Eigentor von „quer“

„Ach, Herr Söder“: BR nimmt Corona-Post politisch korrekt auseinander - und patzt dabei selbst

quer-Moderator Christoph Süß - seine Redaktion nahm Söder aufs Korn.
+
quer-Moderator Christoph Süß - seine Redaktion nahm Söder aufs Korn.

Dieser Beitrag ging nach hinten los: Die Frage ist nur, ob damit derjenige von Ministerpräsident Markus Söder gemeint ist - oder von der BR-Sendung quer. 

  • Auf Facebook verbreitet die Bayerische Staatskanzlei Informationen zu neuen Corona-Maßnahmen im Freistaat*. 
  • Die BR-Sendung quer kritisierte den Coronavirus*-Post bissig. 
  • Doch dann stellte sich heraus, dass die BR-Redakteurinnen und -Redakteure dabei selbst nicht alles bedachten. 

München - Dieser Instagram-Post war wohl etwas zu oberlehrerhaft und zu politisch korrekt. Die beliebte BR-Sendung quer wollte Ministerpräsident Markus Söder* auf Fehler hinweisen - und leistete sich dann selbst welche. *

„Ach, Herr Söder“ - BR-Sendung quer nimmt Corona-Post der Staatsregierung auseinander

In einem genervten Tonfall heißt es: „Ach, Herr Söder, es wäre doch so einfach gewesen.“ Die quer-Redaktion teilte einen Screenshot eines Facebook-Beitrag der Staatsregierung, in dem Söder erklärt, wie die neuen Coronavirus*-Testverfahren ab dem 1. Juli 2020 im Freistaat ablaufen. An zwei Stellen ärgert sich die BR-Redaktion über Formulierungen. 

Wieso heißt es da, dass sich „jedermann“ testen lasse könne. Der Gegenvorschlag: „alle“. Kurz darauf ist die Rede davon, dass „jeder Bewohner Bayerns“ sich auch ohne Symptome testen lassen könne. Erneut nicht gendergerecht formuliert, weshalb quer vorschlägt: „Jede*r Bewohner*in“. 

Das allein wäre vermutlich schon ein rotes Tuch für viele gewesen, die sich nicht mit dem Anliegen einer geschlechtergerechten Sprache anfreunden können. Doch die Redaktion leistete sich bei ihrer Fehlersuche ein Eigentor, denn sie übersah eine weitere Formulierung. Später im Text steht nämlich noch „Vertragsärzte“, was von den BR-Leuten unbemerkt blieb. Die Redakteurinnen und Redakteure mussten im Kommentarbereich einräumen: „Ja, das ist uns leider selber durchgerutscht“, worauf einer hämisch antwortet: „Es wäre doch so einfach gewesen“. 

Auch der Gegenvorschlag „Jede*r Bewohner*in“ ist manchen zu holprig formuliert. Man könne es doch auch ganz ohne Sternchen unkompliziert schreiben: „Alle, die in Bayern leben“. „Eine gute Lösung“, gibt die Redaktion zu. 

Damit nicht genug, ein weiterer Instagram-Kommentator setzt noch einen drauf: „Divers habt ihr vergessen!“

Video: Corona-Tests für alle in Bayern - Ist das wirklich sinnvoll?

BR-Sendung quer kritisiert Corona-Post der Staatsregierung: „Haar in der Suppe gefunden: check“

Andere Fans der quer-Seite sind von dem Beitrag insgesamt genervt. Zahlreiche Instagram-Kommentatoren zeigen wenig Verständnis für die Kritik am Text der Staatsregierung: 

  •  „Haar in der Suppe gefunden: check“
  • „Bisi kleinkariert“
  • „Ein bisschen pingelig“

Söders Minister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verhöhnt derweil Veganer in der Corona-Affäre um Tönnies. Im Jahr 2013 sorgte quer mit einer Plakataktion für Verwirrung - sogar die damalige Landtagspräsidentin Stamm schaltete sich ein.

mag (*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare