Booster-Impfung im Herbst?

Spahn mit Prognose zu Delta: „Eine Sache von Wochen“ - Gesundheitsminister wird bei Frage emotional

Die Zahlen gehen nach unten – doch Delta bereitet Sorgen. Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler gehen davon aus das die Mutation bald die Dominante in Deutschland ist.

  • Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind niedrig. Doch die Delta-Mutante gibt Anlass zur Sorge.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn prognostiziert, dass die Delta-Variante in wenigen Wochen die Dominate ist (siehe Update vom 25. Juni 10.09 Uhr).
  • Bei einer Frage zur Beschränkungen der Freiheit wird Jens Spahn emotional (siehe Update vom 25. Juni 10.50 Uhr)
  • Der Live-Ticker zur Pressekonferenz mit Spahn und Wieler aus Berlin.

Update vom 25. Juni, 11.18 Uhr: „Mein Eindruck ist“, hofft Jens Spahn, „dass diejenigen die wollen, in den nächsten Tagen, also bald eine Impfung bekommen. Jetzt geht es für uns darum, diejenigen zu erreichen, die vielleicht noch zögern.“ Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Update vom 25. Juni, 11.15 Uhr: „Es ist relativ klar, sie ist infektiöser“, sagt Sander über die Delta-Variante. Deshalb müsse die Impfquote jetzt auch höher sein, um die gewünschten Effekte zu erreichen.

Update vom 25. Juni, 11.11 Uhr: „Die Maßnahmen werden heruntergefahren, aber eben nicht auf null“, erklärt Jens Spahn die aktuellen Regel. Die Regierung passe sich eben immer der Pandemie-Lage an.

Corona-Masken: RKI-Chef Wieler empfiehlt Tragen über den Winter

Update vom 25. Juni, 11.08 Uhr: Bleibt die Masken-Empfehlung noch jahrelang? „Im Herbst werde sicher die Zahlen steigen“, prophezeit Wieler, „mit diesem Tragen von Masken habe wir ganz viele Atemwegsinfektionen unten gehalten. Jetzt gibt es Winter jedes Jahr eine Influenza-Welle. Mit dem Maskentragen hat man über den Winter auch davor eine Schutzfunktion. Deshalb habe ich gesagt, bis zum Frühjahr.“

Update vom 25. Juni, 11.05 Uhr: „Die Forderungen und Empfehlung des erarbeiteten Konzepts bestehen nach wie vor“, beantwortet Lothar Wieler die Frage nach der Reaktion auf die Delta-Ausbreitung in Schulen. Maske und Lüften sind zentral. Durch Pool-Tests könne in Zukunft einfacher getestet werden. Das empfiehlt das RKI nun, weil die PCR-Kapazität zu Verfügung stehe.

Update vom 25. Juni, 10.58 Uhr: Impf-Verweigerer dürften sich nicht über individuelle Ungerechtigkeit beklagen, kritisiert Spahn: „Hat jemand, der sich nicht impfen lässt, dann den Anspruch, dass alle anderen im Raum nur wegen ihm eine Maske tragen? Ich denke nicht.“ Der hauptsächliche Fokus liege eben darauf, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

Gesundheitsminister wird bei Frage emotional: „Glaubt hier irgendjemand, wir haben Freude daran?“

Update vom 25. Juni, 10.50 Uhr: „Glaubt hier irgendjemand, wir haben Freude daran, Freiheit einzuschränken?“, wehrt sich Jens Spahn entschieden gegen den Vorwurf, die Bundesregierung würde mit Panikmache arbeiten. Der Gesundheitsminister versteht überhaupt nicht, woher diese Beschuldigungen kommen.

Momentan solle man sich aber trotzdem nicht einfach auf ein „gutes Gefühl“ verlassen und einfach lockern, warnt Spahn vor dem Virus: „Wir sollten nicht denken es ist weg. Es ist nicht weg.“

Jens Spahn warnt vor der Ausbreitung der Delta-Variante in Deutschland.

Update vom 25. Juni, 10.46 Uhr: Die Wünsche und Sorgen der jüngeren Menschen habe die Regierung durchaus im Blick, verteidigt Jens Spahn, „mich beschäftigt eher, wie dieser Eindruck entstehen konnte.“ Die Generationen-Ungerechtigkeit, die manche beklagen, könne nun immer weiter aufgebrochen werden. Aufeinander aufzupassen sollte der Wille aller sein, betont Spahn. „Das Virus macht es ja so, dass wir eine Altersgruppe besonders schützen müssen. Man stelle sich vor, es würde eine Krankheit grassieren, die vor allem Zehnjährige gefährdet.“

Update vom 25. Juni, 10.42 Uhr: „Die Kombination aus Lockerungen und einer neuen Variante zeigen, dass auch eine hohe Impfquote dann nicht genug ist“, ergänzt Leif Erik Sander, „das ist aber nicht beunruhigend, das ist lehrreich.“

Update vom 25. Juni, 10.38 Uhr: „Wir beobachten, dass Impfungen schützen“, erklärt Lothar Wieler. Auch der Blick auf Entwicklungen wie in Israel beunruhigt ihn nicht schwer. Denn: Die schweren Verläufe seien nachweisbar durch die Impfung gesunken. „Die Lehre aus diesen Fakten, die wir dort sehen, sind, dass man nicht zu früh lockern sollte. Wir sollten nicht opfern, was wir bis jetzt erreicht haben.“

Update vom 25. Juni, 10.35 Uhr: „In Wahrheit war im letzten Sommer eine ganz andere Situation was die Testkapazität angeht, als heute“, erklärt Jens Spahn. Die Testpflicht vor dem Abflug aus Deutschland bleibe bestehen. Auch die Quarantäne-Pflicht bei Rückreise aus Risikogebieten bleibe bestehen. Freitestung ist nach fünf Tagen möglich.

Virus-Variantengebiete werden weiterhin deutlich strenger behandelt. „Bitte nicht hinreisen, wer nicht unbedingt muss“, betont Jens Spahn. Bei Rückreise gelten zwei Wochen Quarantänepflicht.

Corona: Experte rät von Verkürzung des Impf-Abstands ab

Update vom 25. Juni, 10.33 Uhr: Die Verkürzung des Impf-Abstands könne den Effekt abschwächen, warnt Sander, genau Daten dazu fehlen aber. In England wurde das Intervall der Astrazeneca-Impfungen zumeist eingehalten.

„Wichtig ist, dass jemand, der für sich, für seine eigene Sicherheit, die dritte Impfung habe möchte, sie auch bekommen kann“, schließt Spahn.

Update vom 25. Juni, 10.28 Uhr: Kommen die Auffrisch-Impfungen im Herbst? Das ist jetzt noch nicht sicher. Trotzdem bereite das Gesundheitsministerium jetzt alles dafür vor, sagt Jens Spahn, es werde auch Impfstoff dafür zurückgehalten.

Die Verbreitung der Delta-Variante habe gezeigt, dass die deutsche Strategie, auf Zweit-Impfungen und Einhaltung der Zeit-Intervalle zu achten, die richtige war. „Wir haben den glücklichen Fall, dass wir in Deutschland die Stiko haben“, merkt Wieler an, die Lage werde permanent überwacht und Entwicklungen ausgewertet.

Es werde mit Sicherheit Auffrisch-Impfungen geben, so Wieler, wann der Zeitpunkt genau sei, könne man aber jetzt noch nicht sagen.

Update vom 25. Juni, 10.24 Uhr: „Österreich hat genau für diese Arbeitssituation eine gesetzliche Regelung, was Arbeitsschutz und Arbeitszeit angeht, geschaffen“, will sich Jens Spahn bei der Pflege-Frage am Nachbarn orientieren, „in der Koalition war das bei uns noch nicht konsensfähig.“ Das Bundesgesundheitsministerium arbeite aber mit Hochdruck an der Gesetzgebung. Jetzt bricht die letzte gesetzgebende Woche vor der Bundestagswahl an.

Charité-Professor prognostiziert Auffrischungs-Impfung im Herbst oder Winter

Update vom 25. Juni, 10.18 Uhr: „Eins ist klar, SARS-CoV-2 wird nicht verschwinden“, warnt Prof. Dr. Sander von der Berliner Charité, aber: „Glücklicherweise bieten die Impfstoffe Schutz vor allen bekannten Virus Varianten.“ Werte aus England zeigen, dass die Impfung auch bei Delta vor einem schweren Verlauf schützt, erklärt der Mediziner.

Die Delta-Variante sei, das habe sich gezeigt, aggressiver und könne den Impfschutz häufig umgehen. Es könne also vermehrt zu Ansteckungen kommen, „wichtig ist aber, dass schwere Erkrankungen verhindert werden.“ Gerade bei vulnerablen Gruppen sei die Möglichkeit der vermehrten Infektion allerdings besorgniserregend.

Im Herbst oder Winter könne deshalb eine Auffrischungs-Impfung nötig werden, prognostiziert Sander. Momentan sei die Datenlage zu den sogenannten Booster-Impfungen aber noch recht unklar. Es bestehe die Möglichkeit, einen dritten Impfschutz als zusätzlichen Schutz nachzuimpfen. Untersuchungen dazu laufen.

„Es wird aus meiner Sicht notwendig sein, auch Kindern und Jugendlichen eine Impfung anzubieten“, erläutert Sander, aber jetzt müsse man erst einmal den Fokus auf vulnerable Gruppen legen,

Corona: Wieler warnt vor Delta - „Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen“

Update vom 25. Juni, 10.11 Uhr: „Tatsächlich, es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Variante die Hoheit übernehmen wird“, stimmt Lothar Wieler mit Blick auf die Zahlen zu. Momentan läge der Anteil bei 15 Prozent, dürfte aber schon morgen höher sein. „Das ist wirklich wichtig zu verstehen“, appelliert Wieler, die grundlegenden Corona-Maßnahmen müssen eingehalten werden. Dazu gehören AHA+L, Corona-Warnapp und das Tragen eines chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes.

„Lassen Sie uns diese niedrigen Inzidenzen verteidigen“, mahnt Wieler, „jede Impfung trägt dazu bei, die Fallzahlen im Herbst flach zu halten und die Nicht-Geimpften zu schützen - viele Kinder zum Beispiel.“ Die aktuelle Situation habe sich Deutschland „hart erkämpft“, nun solle man sie nicht wegwerfen.

„Viele möchten verreisen“, weiß Wieler, „aber Mobilität ist ein Treiber der Pandemie. Wer reist, hat dabei viel Kontakt.“ Das Robert-Koch-Institut wisse aber natürlich, dass die Menschen in den Urlaub möchten. Das RKI empfehle zwar, darauf im besten Fall zu verzichten. Wer trotzdem verreist, solle sich auch im Ausland bitte an die Hygienemaßnahmen halten, schließt Wieler.

Corona: Spahn mit düsterer Prognose zu Delta - „Eine Sache von Wochen“

Update vom 25. Juni, 10.09 Uhr: Es sei nur noch eine Frage von Wochen, bis die Delta-Variante in Deutschland vorherrschen wird, mahnt Jens Spahn zum Abschluss und übergibt an RKI-Chef Wieler.

Update vom 25. Juni, 10.05 Uhr: „Wir können den Sommer genießen“, sagt Jens Spahn, „aber mit Vorsicht.“ Aus einem sorglosen Sommer solle kein „Sorgen-Herbst“ werden. „Es liegt an uns.“ Vor allem das Impfen ist wichtig zum Schutz vor der Delta-Variante, mahnt Spahn. Es sei besonders wichtig, die zweite Impfung im vorgesehenen Zeit-Intervall wahrzunehmen. „Impfen ist das beste Mittel gegen diese Pandemie. Impfen hilft auch gegen alle bekannten Varianten“, so Spahn, „deswegen mein Apell: Nehmen Sie die Möglichkeit war und lassen Sie sich impfen.“

„Impfen oder Infektion, das ist die Wahl für jeden einzelnen“, mahnt der Gesundheitsminister, „wer sich nicht impfen lässt, wird sich unweigerlich irgendwann infizieren.“

Update vom 25. Juni, 10.01 Uhr: Jens Spahn eröffnet die Bundespressekonferenz. „Diese Zeit der Krise war und ist eine Zumutung für die freiheitliche Demokratie“, führt er ein, aber im parlamentarischen Diskurs habe es Deutschland bislang verhältnismäßig gut geregelt.

„Pflegekräfte sind der Kit für die alternde Gesellschaft“, erklärt Spahn. Gerade für die Alterspflege wurde nun weitere Unterstützung beschlossen. Bessere Bezahlung und mehr Arbeitskräfte sollen kommen.

Corona in Deutschland: Delta-Mutante bereitet Sorgen

Update vom 25. Juni, 9.42 Uhr: Vor allem mit Blick auf die aktuelle Lage in England bereitet die Delta-Mutante Sorgen. In Großbritannien ist bereits die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft, trotzdem steigen die Zahlen nun wieder rasant.

Was ist das Problem? Die Delta-Variante besitzt ein anderes Spikeprotein als ihr Urform. Dieses Protein ist für die Übertragung entscheidend. Das Delta-Spikeprotein passt zum einen besser auf die menschlichen Zellen, zum anderen haben Laborversuche gezeigt, dass die Abwehrzellen geimpfter Personen Probleme haben, die Delta-Variante zu erkennen.

Die Corona-Impfung, so der aktuelle Wissensstand, schützt also weniger vor einer Ansteckung mit der Delta-Variante. Schwere Verläufe verhindert der Impfschutz aber wohl immerhin, vermuten Experten. Belastbare Zahlen dazu gibt es aber noch nicht.

Corona: Spahn und RKI-Präsident Wieler erklären Impf-Plan gegen Delta-Mutante

Erstmeldung vom 24. Juni, 21.23 Uhr:

Berlin – Die Inzidenz ist in Deutschland aktuell auf einen einstelligen Wert gesunken. Die Corona-Lage hat sich deutlich entspannt. Doch bleibt das auch so? Besonders die Ausbreitung der extrem ansteckenden Delta-Variante* des Coronavirus sorgte in den vergangenen Tagen für Sorgenfalten bei Politikern und Virologen.

Die Corona-Impfungen sollen ein zentrales Mittel sein, um die Delta-Ausbreitung in den Griff zu bekommen. Zudem wünschte sich Gesundheitsminister Jens Spahn* einen sorgsamen Umgang der deutschen Bevölkerung mit Sommer, Sonne und Urlaubsträumen. „Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen“, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt. Ein Urlaub sei zwar trotz Delta weiter möglich. „Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus“, mahnte Spahn und fürchtete einen „Sorgenherbst“.

Corona: Anteil der Delta-Variante unter Neuinfektionen verdoppelt sich laut RKI erneut

Auch das Robert Koch-Institut (RKI)* beobachtet die jüngsten Entwicklungen mit Sorge. Nach den Daten, die RKI-Präsident Lothar Wieler und seinen Kollegen vorliegen, wächst deutschlandweit der Anteil der Delta-Variante unter den Corona-Neuinfektionen stark an. Und das, obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz* weiter nach unten geht. Eine Stichprobe zeigte laut RKI-Bericht vom Mittwoch (23. Juni) im Vergleich zur Vorwoche nahezu eine Verdopplung der Delta-Fälle auf nun 15,1 Prozent.

Somit lässt sich in der dritten Woche in Folge eine Verdopplung des Delta-Anteils unter den Corona-Neuinfektionen ausmachen. Dieser stieg von ursprünglich vier Prozent auf acht und derzeit rund 15 Prozent. Experten hatten eine derartige Entwicklung, welche man zuvor in einigen anderen Ländern wie Großbritannien beobachten konnte, schon zuvor auch für Deutschland befürchtet. Inzwischen wurde die Delta-Variante des Coronavirus nach Angaben des RKI innerhalb der vergangenen vier Wochen in allen 16 deutschen Bundesländern nachgewiesen worden.

Am Freitagvormittag (25. Juni) wollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler im Rahmen einer Pressekonferenz ab 10.00 Uhr über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland informieren. Zudem sprechen sie darüber, wie das Impfen gegen Delta helfen soll. (kh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Carsten Koall

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