspark Hasenheide sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. Die Beamten hatten alle Mühe, sich Gehör zu verschaffen.

Coronavirus in Österreich: Weitere Infektionen in Tourismusbetrieben in St. Wolfgang

Update vom 26. Juli, 8.55 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich (siehe unten) ist auf mindestens 44 gestiegen. Bei den Betroffenen handelt es sich offenbar überwiegend um Mitarbeiter, allerdings sei auch bei einem Urlauber das Virus nachgewiesen worden. Die meisten Infizierten seien Praktikanten. Ob sie sich in ihren Unterkünften oder beim Ausgehen angesteckt haben, sei unklar.

Bis zum späten Samstagabend (25. Juli) wurden bereits über 600 Personen getestet, sowohl Angestellte als auch Urlaubsgäste. Bisher wurden 258 Tests ausgewertet worden, die weiteren Ergebnisse werden am heutigen Sonntag erwartet. Zwei Bars wurden bereits am Freitag (24. Juli) geschlossen. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23 Uhr an.

Coronavirus in Österreich: Zweites Ischgl? In Tourismusgebiet häufen sich die Fälle

Update vom 25. Juli, 19.23 Uhr: Im beliebten Tourismusgebiet St. Wolfgang in Oberösterreich häufen sich die Fälle von Corona-Erkrankungen. Das weckt nicht nur vor Ort die Erinnerung an die Ausbrüche in Ischgl zu Beginn der Pandemie. Die meisten Covid-19-Patienten arbeiten wohl in Tourismusbetrieben. Insgesamt sind derzeit 26 Personen mit dem Virus infiziert.

Ein Großteil der Infizierten sind wohl Praktikanten. Aber wo sie sich angesteckt haben ist derzeit noch unklar. Vorsichtshalber wurden bereits zwei Bars geschlossen. Unter den Urlaubern habe sich wohl niemand angesteckt. Es soll aber weiterhin auf das Coronavirus gestest werden. Aktuell sind in ganz Österreich 1500 Menschen mit Virus infiziert. Hotspots sind dabei die Hauptstadt Wien und eben Oberösterreich.

Corona: Griechenland will bestimmte Gruppe bei Impfstoff bevorzugen

Update vom 25. Juli, 18.32 Uhr: Wenn es einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben sollte, dann sollen in Griechendland Risikogruppen bevorzugt geimpft werden. „Sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, werden wir denjenigen Vorrang einräumen, die das Mittel am dringendsten brauchen“, sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Sender Skai TV am Samstag. „Unsere hochbetagten Mitbürger, die sehr alten Menschen, Hochrisikogruppen. Wir werden diejenigen schützen, die in Gefahr sind“, sagte Kikilias. Eine Pflicht, sich impfen zu lassen, werde es in Griechenland nicht geben. Der Minister fügte aber hinzu, dass er dies dringend empfehle.

Griechenland hat bisher über 4100 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, in 201 Fällen ging die Infektion tödlich aus. Da ein Viertel der griechischen Wirtschaft vom Tourismus abhängt, versuchte die Regierung zuletzt, Besuchern zu versichern, dass sie in Griechenland sicher Urlaub machen könnten. Das Land begann im Juni damit, seine Landesgrenzen nach und nach wieder für ausgewählte Länder zu öffnen. Seit dem 1. Juli hat Griechenland den Flugverkehr für fast sämtliche europäische Flüge freigegeben.

Update vom 25. Juli, 14.10 Uhr: Die Corona-Pandemie ist europaweit omnipräsent, da warnt das RKI schon vor dem nächsten gefährlichen Virus - dem West-Nil-Virus. Aus zwei deutschen Bundesländern werden Infektionen gemeldet.

Corona in Europa: Zehn Crew-Mitglieder infiziert - AIDA Cruises hält an Kurz-Kreuzfahrten fest

Update vom 24. Juli, 15.55 Uhr: Das Kreuzfahrt-Unternehmen AIDA Cruises hält trotz der festgestellten zehn mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Crewmitglieder an den geplanten Kurz-Kreuzfahrten fest. Die betroffenen Mitarbeiter befänden sich in strenger Einzelisolation an Bord eines der beiden Schiffe, die derzeit im Rostocker Seehafen liegen, sagte AIDA-Sprecher Hansjörg Kunze am Freitag in Rostock.

Die jetzigen Testergebnisse zeigten, dass die Präventionsmaßnahmen gegriffen hätten. Alle weiteren Besatzungsmitglieder befänden sich ebenfalls in Isolation und würden erneut auf Covid-19 getestet. Die „AIDAmar“ und die „AIDAblu“ stünden nicht unter Quarantäne, allerdings seien alle Landgänge gestrichen.

Am 5. August soll in Hamburg die „AIDAperla“ zur Kurz-Kreuzfahrt ohne Landgang ablegen, am 12. August in Rostock die „AIDAmar“ und am 16. August in Kiel die „AIDAblu“. Am vergangenen Mittwoch waren 750 Besatzungsmitglieder aus Asien auf dem Flughafen Rostock-Laage angekommen.

Corona in Belgien: Dreijähriges Mädchen an Infektion gestorben

Update vom 24. Juli, 14.03 Uhr: In Belgien ist ein dreijähriges Mädchen an einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. „Diese Nachricht berührt uns alle tief“, sagte Boudewijn Catry von den belgischen Gesundheitsbehörden. Es sei selten, dass junge Menschen an der Krankheit sterben. Der Fall zeige aber, dass niemand davor sicher sei. Das Mädchen hatte nach Behördenangaben „ernste“ Vorerkrankungen.

Catry warnte die Bevölkerung vor mangelnder Vorsicht: 85 Prozent der Neuinfektionen in der vergangenen Woche seien bei unter 60-Jährigen festgestellt worden. Nach Behördenangaben sterben in Belgien derzeit durchschnittlich drei Menschen pro Tag an Covid-19. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Woche um 89 Prozent gestiegen. Pläne zur Lockerung der Corona-Maßnahmen im August wurden vorerst verschoben. Insgesamt haben die belgischen Behörden bisher rund 65.000 Infektionen festgestellt.

Corona in Europa - Urlaubsland schlägt Alarm: „Könnte sein, dass wir bereits eine zweite Welle haben“

Update vom 24. Juli, 13.15 Uhr: Der Anstieg der Corona-Neuinfektionen bereitet im einstigen Pandemie-Hotspot Spanien immer mehr Sorgen. Binnen 24 Stunden seien 971 neue Ansteckungsfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend in Madrid mit. Das sind 241 mehr als am Vortag und sogar 442 mehr als am Dienstag. Die meisten Neuansteckungen gab es im Nordosten des Landes, und zwar in den Regionen Aragonien (415) und Katalonien (182).

„Es könnte sein, dass wir bereits eine zweite Welle haben“, räumte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), María José Sierra, ein. Sie betonte aber: „Wie man das nennt, ist völlig egal. Wenn die größeren Neuausbrüche schnell unter Kontrolle gebracht werden, haben wir die Situation weiter im Griff.“

Sierra betonte, bei den Neuinfektionen handele es sich vorwiegend um Fälle „mit nur leichten Symptomen“. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liege bei 45 Jahren. Nach Angaben der Behörden sind neben Saisonarbeitern der Landwirtschaft vor allem Besucher von Nachtlokalen und Teilnehmer von Privatpartys betroffen.

Mit mehr als 270 000 nachgewiesenen Infektionen und über 28 400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Nach Angaben der Behörden ist die Lage aber seit vielen Wochen unter Kontrolle.

Corona in Russland: Zahl der Infektionen steigt auf über 800.000 an

Update vom 24. Juli, 11.55 Uhr: In der Corona-Pandemie haben sich in Russland insgesamt mehr als 800.000 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In den vergangenen 24 Stunden kamen im ganzen Land rund 5800 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Freitag in Moskau mitteilten. Nur die USA, Brasilien und Indien verzeichnen weltweit mehr Fälle.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland liegt seit geraumer Zeit in dieser Größenordnung. Die Hauptstadt Moskau ist mit rund 600 neuen Coronafällen pro Tag noch immer der Hotspot in Russland. In der Metropole mit geschätzten 15 Millionen Einwohnern gab es in den vergangenen Monaten strenge Ausgangsbeschränkungen, was die Zahlen drückte. Die Vorschriften wurden jedoch weitgehend aufgehoben.

Im ganzen Land starben bislang nach offiziellen Statistiken mehr als 13.000 Menschen mit dem Virus. Das ist im Vergleich zu anderen Länder relativ wenig. Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland. Behördenvertreter wiesen dies jedoch vehement zurück.

Coronavirus in England: Maskenpflicht tritt in Kraft

In England ist am Freitag die Pflicht zum Tragen von Masken in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen in Kraft getreten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 100 Pfund (ungerechnet 110 Euro) rechnen. Die Regierung in London hatte die Regelung erst nach langem Zögern eingeführt. In Schottland müssen schon seit Anfang des Monats Masken in geschlossenen Räumen getragen werden. Bislang galt die Maskenpflicht in England nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Großbritannien ist mit mehr als 45.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten das am schlimmsten von der
Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben.

Zahl der Corona-Fälle in Europa auf mehr als drei Millionen gestiegen

Update vom 23. Juli, 13.42 Uhr: In Europa ist die Zahl der Corona-Fälle auf mehr als drei Millionen gestiegen, teilt die Nachrichtenagentur AFP mit. Auf Russland, Großbritannien, Spanien und Italien entfallen dabei mehr als die Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten sich nach AFP-Berechnungen offiziell 3.002.861 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl sei auf Grundlage offizieller Angaben berechnet. Die tatsächlichen Infektionszahlen liegen nach Angaben von Experten wahrscheinlich um ein Vielfaches höher, als in den Statistiken der Behörden verzeichnet. Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht über die Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland, USA, Brasilien, Spanien, Indien und Italien. Nach wie vor ist Europa der Kontinent mit den meisten Todesfällen in der Corona-Pandemie.

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Corona-Infektionen3.002.86115.237.784
Todesfälle206.633626.994

Corona in Italien: Regierung plant weitere Schulden zur Finanzierung der Coronavirus-Folgen

Update vom 23. Juli, 8.38 Uhr: Zur Finanzierung der Coronavirus-Folgen plant Italiens Regierung weitere Schulden in Höhe von 25 Milliarden Euro für das Jahr 2020. Das Haushaltsdefizit werde damit im laufenden Jahr auf 11,9 Prozent steigen. Das teilte das Kabinett um Ministerpräsident Giuseppe Conte mit. Die Regierung wolle einen entsprechenden Beschluss vorlegen.

Zuletzt hatte Rom im April 55 Milliarden Euro an neuen Schulden beschlossen. Das hatte das Haushaltsdefizit 2020 schon damals auf die seit Jahrzehnten nicht da gewesene Höhe von 10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klettern lassen. Die neue staatliche Gesamtverschuldung würde nun auf 157,6 Prozent des BIP für 2020 steigen. Auch für die kommenden Jahre peilt die Regierung mehr Schulden als bisher an.

Erst in dieser Woche hatte die Europäische Union in Brüssel einen gemeinsamen Wiederaufbauplan für die Union beschlossen. Daraus könnte Italien rund 200 Milliarden Euro erhalten. Diese Gelder dürften allerdings erst ab dem kommenden Jahr wirklich fließen.

Coronavirus in Frankreich: Staat mit 40 Millionen Masken helfen - Macron gegen Verbraucherverbände

Update vom 22. Juli, 22.45 Uhr: In Frankreich gilt seit Montag die Maskenpflicht für alle Bürger - weshalb die Regierung nun massenhaft Schutzmasken verteilen will. Verbraucherverbände fordern kostenlosen Zugang zu den Mund-Nase-Bedeckungen, Präsident Emmanuel Macron sieht dies anders.

Der Staat möchte den sieben Millionen bedürftigen Menschen im Land unter die Arme greifen und kündigte an, diese mit rund 40 Millionen Masken zu versorgen. Dies teilte der französische Gesundheitsminister Olivier Veran am Mittwochabend dem TV-Sender France 2 mit. Im Rahmen der Versorgungsaktion übernimmt die französische Post die Zustellung der Masken. Die Maskenflicht gilt im deutschen Nachbarland in öffentlichen Transportmitteln und geschlossenen öffentlichen Räumen.

Daraufhin forderten mehrere französische Verbraucherverbände einen kostenlosen Zugang zu Masken für alle. Ein Betrag von etwa 100 Euro würde für einen Haushalt mit zwei Kindern monatlich für Einwegmasken anfallen, meinte Alain Bazot, Präsident der größten französischen Verbraucherorganisation „Que Choisir“, gegenüber dem Nachrichtenportal Franceinfo. Beim Tragen der Maske sei es wie bei einer Impfpflicht, so Bazot. Diese funktioniere nur, wenn sich alle Menschen beteiligten. Kostenlose Masken seien darum nötig.

Staatschef Emmanuel Macron widersprach dem am Dienstag. Dem Fernsehsender TF1 sagte der Präsident, der Steuerzahler solle nicht Masken für alle bezahlen. Vielmehr gehe es ihm darum, die Bürger, die sich keine Masken leisten können, zu unterstützen.

Corona in Österreich: Beschränkungen teilweise verfassungswidrig

Update vom 22. Juli, 15.49 Uhr: In Österreich hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) einzelne Aspekte der Corona-Beschränkungen für gesetzwidrig erklärt. Die Ausgangsbeschränkungen seien teilweise nicht durch das Covid-19-Gesetz gedeckt gewesen, entschied das Gericht am Mittwoch. „Dieses Gesetz bietet keine Grundlage dafür, eine Verpflichtung zu schaffen, an einem bestimmten Ort, insbesondere in der eigenen Wohnung, zu bleiben.“ Das Betreten bestimmter Orte dürfe zwar untersagt werden, eine Pflicht zu Hause zu bleiben, könne aber nicht auf dieser Grundlage verhängt werden. Auch die stufenweise Öffnung der Geschäfte kritisierte das Gericht. Viele bis zum 30. April verhängten Strafen wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen müssten nach ORF wohl erlassen werden, falls gegen sie Einspruch erhoben wurde.

Coronavirus in Europa: Touristenorte in Frankreich ziehen bei der Maskenpflicht drastische Seiten auf

Update vom 22. Juli, 15.32 Uhr: In Europa geht die Angst vor einer zweiten Corona-Welle um. Erst am Montag hatte Frankreich deshalb erstmals eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr erlassen. Das geht einigen Städten allerdings nicht weit genug. Unter anderem mehrere Touristenorte erließen Dekrete, wonach Masken nun auch auf der Straße Pflicht sind.

In der Küstenstadt La Rochelle in Westfrankreich ist die Maske seit Mittwoch im Alten Hafen und im Stadtzentrum verpflichtend. Die Regel ziele darauf ab, ein Wiederaufflammen der Epidemie in Zeiten mit viel Touristen zu verhindern, hieß es. Auch in Concarneau und Saint-Brieuc in der Bretagne ist die Maske im Zentrum vorgeschrieben. In Saint-Brieuc gilt auch Maskenpflicht auf Spielplätzen, Parks oder am Hafen. In zahlreichen Städten in der Bretagne, aber auch im Rest des Landes gilt außerdem eine Maskenpflicht auf Märkten.

Europa fürchtet zweite Corona-Welle: Österreich verschärft Maßnahmen - Spanien droht erneuter Lockdown

Update vom 22. Juli, 9.13 Uhr: Die Corona-Krise hat die spanische Restaurant- und Kneipenlandschaft hart getroffen. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Unternehmen des Landes. Der Verband rechnet sogar damit, dass die Zahlen noch weiter steigen werden. Bis Ende des Jahres könnten 65.000 Betriebe betroffen sein.

Auf den Balearen-Inseln, darunter das bei Deutschen beliebte Urlaubsziel Mallorca, habe auch nach dem Ende der Grenzschließungen in der Europäischen Union weniger als die Hälfte der Bars und Restaurants wieder geöffnet, erklärte der Verband. In den Großstädten des Landes leidet die Branche demnach auch unter ausbleibenden einheimischen Gästen, die sich stattdessen wegen des verbreiteten Homeoffice daheim versorgen. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

Coronavirus in Europa: Zahl der Neuinfektionen nimmt in Spanien wieder zu

Nach zwei heftigen Peaks im März und im April verzeichnet Spanien im Juli erneut hohe Zahlen der täglich gemeldeten Neuinfektionen. Für den 20. Juli meldet die Johns-Hopkins-Universität circa 4.600 neue Fälle - 1.200 einen Tag später. Für den 18. und 19. Juli verzeichnet die Universität zwar keine neue Fälle, was darauf schließen lässt, dass an diesen Tagen keine Neuinfektionen gemeldet wurden, sondern erst am 20. Juli nachgemeldet wurden. Dennoch liegen die Zahlen deutlich über dem bereits erreichten Tief im Juni.

Coronavirus in Europa: Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

Update vom 21. Juli, 15.16 Uhr: In Supermärkten, Postfilialen und Banken führt Österreich die Maskenpflicht wieder ein. Das kündigt der österreichische Kanzler Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz am Dienstag an. Derzeit gilt eine Maskenpflicht etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Arztpraxen. Es soll auch ein Ampelsystem für Regionen mit Hotspots eingeführt werden. Bei Reisen aus oder in Risikogebieten soll ein sogenanntes „Pre-Clearing-Konzept“ für mehr Sicherheit sorgen. Ziel sei möglicherweise betroffene Reisende schneller zu informieren - aber auch verhängte Quarantäne-Maßnahmen zu überprüfen. Mit Blick auf dem Herbst müssen Vorkehrungen getroffen werden. Es gelte eine „Zweite Welle“ zu verhindern. Mit den Maßnahmen reagiert Österreich auf den Anstieg der Corona-Fälle.   

Coronavirus in Europa: Angst vor „Zweiter Welle“ in Spanien wächst - aktueller Hotspot ist Katalonien

Update vom 21. Juli, 10.04 Uhr: In Spanien steigen die Corona-Infektionen. Aktueller Hotspot ist Katalonien. Die Angst vor einer „Zweiten Welle“ wächst. In Barcelona gelten seit vergangenem Freitag strengere Ausgangsbeschränkungen. Die Bewohner wurden aufgerufen ihre Wohnung nur in dringend erforderlichen Fällen zu verlassen. In der ganzen Region gilt eine Maskenpflicht im Freien. 

Die neuen Corona-Fälle versetzen Nachbarn in Alarmbereitschaft. Mallorca und seine Nachbarinseln möchten, dass Einreisende aus Katalonien in Quarantäne müssen, berichtet tagesschau.de. Auch Frankreich denkt demnach darüber nach, die Grenze zu Katalonien und damit zu Spanien wieder zu schließen. Die Angst vor einem neuen Ausbruch ist offenbar da.  

Die Strände an der Costa Brava sind jedoch voll. Das ist zu dieser Jahreszeit normalerweise kaum ungewöhnlich, doch die Urlauber stammen überwiegend aus dem Hotspot in Katalonien. Die Einwohner von Barcelona fürchten einen totalen Lockdown und sind an die spanische Küste gefahren, berichtet ElPais.com. Viele haben dort Ferienwohnungen und haben den Appell der Regierung offenbar ignoriert. Einen Überblick über die wichtigsten Regeln, die Urlauber, die nach Spanien reisen beachten müssen, bietet Costa Nachrichten*.

Corona in Europa: Britische Biotechfirma meldet Durchbruch bei Corona-Medikament

Update vom 20. Juli, 17.32 Uhr: Die britische Biotechfirma Synairgen vermeldet einen Durchbruch bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. Sie berichtet von vielversprechendem Erfolgen mit einem Medikament zum Inhalieren. Krankenhaus-Patienten mussten das Protein Beta-Interferon einatmen. Dadurch wurde offenbar das Risiko, künstlich beatmet werden zu müssen oder sogar zu sterben, deutlich reduziert. 

Das Medikament könnte die Covid-19-Behandlung revolutionieren

Das Pharma-Unternehmen testete das neue Medikament mit dem Namen SNG001 an rund 100 stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten. Bei 79 Prozent der Studienteilnehmer nahm die Krankheit im Vergleich zur Placebo-Kontrollgruppe einen leichteren Verlauf. Die Aussagekraft der Studie sei zwar im Augenblick noch begrenzt, da die Patientenzahl zu gering war und die Ergebnisse von anderen Wissenschaftlern noch überprüft werden müssen. Dennoch macht das Ergebnis den Forschern Mut, einen großen Schritt bei der Covid-19-Behandlung erzielt zu haben 

"Die Ergebnisse bestätigen unsere Überzeugung, dass Beta-Interferon als Medikament zum Inhalieren ein enormes Potenzial hat, die Immunreaktion der Lunge wiederherzustellen", sagte Lungenspezialist Tom Wilkinson von der Universität von Southampton. Und sein Kollege Naveed Sattar von der Universität Glasgow hält das Ergebnis sogar für bahnbrechend. Er wies jedoch darauf hin, dass man erst nach einer größeren Studie, die Wirkung des Medikaments bestätigen kann.

Europa fürchtet zweite Corona-Welle: Masken-Rückkehr in Österreich?

Paris - Im Kampf gegen das Coronavirus* hat Frankreich eine landesweite Maskenpflicht eingeführt, die ab Montag (20. Juli) gilt. In öffentlichen geschlossenen Räumen müssen verbindlich Mund und Nase bedeckt werden. 

Coronavirus in Europa: Frankreich verschärft Maskenpflicht

Unter anderem gelten die neuen Regeln für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch Kultureinrichtungen wie Museen, Kinos und Sehenswürdigkeiten. Die Neuerung teilte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo mit. Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung müssen Masken getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher Mund und Nase bedecken müssen. Jetzt droht bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Pflicht in ganz Frankreich bereits seit Mai. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

Corona-Pandemie in Europa: Macron trägt Mund-Nasen-Schutz

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Regelverschärfung in der vergangenen Woche in einem TV-Interview persönlich angekündigt. In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet. Behörden in Frankreich warnten bereits vor einem Anstieg der Corona-Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. Frankreich ist von der Corona-Krise mit mehr als 30.000 Toten hart getroffen geworden.

Emmanuel Macron zeigte sich am EU-Gipfel mit Mund-Nasen-Bedeckung.

Das französische Staatsoberhaupt geht mit gutem Beispiel voran. Emmanuel Macron zeigte sich beim EU-Gipfel mit einer Mund-Nasen-Bedeckung. In Brüssel trafen sich die europäischen Staatschefs, um über das Corona-Hilfspaket der EU zu verhandeln.

Europa in der Corona-Krise: Setzt Österreich auch bald wieder die Masken auf?

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz wollte am Sonntag (19. Juli) über die Wiedereinführung der Maskenpflicht debattieren. Nun wird die Entscheidung verschoben. Das berichtete Der Standard. Grund für die Terminänderung soll der EU-Gipfel sein, der eigentlich am Sonntagabend hätte enden soll, jedoch verlängert wurde. Bei einem Treffen am Dienstag (21. Juli) will Kurz zusammen mit dem Vizekanzler, dem Gesundheits- und dem Innenminister eine Entscheidung fällen.

Mit 82 neu registrierten Fällen (19. Juli) fällt die Zahl der Neuinfektionen in Österreich derzeit gering aus. Am heftigsten war die Lage in Österreich im März. Am 26.03. verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität rund 1.300 neue Fälle.

Trotz der Corona-Pandemie fahren viele Menschen in den Urlaub ins Ausland. Für Komplikationen sorgte das am Ballermann. Auf der Partymeile Mallorcas mussten zahlreiche Clubs schließen. Am Goldstrand in Bulgarien wird unterdessen weitergefeiert.

(lb) *Merkur.de und Costa Nachrichten sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Haben Wissenschaftler endlich einen entscheidenden Durchbruch bei der Corona-Forschung erlangt? Die Ergebnisse mehrerer Studien lassen hoffen.

Rubriklistenbild: © Nicolas Maeterlinck/dpa

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