Der News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt vor über 10.000 Toten bis Ende Mai - „Dann hätten wir versagt“

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sind weiter hoch. Karl Lauterbach fordert einen „letzten strengen Lockdown“. Der News-Ticker zur Covid-19-Krise.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Das RKI meldet fast 24.000 Coronavirus-Neuinfektionen am Samstag. Die Inzidenz steigt leicht an.
  • Karl Lauterbach fordert einen „letzten strengen Lockdown“ (siehe Update vom 18. April, 21.15 Uhr).
  • Kassenärzte gehen davon aus, dass die Impfpriorisierung schon im Mai entfällt (siehe Update vom 18. April, 17.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Covid-19-Krise* in Deutschland wird ab sofort nicht mehr aktualisiert. Alle aktuellen Informationen finden Sie ab sofort in unserem neuen Ticker.

Update vom 19. April, 6.15 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden 11.437 Corona-Neuinfektionen gemeldet und 92 neue Todesfälle. Das zeigen Zahlen des RKI mit Stand Montag, 5.25 Uhr. Nachträgliche Korrekturen oder Ergänzungen sind möglich. Da am Wochenende weniger getestet wird, sind die am Montag vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger. Zum Vergleich: Am Montag vor sieben Tagen verzeichnete das Robert-Koch-Institut innerhalb eines Tages 13.245 Neuinfektionen und 99 neue Todesfälle.

Bundesweit lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner dem RKI zufolge bei 165,3 am Montag. Am Sonntag wurde die Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,3 angegeben. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Sonntagabend bei 1,16, am Vortag war es 1,22. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

Update vom 18. April, 21.15 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat seine Forderung nach einem „letzten strengen Lockdown“ an diesem Sonntag bekräftigt. „Es gibt jetzt die Möglichkeit, in den nächsten sechs Wochen noch einmal weit über 10.000 Menschen, meist im Alter 40-60 Jahren, zu retten“, schrieb Lauterbach bei Twitter: „Oder wir sind dafür nicht bereit, weil uns die Einschränkungen 10.000 Tote nicht wert sind. Dann hätten wir versagt.“

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Karl Lauterbach fordert „letzten strengen Lockdown“

Der Rheinländer, der für die Sozialdemokraten im Bundestag sitzt, übte deutliche Kritik an seinen Kollegen. Viele Politiker würden eine „konkrete Auseinandersetzung mit der Zahl der zu erwartenden Opfer bei einem zu soften Lockdown“ scheuen, meinte er: „Die Opfer einer schwachen Politik bleiben anonym, selbst wenn sie sterben. Für sie müssen wir kämpfen.“

Es fehlen noch sechs Wochen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach

Das Beispiel Israel würde zeigen, „dass die Covid-Impfungen sowohl die Fallzahlen als auch die Sterblichkeit stark senken, wenn mehr als 50% der Bevölkerung eine Erstimpfung haben. Das erreichen wir Ende Mai. Es fehlen also noch 6 Wochen“.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Kassenärzte - Ab Mai kann jeder und jede eine Impfung erhalten

Update vom 18. April, 17.10 Uhr: Die Kassenärzte erwarten, dass die Impfpriorisierung bestimmter Gruppen in Deutschland im Mai aufgehoben werden kann. „Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen impfen“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Sonntag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Er rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und „von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann“.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: 6,5 Prozent der Bevölkerung sind voll immunisiert

Update vom 18. April, 15.23 Uhr: Nicht einmal 20 Prozent der deutschen Bevölkerung hat aktuell eine Corona-Erstimpfung erhalten*. Durch die Zweitimpfung immunisiert sind 6,5 Prozent. Viele Millionen Bürgerinnen und Bürger sind also noch gänzlich ungeschützt. Sind dennoch die ersten Erfolge der Impf-Kampagne zu erkennen?

„Bei einer Impfquote von 20 Prozent haben wir noch keinen großen, signifikanten Einfluss auf das Infektionsgeschehen, auf die Fallzahlen“, ordnet Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie für rtl.de ein. Die erste Impfung biete zwar Schutz vor schweren Verläufen. Infektionen können Geimpfte aber nach wie vor übertragen. Das kann erst die zweite Spritze eindämmen.

Zu beobachten sind in Deutschland aktuell zwei Entwicklungen, die der Immunologe als „ersten Erfolg der Impfungen“ bezeichnet. Im Vergleich zur zweiten Welle sind die täglichen Todeszahlen deutlich gesunken. Außerdem haben sich Ansteckungen verlagert. Hohe Inzidenzen finden sich in jüngeren Altersgruppen. Das zeigt, dass die erfolgten Impfungen bei Älteren wirken.

Weitreichende Lockerungen machen diese kleinen Fortschritte aber nicht denkbar. „Sonst bekommen wir riesige Inzidenzzahlen in der übrigen ungeimpften Bevölkerung“, erklärt Watzl, „bei Menschen über 60 und Menschen mit Vorerkrankungen haben wir gerade erst angefangen zu impfen. Das wird noch eine Weile dauern.“

Rathenow in Brandenburg: Impfung gegen Corona mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer.

Corona-Impf-Chaos in Deutschland: Heikler Bericht über falsche Termin-Vergabe - Hausärzte müssen es ausbaden

Update vom 18. April, 11.22 Uhr: „Da scheint einiges durcheinander zu gehen“, fasst Detlef Haffke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zusammen.

Im Raum Hannover sorgt Chaos bei Impf-Einladungen für Frust und Verunsicherung. Junge, gesunde Menschen wurden zum Impf-Termin geladen. Warum, weiß offenbar niemand. „Ich wusste gar nicht, dass ich krank bin“, beschreibt ein Betroffener seine Verwunderung. Eigentlich sind jetzt Personen mit Vorerkrankungen an der Reihe. Die Impf-Aufforderung habe ihn nervös gemacht. Ist er etwa doch an etwas erkrankt und wusste einfach nichts davon?

Das Ministerium sieht die Schuld am bürokratischen Durcheinander bei den Krankenkassen. Die Priorisierung funktioniere über Zahlencodes in den Abrechnungsziffern. Diese Codes in den Krankenscheinen seien vermutlich falsch eingetragen worden. Allerdings handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Wieso direkt mehrere junge Menschen ein Schreiben erhalten haben, kann sich das Ministerium nicht erklären.

Ausbaden müssen das jetzt auch die Hausärzte. „Diese Patienten sind jetzt wütend, dass sie von uns nicht sofort geimpft werden“, berichtet ein Hausarzt aus Hannover. Bei ihm stünden Menschen vor der Tür, die eigentlich noch längst nicht an der Reihe sind. Die kann er nicht impfen. Der Arzt habe mit den tatsächlich Impf-Berechtigten ohnehin alle Hände voll zu tun, außerdem sei die Impfstoff-Liefermenge nach wie vor zu gering.

Coronavirus: Inzidenz als Maßstab ungeeignet? Landkreistagspräsident fordert neue Richtlinien

Update vom 18. April, 10.51 Uhr: „Der Gesetzentwurf muss an vielen Stellen korrigiert werden“, schimpft Lankdreistags-Präsident Reinhard Sager über die Pläne für eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse. Im Interview mit der Funke Mediengruppe fordert er, neue Maßstäbe zu setzen.

„Die reine Anknüpfung an Inzidenzen wird dem Pandemiegeschehen nach mehr als einem Jahr und den regional sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerecht“, führt er aus. Impffortschritt, Reproduktionszahl und die Belegung der Intensivbetten müssten auch in die Überlegung einbezogen werden, fordert Sager.

Außerdem würden die Corona-Regeln weiter und weiter verkompliziert. Länder und Kommunen können nachschärfen und weitere Bereiche reglementieren, das wirke der eigentlich gewünschten Einheitlichkeit entgegen. „Insofern wird es mit dem Bundesgesetz und mit einer absehbaren Bundesverordnung noch einmal unübersichtlicher. Auch das ist schädlich für die Akzeptanz.“

Die geplante bundesweite Ausgangssperre ab 21.00 Uhr stößt Sager ebenfalls sehr sauer auf. Sie wäre in ihrer Pauschalität ein „unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheitsrechte“, wirft der Landkreistagspräsident ein. Ein „überlegener Effekt zur Verhinderung von Neuinfektionen“ sei an den Ausgangsbeschränkungen nicht auszumachen.

Update vom 18. April, 10.22 Uhr: Deutschlands politische Spitze gedenkt in einem Gottesdienst den Verstorbenen der Corona-Pandemie. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel*, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Reiner Haseloff und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth nehmen an der Veranstaltung in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche teil.

Anschließend findet eine zentrale Gedenkfeier im Berliner Konzerthaus statt. Dort werden Menschen sprechen, die ihre Angehörigen in der Pandemie verloren haben. Beide Veranstaltungen werden live im TV (n-tv) gezeigt.

Corona in Deutschland: Blamable Lohn-Panne in mehreren Impfzentren

Update vom 18. April, 9.51 Uhr: Beschäftigte in Impfzentren in Baden-Württemberg warten auf ihr Geld. Die Fachangestellten werden wegen „unklaren Zuständigkeiten“ einfach nicht bezahlt, deckten die Badischen Neuesten Nachrichten auf. In Karlsruhe hätten sich demnach Stadt und Land gegenseitig die Verantwortung zugeschoben.

Den Betroffenen fehlen jeweils mehrere Tausend Euro. Neben Karlsruhe hakt es in drei weiteren Impfzentren. „Das Problem ist und bekannt, wir werden das pragmatisch lösen und die Kosten übernehmen“, räumte Uwe Lahl, Direktor des Sozialministeriums, nun auf dpa-Anfrage ein. „Wer für unser Land arbeitet, wird auch bezahlt“, verspricht der Amtschef, man stehe mit den Betroffenen in Kontakt und werde „schnellstmöglich“ dafür sorgen, dass sie ihr Geld bekommen.

Corona in Deutschland: Urlaub, Fußball, Biergarten - Scholz schürt Sommer-Hoffnung

Update vom 18. April, 8.44 Uhr: Olaf Scholz meldet sich in der Debatte im die Bundes-Notbremse zu Wort. Ihm sei es wichtig, dass klare und einheitliche Regelungen festgelegt würden, erklärt er im Interview mit der Welt am Sonntag. Die entsprechende Neuerung des Infektionsschutzgesetztes begrüßt der SPD-Kanzlerkandidat.

Dann macht Scholz recht unerwartet eine besondere Sommer-Hoffnung. „Ich hoffe sehr, dass auch Urlaubsreisen im Sommer möglich sein werden“, schließt er diese Möglichkeit nicht aus. Dafür sei aber nicht nur die Corona-Lage in Deutschland, sondern auch die in den Nachbarländern entscheidend, führt er aus. „Noch ist das Bild zu unklar, um genauere Prognosen zu wagen - gerade stecken wir mitten in der dritten Welle. Ich rechne aber fest damit, im Sommer im Biergarten sitzen und die nächste Bundesliga-Saison auch mal im Stadion verfolgen zu können.“

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland: RKI meldet neue Werte

Update vom 18. April 7.26 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.40 Uhr wiedergeben. Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.855 Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 162,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,7 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 129,7 gelegen.

Update vom 17. April, 18.25 Uhr: Brandenburg führt ab Montag eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr ein und kommt damit der Bundes-Notbremse noch zuvor. Die Beschränkung soll dann für die Regionen gelten, in denen die 7-Tages-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt, gab Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag in Potsdam bekannt. Ab einer Inzidenz von 200 sollen zusätzlich alle Schulen bis auf die Abschlusklassen geschlossen werden.

Corona in Deutschland: 19 Prozent aller Deutschen haben eine Impfung erhalten

Update vom 17. April, 15.10 Uhr: Das Saarland verschärft seine Corona-Maßnahmen für die Modellregion* wegen des „gesteigerten Infektionsgeschehens“ leicht.  In allen Bereichen, wo bisher eine Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung bestand, sei ab Montag eine medizinische Maske Pflicht, teilte Regierungschef Tobias Hans (CDU) am Samstag mit. Bei der Testpflicht in der Außengastronomie, Theater und Konzerten gebe es dann keine Ausnahmen mehr. An Grund- und Förderschulen werde zudem eine Testpflicht vorbereitet.

Update vom 17. April, 12.40 Uhr: Mehr als 19 Prozent der Deutschen haben eine Corona-Impfung erhalten. 21.332.342 Impfdosen wurden sein Beginn der Impfkampagne verimpft. 559.967 Impfdosen wurden am Freitag (16. April) verabreicht. Das geht aus den aktuellen Daten des RKI-Impfdashboards hervor.

5.425.990 Personen (6,5 Prozent der Gesamt­bevölkerung) sind demnach vollständig geimpft. Insgesamt haben 15.906.352 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten. Die Impfquote in Bremen liegt bei 22,4 Prozent. Das Bundesland ist damit Spitzenreiter beim Impfen, gefolgt vom Saarland (21,6 Prozent). Platz drei belegt aktuell Schleswig-Holstein (20,3 Prozent) knapp vor Sachsen-Anhalt (20,2). Schlusslicht ist Hessen. Hier liegt die Impfquote bei 17,2 Prozent.

Update vom 17. April, 10.55 Uhr: Auf das Auto von Karl Lauterbach (58) ist ein Farbanschlag verübt worden. Der SPD-Gesundheitspolitiker schildert die Farbattacke auf Twitter, wie Merkur.de berichtet. Seine Ansage zu dem Vorfall ist klar und deutlich.

Corona-Impftempo - aktuelle Zahlen fehlen nach Rekordtag

Update vom 17. April, 9.11 Uhr: Beim Thema Impfen geht es in Deutschland voran. Der Impfrekord am Mittwoch (14. April) mit 758.173 verimpften Dosen macht Hoffnung. Am Donnerstag waren es schon 100.000 weniger - nämlich 658.019. Zum Vergleich: Am 1. Januar waren es 19.271 Impfdosen.

Bisher wurden in Deutschland 20.744.105 Impfdosen verimpft - Stand Donnerstag (15. April). Aktuelle Impfzahlen von Donnerstag und Freitag liegen am Samstagvormittag zunächst noch nicht vor.

„Bis zum Ende der Kalenderwoche 14 am 11. April 2021 wurden 22.444.875 Dosen Impfstoff geliefert. 81,8 % dieser Dosen wurden im selben Zeitraum verimpft“, heißt es auf dem Impfdashboard des Gesundheitsministeriums (Stand: 15. April). Geliefert wurden demnach: BioNTech/Pfizer (15.105.675 Dosen), Astrazeneca (5.577.600 Dosen) und Moderna (1.761.600 Dosen).

RKI meldet fast 24.000 Coronavirus-Neuinfektionen

Update vom 17. April, 8.34 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 2.000 weniger als am Freitag und rund 300 weniger als am Samstag vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stiegt leicht nach den Daten des RKI-Dashboards auf 160,7 (Vortag: 160,1). Vor vier Wochen hatte die Inzidenz noch bei 99,9 gelegen.

Corona in Deutschland: R-Wert steigt weiter

Update vom 16. April, 22.14 Uhr: Die Reproduktionszahl in Deutschland steigt immer weiter. Wie aus dem aktuellen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts vom Freitagabend hervorgeht, beträgt der Sieben-Tage-R-Wert mittlerweile 1,24. Damit erreicht die Reproduktionszahl den höchsten Wert im Jahr 2021. Zuletzt lag der R-Wert das letzte Mal Ende Oktober höher.

Die aktuelle Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 124 weitere Menschen anstecken. „Der 7-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine deutliche Zunahme der Fallzahlen“, heißt es vonseiten des RKI. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Einreiseverbot für Urlaubsziele Mecklenburg-Vorpommerns

Update vom 16. April, 19.16 Uhr: Ab Montag gelten in Mecklenburg-Vorpommern wieder strenge Regeln. Private Treffen dürfen dann wieder nur mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts stattfinden, Schulen und viele Geschäfte sowie Museen schließen. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen wurde auch ein Einreiseverbot ausgesprochen - und dieses trifft zwei beliebte Urlaubsziele: die Mecklenburgische Seenplatte und die Insel Usedom. Das teilten die zuständigen Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte mit.

Für Touristen sind die beiden Regionen gesperrt. Auch gilt: Wer dort nicht lebt, darf auch einen eventuellen Zweitwohnsitz nicht besuchen. Ausnahmen gibt es nur bei „triftigen Gründen“. Dies können zum Beispiel berufliche Gründe sein oder der Besuch der Kernfamilie. Laut Focus.de hat die Polizei schon am Wochenende Kontrollen angekündigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag bei 149. Am Freitag lag sie im Landkreis Vorpommern-Greifwald (Usedom) sogar bei 182,5 und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am Donnerstag bei 179 pro 100.000 Einwohner:innen.

Köln verhängt nächtliche Ausgangssperre - ab 21 Uhr nur mit triftigem Grund in der Öffentlichkeit

Update vom 16. April, 14.45 Uhr: Die Stadt Köln hat eine Ausgangssperre verhängt. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte am Freitag nach einer Sitzung des Krisenstabs, es sei zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass für Köln eine solche Maßnahme verhängt worden sei. Sie sprach von einem schweren Tag für die Stadt, angesichts der Infektionslage sei die Maßnahme aber verhältnismäßig. Das Gesundheitssystem gerate gerade an seine Belastungsgrenze.

Die Ausgangssperre in Köln gilt ab Mitternacht. Von den kommenden Tagen an dürfen dann sich Menschen in Köln zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr nur noch mit einem triftigen Grund draußen aufhalten. An Grünanlagen gilt zudem ein Grill-, Alkohol- und Shishakonsumverbot. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 250 Euro bestraft.

Corona in Deutschland: Modellprojekt in Tübingen wird vorerst fortgesetzt

Update vom 16. April, 13.50 Uhr: Das Tübinger Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ sorgte bereits in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen, doch nun kann das Projekt vorerst weitergehen, wie auch die Fuldaer Zeitung* berichtet. „Wir werden das Infektionsgeschehen in Tübingen weiterhin genau beobachten und das Projekt zunächst weiter laufen lassen“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart am Freitag mit.

Die Bedingung für das Fortsetzen des Modellprojekts sei, dass die Sieben-Tage-Inzidenz vor Ort stabil bleibe - und nicht an drei
aufeinanderfolgenden Tagen die 100er-Marke, also 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, überschreite.
„Spätestens aber, wenn das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes offiziell in Kraft ist, werden wir das Projekt wohl unterbrechen
müssen“, so der Sprecher.

Der Modellversuch hatte am 16. März begonnen und sollte am kommenden Montag zu Ende gehen. Die Stadt hatte zuvor einen Abbruch erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 125 an drei Tagen in Folge gefordert, wie es in einem von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) unterzeichneten Antrag heißt. Menschen in Tübingen können sich an mehreren Stationen kostenlos testen lassen - mit den Bescheinigungen der Ergebnisse, den Tagestickets, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Wegen großen Andrangs von außerhalb sind die Tests inzwischen auf Menschen aus dem Kreis Tübingen beschränkt.

Corona in Deutschland: Ulm verschiebt Öffnungen der Schulen für Kinder und Jugendliche

Update vom 16. April, 13.30 Uhr: Ab einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen Schulen wieder geschlossen werden. Obwohl die Stadt Ulm diesen Wert aktuell noch unterschreitet, hat die Stadt die geplante Wiedereröffnung der Schulen für alle Kinder und Jugendlichen erstmal verschoben.

Der für Bildung zuständige Stadtdirektor Gerhard Semler teilte am Freitag jedoch mit, den Schulen werde empfohlen, „dass vorerst von einem Präsenzunterricht Abstand genommen werden soll“. Wie die aktuellen Zahlen nämlich verdeutlichen, verzeichnet Ulm nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Donnerstag eine Inzidenz von 190,9.

Semler erklärte, Hintergrund sei die Erfahrung der vergangenen Tage und aus der letzten Corona-Welle, die den Schluss nahelegten, „dass wir die Inzidenz von 200 rasch erreichen werden“. Der Abteilungsleiter betonte aber, dass es sich um eine Empfehlung handele, da die rechtliche Grundlage für ein Verbot des Präsenzunterrichts ab einer Inzidenz von 200 noch gar nicht vorhanden sei. Die Landesregierung in Stuttgart will ihre Corona-Verordnung aber am Wochenende aktualisieren und dann die vom Bund verlangte Notbremse einarbeiten.

Corona in Deutschland: Nach Brandanschlag auf RKI - Polizei veröffentlicht Fotos von Unbekanntem

Update vom 16. April, 12.20 Uhr: Im Herbst 2020 hatten Unbekannte einen Brandanschlag auf das RKI* verübt, nun veröffentlicht die Polizei Bilder eines Mannes. Er steht im Verdacht eine Bekenner-Mail geschrieben zu haben.

Corona in Deutschland: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach setzt sich erneut für nächtliche Ausgangsbeschränkung ein

Update vom 16. April, 10.15 Uhr: Die aktuellen Corona-Beschränkungen sorgen noch immer für Gesprächsstoff, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach setzt sich nun erneut für eine schnelle Umsetzung der geplanten abendlichen Ausgangsbeschränkungen ein. „Es wird alleine nicht reichen, aber in keinem Land ist es gelungen, eine Welle mit Variante B.1.1.7 noch einmal in den Griff zu bekommen, ohne dass man nicht auch das Instrument der Ausgangsbeschränkung, und nicht -sperre, genutzt hätte“, sagte Lauterbach am Freitag bei der ersten Beratung der Pläne für eine „Bundes-Notbremse“ im Bundestag.

Es sei nicht die Zeit, komplizierte Bedenken anzumelden, sagte Lauterbach an die Adresse von FDP-Chef Christian Lindner. Lindner
hatte sich zwar grundsätzlich hinter die geplanten Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz gestellt, aber die geplante Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Lauterbach sagte: „Wir brauchen Pragmatismus, und keine gegenseitige Aufklärerei, was alles nicht funktioniert.“

Update vom 16. April, 7.30 Uhr: Hausärzte dürfen den Impfstoff für ihre Patienten künftig selbst aussuchen. „Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen benötigen“, erklärte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) laut einem Bericht der Rheinischen Post. Dies soll erstmals für die Woche vom 26. April bis 2. Mai gelten, für die der Bund Vakzine von Biontech/Pfizer und Astrazeneca bereitstellen wird. Die Bestellmenge pro Arzt sei für die besagte Woche auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und zehn bis 50 Astrazeneca-Dosen begrenzt.

Corona in Deutschland - RKI: „Starker Anstieg der Fallzahlen setzt sich fort“

Update vom 16. April, 6 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 25.831 Corona-Neuinfektionen und 247 weitere Todesfälle gemeldet. Das geht aus den Daten des RKI-Dashboards am Freitagfrüh hervor. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

„Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort“, ist im aktuellen RKI-Corona-Lagebericht zu lesen. Besonders stark seien sie in den jüngeren Altersgruppen gestiegen.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 160,1 (Vortag: 160). Der bundesweite 7-Tage-R-Wert schätzt das RKI auf 1,18 (Vortag: 1,11), wie aus dem aktuellen Lagebericht hervorgeht. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. „Der 7-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine deutliche Zunahme der Fallzahlen“, hieß es im Lagebericht. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona: Stationen voll! Hilferuf aus Thüringen - Nachbar-Bundesländer müssen Intensivpatienten aufnehmen

Erstmeldung vom 16. April 2021

München/Berlin/Jena - Thüringen muss in der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie* als erstes Bundesland schwerstkranke Corona*-Patienten in andere Bundesländer ausfliegen lassen. Denn: Die Intensivstationen sind völlig überfüllt. Das berichten ARD und ZDF am Donnerstagabend (15. April) übereinstimmend.

Schon am Donnerstagvormittag hatten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* und der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI)*, Lothar Wieler, auf einer Pressekonferenz in Berlin berichtet, dass wegen der hohen Covid-19-Fallzahlen und der Corona-Mutationen wie der brasilianischen Variante* nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Deutschland frei seien.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Intensivstationen in Thüringen sind voll

In Thüringen ist die Lage besonders dramatisch - zum Beispiel aus Jena werden nun Patienten in andere Bundesländer verlegt. „Wir sind seit Wochen im Ausnahmezustand“, erklärte Prof. Michael Bauer vom Uniklinikum Jena im „heute journal“ des ZDF: „Die Hälfte meiner Betten ist mit schwerstkranken Covid-Patienten belegt.“ Und: Die Patienten würden demnach immer jünger.

Wir sind seit Wochen im Ausnahmezustand.

Prof. Michael Bauer vom Uniklinikum Jena

So habe er zum Beispiel „einen 32-jährigen Fitnesstrainer beatmet auf Station liegen“. Es komme „zu schwersten Erkrankungen bei jungen Patienten mitten aus dem Leben“. Ihm sei „Angst und Bange“. Andere Bundesländer würden die Patienten in zwei bis drei Wochen auf den Intensivstationen sehen. „Wir sind mit dem Rücken an der Wand“, erzählte Bauer.

Rostock: Hilfe unter Bundesländern - ein Corona-Intensivpatient aus Sachsen wird aus einem Hubschrauber in einen Krankenwagen verladen. (Symbolfoto)

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Neuer Höchststand an belegten Intensivbetten

Mitte April ist mit derzeit 20.975 belegten Intensivbetten ein neuer Höchststand in der Pandemie erreicht - Tendenz steigend. Am Donnerstag waren 29.426 Neuinfektionen mit dem Virus binnen 24 Stunden gezählt worden, die bundesweite 7-Tage-Inzidenz* lag zeitgleich bei 160,1.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Corona-Krise in Deutschland hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de und fuldaerzeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare